Nachspiel

Schwimm-WM: Das Mädchen aus Bahrain

Andreas Hardt

Andreas Hardt

Foto: Klaus Bodig

Alzain Tareq ist zehn Jahre alt - und wird am Freitag für ihre Nation Bahrain an der Schwimm-WM in Kasan teilnehmen. Ein Kommentar.

Alzain Tareq trainiert angeblich zweimal am Tag. Sie betreibt ihren Sport seit sechs Jahren, nimmt seit vier Jahren regelmäßig an Wettkämpfen teil. Sie ist die Beste ihres Landes und startet deshalb bei den Schwimmweltmeisterschaften in Kasan. Alzain Tareq ist zehn Jahre alt.

Sie stammt aus Bahrain und wird am Freitag die jüngste Teilnehmerin an einer Schwimm-WM jemals werden. Und die Frage stellt sich natürlich: Was soll das? Sollte sie nicht auf den Spielplatz gehen, statt Leistungssport bei einer WM zu betreiben?

Neben Tareq waren in Kasan auch eine Zwölfjährige aus Ghana am Start und ein ebenso alter Junge aus Myanmar. Kinder – allein das Verantwortungsbewusstsein der Erziehungsberechtigten ist für ihr Wohl entscheidend. Wünschen wir ihnen viel Glück.

Denn es ist doch klar: Wer in den meisten Sportarten erfolgreich sein will, muss bereits als Kind sehr hart trainieren. Man frage mal nach bei Tennisspielern, Turnern oder Schwimmern. Nur dass uns die auch hierzulande gequälten Kinderseelen selten bekannt werden, eben weil sie nicht öffentlich auftreten.

Alzain Tareq schwimmt und geht zur Schule, wo Mathematik ihr Lieblingsfach ist. Ein sportliches, unterrichtetes Mädchen aus einem Land, in dem immer noch alltäglich gegen die Menschenrechte von Frauen und Kindern verstoßen wird. Vielleicht ist Alzain Tareq schon viel mehr als nur die jüngste Teilnehmerin an einer Schwimm-WM.