Menschlich gesehen

Der Rudercoach

Stephan Froelke, 33, Hamburgs Trainer des Jahres 2014, ist für einen Ruderlehrer ganz schön verschlagen. Als smarter Leadsänger seiner Rock-und-Pop-Schülerband Mustard-X war er einst in den 2000er-Jahren eine lokale Größe in Lübeck. „Unser Highlight war ein Auftritt als Vorband von Silbermond im Stadtpark“, erinnert sich Stephan „Fun Fun“ Froelke.

Der sehr erfolgreiche, eher unorthodoxe Juniorencoach der Rudergesellschaft Hansa an der Außenalster wohnt in einer Vier-Männer-WG nahe dem Fernsehturm und ist aktuell Single; 20 Wochenstunden Uni und 30 Stunden Training ließen sich mit einer Familie schlecht vereinbaren, weiß der angehende Berufsschullehrer für Hotel- und Gastronomieberufe.

Neben seiner Passion für deutsche Popmusik, die er über sein Megafon schon mal seinen Schülern auf dem Wasser zumutet, ist er überzeugter Fahrer eines sehr gebrauchten Smart. Deshalb ist klar, wie er sein Preisgeld der Trainerehrung investiert – 2500 Euro fließen in seine Tasche, 1000 an seinen Verein. „Mein Smart bekommt eine Aufmotzung“, sagt er. Seine Schützlinge unken bereits, dass Froelke dann ja nicht mehr zu spät kommen müsse. Sein Musterschüler Tim Ole Naske, der mit ihm im Sommer U19-Weltmeister im Einer wurde, verrät: „Wir haben ihm für jedes Mal, das er pünktlich kommt, einen Snickers-Riegel geboten. Er bekam sehr selten einen.“

( (ira) )

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