Handball-EM

„Spanien hatte nicht das Recht, im Finale zu stehen“

Nach der Deklassierung gegen Deutschland geht die spanische Presse hart mit ihrer Mannschaft ins Gericht – und zieht den Hut vor Wolff.

Nach der kürzesten Nacht der EM hat auch Bundestrainer Dagur Sigurdsson den größten Erfolg im deutschen Handball seit 2007 noch mehr realisiert. „Ein bisschen Schlaf, und jetzt wacht man auf und bekommt mit, dass es kein Traum war. Ein schönes Gefühl“, sagte der 47 Jahre alte Isländer am Montag dem ZDF-Morgenmagazin.

Bei der Party nach dem Titeltriumph durch das 24:17 am Sonntag in Krakau gegen Spanien sei alles im Rahmen geblieben, „trotzdem war es die kürzeste Nacht in diesen drei Wochen“, meinte Sigurdsson, der aus Krakau zugeschaltet war. „Unser Trainerstab und unsere Betreuer sind etwas früher ins Hotel zurückgegangen“, erklärte er, die Spieler seien etwas länger geblieben.

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Mit Erklärungen für den Überraschungs-Coup im Finale tat sich die internationale Presse hingegen schwer. Vor allem in Spanien rang man nach Worten für die Deklassierung der eigenen Mannschaft. Bei einem waren sich aber alle Medien einig: Vor Torwart Andreas Wolff, der überragend hielt, kann nur der Hut gezogen werden.

Die internationalen Pressestimmen im Überblick:

Spanien

„El País“: „Eine sehr triste Silbermedaille: Spanien war im Finale nicht auf der Höhe. Deutschland dominierte die Partie vom Anfang bis zum Ende.“

„El Mundo“: „Spanien erleidet einen totalen Schiffbruch. Einen solch unwürdigen Zusammenbruch des spanischen National-Teams hatte niemand erwartet. Man musste sich fragen, wie diese Mannschaft überhaupt ins Finale gekommen war.“

„El Periódico“: „Eine Niederlage ohne Wenn und Aber: Die Spanier erwiesen sich als unfähig, die deutsche Abwehr und Torwart Andreas Wolff zu überwinden.“

„Marca“: „Eigentlich hätte Spanien das Finale um die Handball-EM bestreiten müssen. Aber die Mannschaft erschien nicht. Das Team, das gegen Deutschland antrat, hatte nicht das Recht, in einem Endspiel zu stehen.“

„As“: „Spanien spielte nicht schlecht, sondern miserabel. Einen so erbärmlichen Auftritt einer spanischen Nationalmannschaft hat man seit Jahren nicht gesehen.“

Österreich

„Kronenzeitung“: „Fußball-Weltmeister in Brasilien, Grand-Slam-Sieger im Tennis in Australien, Europameister im Handball im Polen - Deutschland jubelt über den nächsten großen Titel, der in kühnsten Träumen unvorstellbar schien.“

„Kurier“: „Sensation im Handball-EM-Finale: Deutschland fertigt Spanien ab.“

„Die Presse“: „Sigurdsson führte ein „Team aus Nobodys“ sensationell zu EM-Gold.“

Tschechien

„Pravo“: „Wolff sichert den Deutschen den Titel und Rio. Die deutschen Handballer haben nach zwölf Jahren den EM-Titel errungen und damit auch die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio erkämpft. Den Spaniern brachte ihre vierte Finalteilnahme nicht die historische Goldmedaille. An Torwart Andreas Wolff bissen sie sich die Zähne aus.“

„MF Dnes“: „Die deutsche Handball-Maschine fährt bis zum Titel.“

„Lidove noviny“: „Deutschland holt den Europa-Titel. Das unterschätzte Team mit einer Reihe von Neulingen hat im Finale auch dank einer ausgezeichneten Verteidigung und Torwart Andreas Wolff Spanien überraschend vernichtend mit 24:17 geschlagen.“

Dänemark

„BT“: „Sensationelles EM-Gold für Deutschland: Zerstörte, zahme Spanier. Deutschland zerstört Spanien und schafft die EM-Sensation.“

Norwegen

„Verdens Gang“: „Wolff stoppt Messi-Kumpel Tomas.“

„Dagbladet“: „Der große Favorit Spanien wird von Deutschland gedemütig. Torwart Andreas Wolff wurde zum spanischen Albtraum.“

Schweden

„Aftonbladet“: „Deutschland nach einem brutalen Finale Meister.“

„Expressen“: „Deutschlands Sensations-Gold. Spanien hatte im Finale nie eine richtige Chance.“

„Dagens Nyheter“: „Torwart Andreas Wolff wurde für Spanien im Handball-EM-Finale zum Gespenst. Der Deutsche hielt fast alles und war der Hauptgrund für den sensationellen 24:17-Sieg in Krakau.“