Futsal

DFB sichtet zwei Hamburger für neues Nationalteam

Onur Ulusoy (zuvor vereinslos), 29, wechselte vor wenigen Wochen zum Oberligisten  Meiendorfer SV und steht vor dem Sprung ins Futsal-Nationalteam

Onur Ulusoy (zuvor vereinslos), 29, wechselte vor wenigen Wochen zum Oberligisten Meiendorfer SV und steht vor dem Sprung ins Futsal-Nationalteam

Foto: Andre Matz

Deutschland gründet ein eigenes Futsal-Team. Ein potentieller Nationalspieler ist „Panther“ Ulusoy, der einen Spagat bewältigen muss.

Hamburg.  Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wird eine Futsal-Nationalmannschaft gründen. Das hat das DFB-Präsidium am Freitag auf seiner Sitzung in Düsseldorf beschlossen. Futsal ist die offizielle Hallenfußball-Variante der Fifa, in Deutschland gelten seit Juli in der Halle die Futsal-Regeln in allen offiziellen Verbandswettbewerben.

Betreut wird das deutsche Team zunächst von Paul Schomann, dem für Futsal zuständigen Trainer des DFB. Für 2017 ist die Teilnahme an der EM-Qualifikation geplant.

Und auch zwei Hamburger dürfen sich ernsthafte Hoffnungen machen, sich das Trikot mit dem Adler auf der Brust überzustreifen: Die Stürmer Michael Meyer, 27, und Onur Ulusoy, 29, vom dreimaligen deutschen Meister Hamburg Panthers.

Vor allem Ulusoy hat nach seiner persönlichen Rückkehr in die Oberliga turbulente Wochen hinter sich. Mit dem Abendblatt sprach der Neu-Meiendorfer über seinen nahenden Sprung in die deutsche Eliteauswahl, Futsal an der Meiendorfer Straße und das Potenzial des Meiendorfer SV.

Hamburger Abendblatt : Der DFB gründet eine Futsal-Nationalmannschaft. Wie lautet Ihr Kommentar dazu?

Onur Ulusoy: Ein Meilenstein für den Futsal. Und eine Chance für viele Spieler, bei denen es mit Profifußball nicht klappte. Sie sollten die Chance nutzen.

Sind Sie bald Nationalspieler?

Ulusoy : Wenn es nach Titeln geht: Ja. Ich war fünfmal deutscher Meister. Den Adler auf der Brust zu tragen wäre ein Traum für mich, ein Gänsehautgefühl. All der Aufwand hättte sich gelohnt.

Haben viele Spieler der Panthers, deren Kapitän Sie sind, Chancen?

Ulusoy : Beim Länderauswahlturnier wurden leider nur zwei Spieler gescoutet. Michael Meyer und ich. Fand ich etwas unsinnig. Gescoutet werden sollten die Leistungen in der Meisterschaft.

Kollidiert Futsal nicht mit Ihrem Engagement bei Oberligist Meiendorf?

Ulusoy : Nein. Die Trainer Fatih Ergün und Baris Saglam sind pro Futsal eingestellt. Einmal die Woche soll es demnächst Futsal-Training in Meiendorf geben. Sie wissen: Das fördert viele Faktoren, die man beim Fußball braucht.

Spielen Sie bis Saisonende in Meiendorf?

Ulusoy : Wir verhandeln. Ich denke, es wird passen und bleibe dann gerne.

Was halten Sie von der Mannschaft?

Ulusoy : Viel. Sie hat großes Potenzial. Auch jetzt bei Victoria verloren wir zwar verdient, aber nur knapp mit 1:2. Im Winter sollen noch neue Spieler kommen. Unsere Trainer haben glänzende Kontakte. Am Saisonende kann der Meiendorfer SV auf einem einstelligen Tabellenplatz stehen.