Fussball-Ticker

Bobic zweifelt an Bundesliga-Tauglichkeit von Kramny

Fredi Bobic bei einer Abendveranstaltung

Fredi Bobic bei einer Abendveranstaltung

Foto: Stuart Franklin / Bongarts/Getty Images

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Bobic zweifelt an Bundesliga-Tauglichkeit von VfB-Trainer Kramny

Fredi Bobic hat die Bundesliga-Tauglichkeit von VfB-Trainer Jürgen Kramny infrage gestellt. „Da bin ich wirklich am Zweifeln“, sagte der ehemalige Sportvorstand des VfB Stuttgart dem TV-Sender Sky. „Ich halte ihn für einen guten Trainer, aber ich habe ihn jetzt in der Bundesliga nicht für den Trainer gehalten.“ Was seine Persönlichkeit und die Weiterentwicklung des Fußballs angehe, müsse Kramny noch ein bisschen mehr bringen. „Das wird die Frage sein - wird er diesen nächsten Schritt machen können?“, meinte Bobic. Kramny wollte auf die Aussagen nicht eingehen. „Was soll ich dazu sagen?“, fragte er am Dienstag nach einem Testspiel des VfB gegen Drittligist SG Sonnenhof-Großaspach (0:2). „Ich bereite mich nur auf das Spiel gegen Frankfurt vor.“

Kramny ist seit Ende November für die abstiegsbedrohten Schwaben verantwortlich und mit dem Team seit fünf Bundesliga-Spielen ungeschlagen. Außerdem schaffte er mit der Mannschaft den Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals. Zuvor hatte Kramny die zweite Mannschaft des VfB trainiert. Diese Aufgabe übernahm er während der Amtszeit von Bobic in Stuttgart (2010 - 2014).

Dutt stellt bei Großkreutz einiges klar

Kevin Großkreutz hat seit seinem Wechsel zum VfB Stuttgart einen guten Eindruck beim abstiegsbedrohten Bundesligisten gemacht. „Den Großkreutz, den man vielleicht vor Augen hatte, den sehe ich hier nicht“, sagte Sportvorstand Robin Dutt. „Es ist ja schon auch so, dass man ein Bild von einem Menschen hat und wenn man vor ihm steht, merkt man: Das öffentliche Bild und das tatsächliche Bild passen nicht zusammen. Ein Enfant terrible steht da sicher nicht vor mir.“

Ben-Hatira musste wegen Prügelei wechseln

Der Last-Minute-Wechsel von Änis Ben-Hatira zu Eintracht Frankfurt steht in unmittelbarem Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung des Profis mit seinem bisherigen Teamkollegen Mitchell Weiser. Nach B.Z.-Informationen war es auf der Rückreise der Herthaner aus Bremen (3:3) im hinteren Teil des Teambusses nach Diskussionen über das Zustandekommens des Remis zu einer Auseinandersetzung zwischen Weiser und dem Deutsch-Tunesier gegenkommen, bei der Ben-Hatira handgreiflich wurde.

Hertha BSC bestätigte den Vorfall am Dienstag auf seiner Homepage. Der Hauptstadtclub „hat darauf sofort reagiert und die entsprechenden Konsequenzen gezogen. Denn Fairness, Anstand, Respekt und Teamgeist gehören bei uns zu den wichtigsten Grundsätzen im Verein“, heißt es in der Hertha-Erklärung. Die Verantwortlichen, die vorne im Bus saßen, hatten von der Rangelei erst nach Ankunft in Berlin erfahren.

Trainer Pal Dardai fragte sein Team vor dem Auslaufen am Sonntag, ob es noch irgendetwas gebe. Daraufhin erzählte Ben-Hatira, der sich inzwischen bei Weiser entschuldigt hatte, von dem Vorfall. Daraufhin hatte Dardai nach die Beteiligten sowie den achtköpfigen Mannschaftsrat in sein Trainerzimmer zitiert. Danach sei klar gewesen, dass Ben-Hatira keine Zukunft mehr in Berlin habe.

Ben-Hatiras neuer Chef bei Eintracht Frankfurt, Sportdirektor Bruno Hübner, bestätigte der Bild: „Wir wussten von dem Vorfall. Das sollte im Mannschaftssport nicht passieren, passiert aber halt trotzdem. Für ihn ist Frankfurt ein Neustart, wir glauben, dass er unserer Mannschaft hilft.“

Engländer verspotten ManUnited

Schon lange vor dem Amtsantritt von Pep Guardiola bei Manchester City wird Lokalrivale in England als Verlierer verspottet. „Der größte Alptraum Uniteds ist eingetreten“, schrieb The Telegraph. Während die Red Devils um Bastian Schweinsteiger mit Trainer-Oldie Louis van Gaal auf der Stelle treten, werde es bei City demnächst Hochgeschwindigkeitsfußball geben. „Mein Tag ist verkorkst“, twitterte United-Legende Rio Ferdinand vielsagend. Noch-Bayern-Trainer Guardiola hat bei ManCity einen Dreijahresvertrag unterzeichnet und tritt sein Amt im Sommer an.

Proschwitz redet Nackt-Eklat klein

Nick Proschwitz hat die seiner Meinung nach verzerrten Darstellungen des Nackt-Eklats im Trainingslager des Zweitligisten SC Paderborn in den Medien kritisiert. „Es wurde vieles übertrieben und auch Unwahrheiten verbreitet. Ich bin mir bewusst, dass ich einen Fehler gemacht habe, dass ich aber zu keiner Zeit jemanden belästigt habe“, sagte der Stürmer bei Sport1. Proschwitz war nach seiner Vertragsauflösung in Paderborn zum belgischen Erstliga-Aufsteiger VV St. Truiden gewechselt.

Gericht gibt Zwanziger recht

Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger durfte Katar nach vorläufiger Bewertung des Düsseldorfer Landgerichts als „Krebsgeschwür des Weltfußballs“ bezeichnen. Die Aussage sei vom Grundrecht auf Meinungsfreiheit noch gedeckt gewesen, teilte das Gericht am Dienstag mit. Zwanziger habe eine Diskussion über die Vergabe der Weltmeisterschaft 2022 an Katar anstoßen wollen. Eine Entscheidung will das Gericht am 19. April verkünden.

Die Richter kamen während der mündlichen Verhandlung ins Grübeln, nachdem der Anwalt des Fußballverbands von Katar, Peter Gauweiler, auf Zwanzigers Aussage einging, mit Katar habe alles begonnen. Dies sei eine bewusst unwahre Tatsachenbehauptung, sagte Gauweiler. Angesichts der verdächtigen Vergabe der WM an Deutschland 2006 habe Zwanziger „eigene Spuren verwischen wollen“. „Das Argument ist gut, wir denken noch mal darüber nach“, sagte der Vorsitzende Richter Joachim Matz.

Top-Wintertransfers der Bundesliga:

Real leiht Russen an Valencia aus

Spaniens Rekordmeister Real Madrid hat den Russen Denis Tscheryschew bis zum Saisonende an den Ligakonkurrenten FC Valencia ausgeliehen. Dies teilte der Tabellen-Zwölfte der Primera División Valencia am Montagabend zum Ende der Transferperiode mit. Der 25 Jahre alte Russe war Anfang Dezember wegen einer Aufstellungspanne bei Real Madrid in die Schlagzeilen geraten.

Ohne Weltfußballer Cristiano Ronaldo und Weltmeister Toni Kroos hatten die „Königlichen“ beim 3:1-Sieg in der ersten Pokal-Hauptrunde beim Drittligisten FC Cádiz den nicht spielberechtigten Tscheryschew aufgestellt. Der russische Nationalspieler hätte eigentlich noch eine Gelb-Sperre aus der vorigen Saison verbüßen müssen. Real war daraufhin aus dem laufenden Pokalwettbewerb ausgeschlossen worden. Zuletzt hatte das oberste spanische Sportgericht (TAD) in Madrid den Einspruch des Ronaldo-Clubs gegen den Ausschluss endgültig abgelehnt.