Pressestimmen

„Marsmensch Lewandowski“: Die ganze Welt huldigt dem Stürmer

Selbst die Schiedsrichter scheinen dem Torjäger nach dem Spiel zu den fünf Toren gratuliert zu haben

Selbst die Schiedsrichter scheinen dem Torjäger nach dem Spiel zu den fünf Toren gratuliert zu haben

Foto: Alex Grimm / Bongarts/Getty Images

„Wahnsinn“, „historisch“, "unglaublich": Nicht nur die internationale Presse lobt Torjäger Robert Lewandowski vom FC Bayern München.

München/Hamburg.  Nicht nur seine Mitspielern und die Fans im Stadion feiern den Rekord-Torschützen Robert Lewandowski. Auch in der internationalen Presse wird der Stürmer des FC Bayern München mit Lobeshymnen überschüttet. Nach seiner Einwechslung im Spiel gegen den Pokalsieger VfL Wolfsburg am Dienstagabend erzielte der polnische Nationalspieler fünf Tore in neuen Minuten.

So schreibt "BBC" aus England beispielsweise: „High Five! Lewandowski macht mehr Tore als Liverpool und Rooney.“ Die „Daily Mail“ stellt vor allem die Rekordzeit noch einmal in den Mittelpunkt: „51, 52, 55, 57 und 60. Lewandowski kommt von der Bank und macht FÜNF Tore in NEUN Minuten im Bayern-Wahnsinn.“ Und auch „The Telegraph“ zieht ehrfürchtig den Hut: „Eine der unglaublichsten Leistungen überhaupt“.

Aus Spanien heißt es von der „Marca“ zu Lewandowski: „Ein Gigant namens Lewandowski.“ Die „Sport“ und „AS“ titeln fast einheitlich: „Historischer Lewandowski: Fünf Tore in neun Minuten!“ und „Eine Werkschau von Lewandowski: Fünf Tore in neun Minuten.

"El Mundo Deportivo" konzentrierte sich auf die Reaktion des Trainers: „Lewandowski schießt fünf Tore in neun Minuten und bringt Guardiola zum Ausflippen.

Die Presse aus Italien zweifelt an der Erdenzugehörigkeit des polnischen Stürmers. So titelt die „Gazzetta dello Sport“: „Marsmensch Lewandowski“. Die „Tuttosport“ schreibt: „Unglaublicher Lewandowski.“ Auch die „Corriere dello Sport“ konzentriert sich auf die Fakten: „Lewandowski-Show mit fünf Toren in neun Minuten.“ Dem schließt sich auch „L’Equipe“ aus Frankreich an: „Lewandowski, fünf Tore in neun Minuten!

Aus Lewandowskis Heimat kommt ebenfalls viel Lob. So schreibt die polnische „Fakt“: „Lewy geht in die Geschichte ein. Eine lange Liste an Rekorden ist gebrochen.“ Die „Gazeta Wyborcza“ schreibt ebenfalls vom Rekord: „Fünf Tore in neun Minuten - Rekord!“ Bei „Gazeta Poznanska“ ist nicht Guardiola ausgeflippt, sondern das Internet: „Lewandowski und seine fünf Tore in neun Minuten. Das Internet ist ausgeflippt.“ Und „Super Express“ bringt es auf den Punkt: „Es war der Wahnsinn!

Aus der Schweiz kommt vom „Blick“ der „Lewandowski-Wahnsinn!“ Die österreichische „Krone“ titelt: „Fünferpack! Lewandowski völlig außer Rand und Band!

"Wie Gerd Müller"

Es sei ja fast „wie früher bei Gerd Müller gewesen“, sagte Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge, „er stand immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ Der „Bomber“ hat es zwar auf viermal fünf Treffer in einem Bundesliga-Spiel gebracht, aber nie so schnell.

Das Verrückte: In der 68. und 80. Minute besaß Lewandowski zwei weitere Großchancen, doch den Rekord von Dieter Müller von sechs Treffern in einem Spiel (17. August 1977 beim 7:2 des 1. FC Köln gegen Werder Bremen) verfehlte der Pole. Was Philipp Lahm zu der scherzhaften Bemerkung veranlasste: „Da muss man kritisch bleiben. Er hätte ja mit sieben heimgehen können.“

Dieter Müller gerät ins Schwitzen wegen Rekords

Rekordhalter Dieter Müller ist bei Robert Lewandowskis Fünf-Tore-Gala nach eigenen Angaben ganz schön ins Schwitzen gekommen. "Ich habe schon sehr gezittert, da ging der Puls hoch. Normalerweise macht er das sechste, aber es sollte nicht sein", sagte der 61 Jahre alte Ex-Nationalspieler, dem vor 38 Jahren im Trikot des 1. FC Köln gegen Werder Bremen sechs Tore gelungen waren.

Müller sei "ja auch ein Stück weit stolz auf meinen Rekord, das ist schon etwas Außergewöhnliches", sagte er: "Aber auch meine Frau hat gesagt: Wenn es so sein soll, ist es so. Alles im Leben ist Bestimmung, so einfach sehe ich das."

Seine Bestmarke vom 17. August 1977 (7:2 gegen Werder Bremen) sieht der frühere Stürmer, der heute eine Fußballschule leitet, weiterhin in Gefahr. "Früher haben mir alle gesagt, der Rekord wäre für die Ewigkeit", sagte Müller: "Aber jetzt müssen wir abwarten. Der Thomas Müller wäre vielleicht auch mal in der Lage dazu, ich traue ihm das zu. Ich habe immer gesagt, es kann nur einer von den Bayern sein. Die haben eine außergewöhnliche Mannschaft."

„Ich weiß nicht, ich habe keinen Grund“, gab Guardiola zu, als er erläutern sollte, was nach der ersten mäßigen Halbzeit und der Einwechslung von Lewandowski passierte - und den Wolfsburgern erging es nicht besser. „Ich habe keine Erklärung“, sagte der zunächst starke Julian Draxler. „Nach dem 1:1 waren wir geschockt, ich weiß auch nicht, was in diesen neun Minuten passiert ist“, ergänzte Caligiuri.

Neben den Zeitungen und die Stimmen nach dem Spiel haben auch zahlreiche Prominente via twitter ihre Reaktionen veröffentlicht. Und auch der Torschütze selbst twitterte zwei Fotos.

Teamkollege Jerome Boateng lernte noch schnell polnisch:

Thomas Müller postete ein Foto mit "dem Mann seiner schlaflosen Nächte":

WM-Siegtorschütze und Mannschaftkollege Mario Götze twitterte:

Teamkollege David Alaba, war wohl froh, nicht auf der anderen Seite in der Abwehr zu stehen:

Auch Teamkollege Arturo Vidal gratulierte:

Aber auch von den Konkurrenten gab es viel Lob, wie etwa von Dortmunds Verteidiger Mats Hummels:

Die englische Fußball-Legende Gary Lineker twitterte:

NBA-Superstar Dirk Nowitzki konnte es auch nicht so recht glauben:

Und Julian Reus (Leichtathlet, deutscher Rekordhalter über 100 m) hatte im Urlaub offenbar keine Möglichkeit das Spiel zu verfolgen: