Fußball-Ticker

Wettbewerbsverzerrung? Dufner und Allofs erheben Vorwürfe

Der Bremer Schiedsrichter Peter Gagelmann hier mit Bayern-Trainer Pep Guardiola

Der Bremer Schiedsrichter Peter Gagelmann hier mit Bayern-Trainer Pep Guardiola

Foto: Witters

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Kritik an Bayern-Spielweise

19:45 Uhr: Das Auftreten und die Niederlagen-Serie des FC Bayern München sorgen in der Endphase der Fußball-Bundesliga für Ärger. Den Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung erhoben am Wochenende Wolfsburgs Manager Klaus Allofs und Hannovers Sportdirektor Dirk Dufner. „Bisher waren die Bayern ein Vorbild was Professionalität angeht, aber diese Professionalität sieht man in den letzten Wochen nicht“, klagte Allofs am Sonntag bei Sport1. „Ich bin sehr enttäuscht darüber, wie sie die Punkte zuletzt teilweise hergeschenkt haben oder unter ihren Möglichkeiten geblieben sind. Ich verstehe schon, dass einige Clubs mächtig sauer sind.“

Den Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung durch die Bayern hatte am Abend zuvor auch Abstiegskandidat Hannover 96 erhoben, der im Gegensatz zum VfL Wolfsburg direkt betroffen ist. „In der Regel werden in der Liga alle von den Bayern hingerichtet, plötzlich ist es anders“, sagte Dufner und fügte sarkastisch an: „Möglicherweise stellen bald vier oder fünf Vereine den Antrag, gegen die Bayern nur in den letzten Spielen zu spielen.“ Für Hannover hat die Bayern-Niederlage Auswirkungen. Hätte der deutsche Meister nicht durch ein Tor in der Schlussphase verloren, hätte 96 am letzten Spieltag schon ein Unentschieden gegen Freiburg zum Klassenerhalt gereicht.

Basel zum sechsten Mal in Serie Meister

19:07 Uhr: Der FC Basel hat sich drei Spieltage vor Schluss der Schweizer Fußballmeisterschaft den Titel gesichert. Der Mannschaft von Paulo Sousa reichte am Sonntag ein 0:0 zuhause gegen Young Boys Bern. Mit elf Punkten Vorsprung in der Tabelle ist Basel bei drei noch ausstehenden Partien nicht mehr einzuholen. Für den FC ist es der 18. Meistertitel insgesamt und zum sechsten Mal nacheinander. Bern sicherte sich Platz zwei.

Zenit vorzeitig Meister

18:12 Uhr: Zenit St. Petersburg feiert seinen vierten russischen Fußballmeistertitel. Das 1:1 beim FC Ufa genügte am drittletzten Spieltag in der russischen Premier League. Der Brasilianer Hulk traf am Sonntag in der 32. Minute zur Führung, der Ausgleich durch Haris Handzic (87.) tat den Schützlingen des portugiesischen Trainer André Villas-Boas nicht mehr weh. Tabellenführer Zenit liegt mit 64 Punkten und der klar besten Tordifferenz uneinholbar vor den Verfolgern. Für Zenit ist es der erste Meistertitel seit 2012. Die Petersburger waren auch 2007 und 2010 russischer Champion. 1984 wurden sie sowjetischer Meister.

Barcelona lädt Pep nach Berlin ein

14:47 Uhr: Der FC Barcelona hat vier seiner Ex-Trainer zum Champions-League-Finale gegen Juventus Turin am 6. Juni nach Berlin eingeladen. Neben dem aktuellen Bayern-Coach Pep Guardiola haben auch Terry Venables, Johan Cruyff und Frank Rijkaard eine Nachricht der Katalanen erhalten, teilte Vereinsvizepräsident Jordi Cardoner laut Medienberichten vom Samstag mit. Es handele sich um die vier noch lebenden Trainer, die mit Barcelona ein Endspiel der Fußball-Königsklasse bestritten hätten, hieß es. Man wolle auch einige frühere Spieler von Barça nach Berlin einladen, Namen könne man aber noch nicht nennen, so Cardoner.

De Bruyne für Allofs "unverkäuflich"

13.59 Uhr: Manager Klaus Allofs von VfL Wolfsburg hat einen Verkauf von Mittelfeldstar Kevin de Bruyne in der Sommerpause so gut wie ausgeschlossen. "Ich würde ihn als unverkäuflich bezeichnen zum jetzigen Zeitpunkt. Ich rede davon, was die Aussichten für die neue Saison angeht", sagte Allofs in der Sport1-Sendung Doppelpass am Sonntag: "Ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass er auch im nächsten Jahr bei uns spielen wird."

Was danach passieren werde, könne er allerdings nicht vorhersagen. "Er hat einen Vertrag bis 2019. Aber im Fußball entwickeln sich die Dinge wirklich so rasant", sagte Allofs. De Bruyne selbst war nach dem 2:1-Erfolg der Wölfe gegen Borussia Dortmund am Sonnabend nicht so deutlich geworden. "Wir sehen in den nächsten Wochen, was passiert", sagte der Belgier, um den sich seit längerem Wechselgerüchte ranken.

Um de Bruyne, mit bereits 22 Vorlagen in dieser Saison Bundesliga-Rekordhalter, zum bleiben zu bewegen, ist für Allofs aber nicht nur eine ins Spiel gebrachte Gehaltserhöhung notwendig. "Es wird ganz entscheidend davon abhängen, wie wir uns als Verein, als Mannschaft weiterentwickeln", sagte er: "Ob wir uns in der Champions League gut präsentieren. Ob wir im nächsten Jahr wieder gut mitspielen. Das ist die Voraussetzung für diese guten Spieler, bei uns zu bleiben."

Dagegen ist eine Verlängerung mit Trainer Dieter Hecking wohl nur eine Frage der Zeit. "Er hat Vertrag bis 2016. Wir haben das Thema schon in einem Vier-Augen-Gespräch besprochen. Dieter Hecking hat einen großen Anteil daran, dass wir so erfolgreich sind", sagte Allofs: "Er passt wunderbar hier hin. Ich glaube, wir werden über 2016 hinaus zusammenarbeiten."

Doping im englischen Fußball

13:39 Uhr: Der englische Fußball wird von einem neuerlichen Dopingfall erschüttert. Bei Jose Baxter vom Zweitligisten Sheffield United ist bei einer Routinekontrolle durch den englischen Verband FA eine nicht näher genannte verbotene Substanz festgestellt worden. Dies teilte der Klub mit, der ehemalige Junioren-Nationalspieler Baxter (23) wurde vorerst freigestellt. Der Mittelfeldspieler hatte keine Erklärung für den positiven Befund.

Erst am Freitag hatte es in England einen ähnlichen Fall gegeben. Jake Livermore (25) vom Erstligisten Hull City wurde von der FA nach einem angeblich positiven Test auf Kokain suspendiert. Auch der Klub stellte den Mittelfeldspieler frei, allerdings ohne den Dopingtest zu bestätigen. "Nach der Sperre der FA hat auch der Verein Jake Livermore unter Vorbehalt weiterer Untersuchungen der FA und unserer eigenen internen disziplinarischen Nachforschungen suspendiert", hieß es in einer Stellungnahme.

Paris Saint-Germain ist Meister – und der Scheich unzufrieden

12.53 Uhr: Dank des Geldes aus Katar ist Paris Saint-Germain zum dritten Mal in Serie französischer Meister geworden. Das Team um Zlatan Ibrahimovic feierte standesgemäß mit Champagner. Nach dem 2:1-Sieg beim HSC Montpellier übergoss Blaise Matuidi seinen Coach Laurent Blanc in der Kabine mit dem edlen Getränk. Dass der Erfolg für die Ölscheichs aus Katar, die im Verein seit 2011 das Sagen haben, in Wirklichkeit nur ein Trostpreis ist, machte Clubboss Nasser Al-Khelaifi klar: „Das war toll. Aber nun müssen wir für nächste Saison planen und überlegen, wie wir unser großes Ziel, den Gewinn der Champions League, erreichen“, sagte er schon wenige Minuten nach dem Abpfiff. Nach Angaben von „Le Monde“ will PSG dazu den Saisonetat von knapp 500 auf 530 Millionen Euro erhöhen.

Pep Guardiola mit Sprachproblemen?

12.26 Uhr: Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Sportvorstand Matthias Sammer wollen Pep Guardiola beim FC Bayern München halten. "Ich wünsche mir, dass er bleibt", sagte Rummenigge in der "Süddeutschen Zeitung". Kritik an Guardiola nach dem Aus in Europas Königsklasse gegen den FC Barcelona (0:3 und 3:2) wies der 59-Jährige kategorisch zurück: Auch Sammer lobte Guardiolas Arbeit im ZDF: "Er ist ein Segen für den deutschen Fußball, nicht nur für Bayern München, sondern auch für die Nationalmannschaft. Die Spieler arbeiten sehr gerne mit diesem Trainer. Er ist etwas Besonderes." Ottmar Hitzfeld warnte in der "Bild am Sonntag" aber: "Er hat seine klaren Vorstellungen, aber es ist nicht leicht, sie in einer fremden Sprache in die richtigen Worte zu kleiden. Das kann eine Entwicklung verzögern."

Hannover 96 taucht ab

12.17 Uhr: Hannover 96 zieht erneut ins Kloster. Der abstiegsbedrohte Bundesligist will sich von Mittwoch bis Freitag in Ruhe auf das letzte Saisonspiel gegen den SC Freiburg vorbereiten. Dazu reist Hannover ins Kurz-Trainingslager in Harsewinkel-Marienfeld. Bereits vor dem Spiel gegen Werder Bremen hatte 96 ein dreitägiges Trainingscamp im Hotel „Klosterpforte“ absolviert.

Steven Gerrard geht unter Tränen

12.03 Uhr: Für seinen letzten großen Auftritt an der Anfield Road hatte sich Steven Gerrard moralische Unterstützung geholt. Gemeinsam mit seinen drei Töchtern Lilly-Ella, Lexie und Lourdes schritt der Kapitän des FC Liverpool zum letzten Mal auf den Rasen. „Ich habe diesen Moment immer gefürchtet, denn ich weiß, dass ich das alles so sehr vermissen werde“, sagte Gerrard ins Stadionmikrofon und kämpfte mit den Tränen. „Ich habe vor Fans überall in der Welt gespielt, aber ihr seid die Besten. Es bricht mir das Herz, nie wieder hier spielen zu können.“ Nach mehr als 25 Jahren verabschiedete sich Gerrard beim 1:3 gegen Crystal Palace als Spieler endgültig aus seinem Wohnzimmer. Im Sommer wechselt der Routinier zu Los Angeles Galaxy. 709 Partien bestritt der 34 Jahre alte Ausnahmefußballer in 17 Profijahren für die Reds. Für seine einzige sportliche Liebe erzielte die Vereinsikone 185 Tore.

Ex-HSV-Profi Berisha Meister in Australien

11.48 Uhr: Der frühere Hamburger Fußball-Profi Besart Berisha hat Melbourne Victory zum dritten Titelgewinn in der australischen Fußball-Meisterschaft geführt. Das Team, in dem auch Matthieu Delpierre (Stuttgart, Hoffenheim) spielt, setzte sich am Sonntag im Grand Final der A-League in Melbourne mit 3:0 (1:0) gegen den Sydney FC um den österreichischen Torschützenkönig Marc Janko durch. Vor 29.843 Zuschauern läutete der Albaner Berisha, der von 2005 bis 2007 beim HSV unter Vertrag stand, in der 33. Minute den überlegenen Sieg seiner Mannschaft ein. Stürmerkollege Kosta Barbarouses (83.) und Mittelfeldakteur Leigh Broxham (90.) machten kurz vor dem Abpfiff alles klar.

Miroslav Klose schielt weiter auf die Champions League

11.23 Uhr: Weltmeister Miroslav Klose und Lazio Rom dürfen weiter auf die direkte Qualifikation für die Champions League hoffen. Am drittletzten Spieltag der Serie A gewannen die Römer bei Sampdoria Genua mit 1:0 und schoben sich mit 66 Punkten auf den zweiten Tabellenplatz vor. "Lazio schafft die Auferstehung in einer Phase der Meisterschaft, in der das Verpassen des Champions-League-Tickets schon unabwendbar schien", kommentierte die "Gazzetta dello Sport". Den Treffer für Lazio erzielte Innenverteidiger Santiago Gentiletti in der 61. Minute. Klose stand in der Startelf, konnte aber keine großen Akzente setzen und verpasste sein 13. Saisontor. In der 70. Minute wurde der 36-Jährige gegen Filip Djordjevic ausgewechselt. Der Serbe war Klose in der laufenden Saison bis zu seinem Knöchelbruch Ende Januar als Stürmer Nummer eins vorgezogen worden.

Silvia Neid startet ihre letzte WM-Mission

10.37 Uhr: Lira Alushi ist schwanger, Simone Laudehr am Knie verletzt und Nadine Angerer auf dem Sprung in die Rente. Zum Start in die heiße Vorbereitungsphase auf die Mission dritter WM-Stern an diesem Montag hätte sich Bundestrainerin Silvia Neid sicher etwas weniger Wirbel gewünscht. Mit dem zehntägigen Trainingslager in Feusisberg/Schweiz beginnt für die 50-Jährige die letzte WM-Reise, die möglichst mit dem dritten WM-Triumph nach 2003 und 2007 enden soll. Neid hatte schon vor Wochen ihren Rücktritt im Sommer 2016 angekündigt. Als Minimalziel hat sie die Qualifikation für Olympia ausgegeben. Dafür muss die DFB-Auswahl, die 2012 in London nicht dabei war, zu den besten drei Teams aus Europa gehören.

Kevin De Bruyne mit neuem Bundesliga-Rekord

9.27 Uhr: Schon in der ersten Minute im Spiel gegen Borussia Dortmund feierte Kevin De Bruyne einen Bundesliga-Rekord. Mit einem exakten Pass bereitete der Spielmacher des VfL Wolfsburg den Treffer von Daniel Caligiuri vor und lieferte damit die 21. Tor-Vorlage der Saison – mehr als Zvjezdan Misimovic in der Wolfsburger Meistersaison 2008/09. „Ja, das macht Spaß“, sagte der wieder einmal überragende De Bruyne: „Das ist schön für mich und für die Mannschaft, so etwas zu erreichen.“ Im letzten Punktspiel in Köln kann der Belgier den Rekordwert noch weiter verbessern. (dpa/sid)