Tour de France

Martin in Hamburg operiert – was passiert mit Gelbem Trikot?

Mit letzter Kraft passierte Tony Martin die Ziellinie der gestrigen Etappe. An ein Weitermachen bei der Tour war allerdings nicht zu denken

Mit letzter Kraft passierte Tony Martin die Ziellinie der gestrigen Etappe. An ein Weitermachen bei der Tour war allerdings nicht zu denken

Foto: BernardPapon / WITTERS

Der deutsche Tour-Spitzenreiter Tony Martin musste nach seiner schweren Verletzung aussteigen. Wer trägt nun das Gelbe Trikot?

Livarot/Hamburg. Tony Martin ist in der Nacht im Berufsgenossenschafts-Krankenhaus in Hamburg ("Boberg"), erfolgreich operiert worden. In sein gebrochenes linkes Schlüsselbein wurde eine Titanplatte als Fixierung gesetzt. Das teilte Helge Riepenhof, der Arzt des Etixx-Quick-Step-Teams am Freitag mit. „Die etwa zweistündige OP ist gut verlaufen, Tony schläft jetzt“, sagte Riepenhof am Freitag am Startort der siebten Etappe der Tour de France in Livarot.

„Wenn sich keine Infektion bildet, kann er nach einer gewissen Beobachtungszeit im Krankenhaus in einer Woche schon wieder auf der Rolle trainieren und in etwa sechs Wochen wieder Rennen fahren“, sagte Riepenhof Martin, der sich bei seinem Sturz knapp 1000 Meter vor dem Ziel in Le Harve einen offenen Schlüsselbeinbruch zugezogen hatte und die Tour im Gelben Trikot aufgegeben musste, erhalte Antibiotika gegen die Infektionsgefahr.

Erinnerung an Tyler Hamilton kommen hoch

Der Spezialist Philipp Inden operierte rund zwei Stunden. „Das Schlüsselbein war ganz schön zerbröselt. Eine spezielle Titanplatte, die nach etwa sechs Wochen wieder entfernt wird, fixiert den Bruch“, erklärte Riepenhof, der in Pont-L’Eveque von seinem Arbeitgeber in Hamburg immer über den aktuellsten Stand informiert wurde.

Martins schwere Verletzung weckte Erinnerungen an den ehemaligen Radprofi Tyler Hamilton. Der US-Amerikaner stürzte auf der ersten Etappe der Frankreich-Rundfahrt 2003 und zog sich ebenfalls einen Schlüsselbeinbruch zu, um anschließend ein Meisterwerk abzuliefern. Er gewann nicht nur eine Bergetappe, sondern sicherte sich auch Platz vier im Gesamtklassement. Ein Jahr später wurde Hamilton jedoch des Dopings überführt.

Froome verzichtet aus Respekt auf Gelb

Neuer Spitzenreiter der 102. Tour ist der Brite Chris Froome, der die Frankreich-Rundfahrt 2013 gewann. Der Sky-Kapitän twitterte am Freitag, dass er aus Respekt vor dem verletzten Martin am Freitag darauf verzichten wird, das Gelbe Trikot auf der siebten Etappe zu tragen.

(dpa/wal)