BVB-Kapitän

„Worte wurden benutzt“: Hummels weist Kritik zurück

Mats Hummels kritisierte seine Mannschaftskollegen heftig für die fünf Gegentore in München

Mats Hummels kritisierte seine Mannschaftskollegen heftig für die fünf Gegentore in München

Foto: Andreas Gebert / dpa

Mats Hummels bezeichnet sich zwar ironischerweise selbst als „Motzki“, die Kritik an seiner Person hält er jedoch für total überzogen.

Dublin. Weltmeister Mats Hummels ist sich keiner Schuld bewusst und hat jegliche Kritik an seiner Reaktion nach dem 1:5 mit Borussia Dortmund bei Bayern München am vergangenen Sonntag zurückgewiesen. Stattdessen attackierte der Weltmeister die Medien, die ihm die Worte im Mund verdreht hätten.

„Ich bin es durchaus gewohnt, dass Worte gerne mal so benutzt werden, wie sie für Schlagzeilen gut sind, um besser geklickt oder gelesen zu werden“, sagte der BVB-Kapitän aber relativ unaufgeregt im Rahmen der Pressekonferenz der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Dublin.

Dann führte der Weltmeister weiter aus: „Ich denke, dass ich in der Kritik keine Grenzen überschritten habe. Ich habe keine unlauteren Worte benutzt und keinen Spieler angesprochen. Zudem habe ich mich selbst von der Kritik nicht ausgeschlossen. Ich habe gesagt, dass Sven Bender und ich da zu langsam waren gegen Robert Lewandowski. Aber das wurde so natürlich nicht geschrieben.“

Hummels nennt sich selbst Motzki

Der 26-Jährige beteuerte, dass er lediglich auf ein taktisches Defizit hingewiesen habe. Dass sein Interview, das er sich am Mittwoch noch einmal genau angeschaut habe, eine solche Debatte ausgelöst habe, hätte er nicht erwartet: „Die Messlatte für das, was ein Skandal sein soll, ist erstaunlich niedrig geworden.“

Mit Freude habe er zur Kenntnis genommen, dass zuvor auch Joachim Löw seine Äußerungen als völlig normal dargestellt habe. „Er hat nicht einzelne Spieler kritisiert. Es ist seine Aufgabe als Kapitän, einige Dinge anzusprechen und mal Klartext zu reden. Er hat als Kapitän das Recht, gewisse Dinge anzusprechen und seinen Unmut und seine Unzufriedenheit zu äußern“, hatte der Bundestrainer betont.

Hummels selbst hatte bereits am Vormittag das leidige Thema „auf seine eigene ironische Art“ zu den Akten gelegt. Bei Twitter hatte er ein Bild aus dem Flugzeug, mit dem die deutsche Nationalmannschaft am Mittwoch von Frankfurt/Main nach Dublin zum EM-Qualifikationsspiele gegen Irland am Donnerstag (20.45/RTL) geflogen war, gepostet, auf dem er neben BVB-Mannschaftskollege Ilkay Gündogan sitzt. Dazu schrieb Hummels: „With @Guendogan08 on the way to Ireland! #motzki“.

Gespräch mit Watzke steht noch aus

Gündogan antwortete: „With #Motzki on the way to Ireland“, twitterte der Mittelfeldspieler. Dass er nun auf einer Stufe mit Münchens Sportvorstand Matthias Sammer, der seit seiner Zeit als Spieler, BVB-Trainer und -Sportdirektor wegen seiner aufbrausenden Art den Spitznamen Motzki am Borsigplatz trug, steht, sei ihm nicht bewusst gewesen, sagte Hummels. Der Dortmunder Spielführer sagte zudem, dass es noch kein Gespräch mit den Dortmunder Verantwortlichen gegeben habe, die er mit seinen Aussagen offenbar brüskiert hat.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte auf Hummels’ Kollegenschelte am Dienstag mit Kritik reagiert. „Ich halte ganz viel davon – und ich hoffe, dass auch Mats das irgendwann so hält – dass wir diese Dinge intern aufarbeiten“, sagte Watzke bei Sport1 und fügte an: „Was ich Mats zu sagen habe, werde ich ihm persönlich sagen. Und wir müssen sicherlich mal reden.“

Schon nach den Bundesligaspielen bei 1899 Hoffenheim (1:1) und gegen Aufsteiger Darmstadt 98 (2:2) hatte Hummels vor laufenden Kameras kritische Worte gefunden, was bei Sportdirektor Michael Zorc auf wenig Verständnis gestoßen war: „Ich wäre froh, wenn Mats als Kapitän mit gutem Beispiel vorangehen würde, auch was die Kategorie Selbstkritik angeht.“