Bundesliga

„Asozial“: BVB-Boss Watzke schämt sich für Randale

Das 143. Revierderby zwischen Schalke und Dortmund wird ein Nachspiel haben. Bengalos flogen, neun Fans wurden verhaftet. Aber selbst die Polizei wiegelt ab.

Hamburg/Dortmund. Nach dem hitzigen Revier-Derby zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund (1:3) hat selbst die Polizei die Gemüter beschwichtigt. Zwar wurden fünf Fans verhaftet, vier in Gewahrsam genommen, es gab Randale an mehreren Bahnhöfen, und das Spiel konnte erst mit Verspätung angepfiffen werden. Aber für ein Derby war es insgesamt nicht so schlimm, sagte ein Polizeisprecher in Gelsenkirchen.

Aber weil im Gäste-Fanblock kurz vor dem Anpfiff Feuerwerkskörper gezündet und teilweise in die Zuschauerränge geworfen wurden, sprach BVB-Boss Hans-Joachim Watzke von „asozialem Verhalten“ einiger Anhänger. „Darüber sind wir sehr unglücklich. Es sind einige wenige, die von einer etwas größeren Menge geschützt werden. Sie können sicher sein, dass wir das nicht hinnehmen werden.“

Schalkes Manager Horst Heldt sprach von einer „neuen Qualität, wenn Bengalos auf gegnerische Fans geschossen werden“.

Die Abreise der Anhänger zurück nach Dortmund sei, so die Polizei, weitgehend störungsfrei verlaufen. „Lediglich drei Busse der Bogestra wurden beschädigt“, erklärte ein Polizeisprecher. Die Schuldigen im Stadion zu ermitteln sei schwierig. Die BVB-Anhänger waren überwiegend stark vermummt.

Im 143. Revierderby siegte der BVB durch Tore von Pierre-Emerick Aubameyang (14.), Nuri Sahin (51.) und Jakub Blaszczykowski (74.) verdient mit 3:1 (1:0). Max Meyer hatte vor 61.673 Fans in der ausverkauften Veltins-Arena mit dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer zum 1:2 in der 63. Minute noch einmal für Spannung gesorgt, ehe der ebenfalls eingewechselte Pole Blaszczykowski nach einem BVB-Konter alles klar machte.

„Es war ein super intensives Spiel, eben so, wie ein Derby sein muss“, sagte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp, dessen Elf nach anstrengenden Tagen auch nicht mehr frisch wirkte. Sein Kollege Jens Keller haderte vor allem mit dem verschossenen Elfmeter von Kevin-Prince Boateng, der in der 30. Minute beim Stand von 0:1 die Chance zum Ausgleich vergeben hatte.

„Und wir hatten zu viele Ballverluste in der Vorwärtsbewegung“, sagte Keller. Boateng scheiterte vom Punkt an seinem ehemaligen BVB-Teamkollegen Roman Weidenfeller, der die Ecke ahnte. „Ich war mir eigentlich sicher, dass ich ihn reinmache. Deshalb habe ich die Verantwortung übernommen“, sagte Boateng.

Keller hatte sein Team defensiver ausgerichtet als beim 0:3 in der Champions League gegen Chelsea am Dienstag. Jungstar Meyer musste zunächst auf die Bank, erzielte nach seiner Hereinnahme später aber sein drittes Bundesligator in Serie. Der BVB trat nach dem 2:1 beim FC Arsenal selbstbewusst und souverän auf, ohne aber zu glänzen. Insbesondere nach Meyers 1:2 musste Klopp noch zittern. „Er hat bei uns richtig Betrieb gemacht und uns vor Probleme gestellt“, gestand Klopp.