Sportstars in Hamburg

Ein Mann, ein Preis - und eine Gala für Harting

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Janina Darm

700 Gäste aus Sport, Politik, Medien und Wirtschaft feierten gestern Abend bei den "Sport Bild" Awards in der Fischauktionshalle die Gewinner des Jahres.

Hamburg. Sein Hemd hat er ausnahmsweise nicht zerrissen. Diskus-Olympiasieger Robert Harting , 27, der sich nach erfolgreichen Wettkämpfen in der Manier des Superhelden Hulk gerne mal seines Shirts entledigt, feierte seine Auszeichnung bei den "Sport Bild" Awards am Montagabend in der Hamburger Fischauktionshalle etwas gemäßigter als noch in London. Der Olympiasieger, der mit dem "Sonderpreis der Chefredaktion" ausgezeichnet wurde, hatte allerdings für die Kleiderordnung nichts übrig und trat im grünen T-Shirt und Jeans auf. Es sei "eine Ehre", bekannte der Berliner, "ich freue mich sehr über diesen Preis." Harting kündigte an, dass er auch 2016 in Rio de Janeiro bei Olympia starten will.

Innerhalb nur eines Jahres hatte Harting Gold bei der Europameisterschaft in Helsinki, bei der Weltmeisterschaft in Daegu (Südkorea) und bei den Olympischen Spielen in London gewonnen. Von rund 700 Gästen aus Sport, Medien, Wirtschaft und Politik gab es großen Applaus, als Deutschlands Leichtathletikstar die Bühne betrat. Im Publikum saßen unter vielen anderen ARD-Moderatorin Monica Lierhaus, Nationalelf-Manager Oliver Bierhoff, der Präsident der Deutschen Fußball-Liga (DFL) Reinhard Rauball, Sportbund-Präsident Thomas Bach, Boxweltmeister Wladimir Klitschko, die Beachvolleyball-Olympiasieger Julius Brink und Jonas Reckermann sowie der frühere HSV-Trainer Thomas Doll, der sagte: "Die Veranstaltung ist immer etwas Besonderes. Ich freue mich, hier viele alte Weggefährten zu treffen."

"Sport Bild"-Chefredakteur Matthias Brügelmann führte gemeinsam mit Sat.1-Moderatorin Andrea Kaiser durch den Abend. "Im vergangenen Sportjahr haben uns viele starke Menschen und bewegende Auftritte beeindruckt", betonte Brügelmann, "diese wollen wir heute würdigen."

Neben Diskusheld Harting wurden unter anderem "Social-Media-Vorbild" Boris Becker, 44, Borussia Dortmunds Erfolgtrainer und "Star des Jahres" Jürgen Klopp, 45, sowie Turner und "Aufsteiger des Jahres" Marcel Nguyen, 24, ausgezeichnet, der bei den Sommerspielen in London überraschend Silber im Mehrkampf und am Barren gewann.

Freuen konnten sich trotz des verpatzten Saisonstarts in der Fußball-Bundesliga zudem die Fans des Hamburger SV. Dafür, dass sie in der vergangenen Saison mit einer beeindruckenden Choreografie und der Botschaft "Wir für euch - ihr für uns" hinter dem vom Abstieg bedrohten Verein standen, erhielten die treuesten HSV-Anhänger den Award für die "Fanaktion des Jahres". Auch Trainer Thorsten Fink bedankte sich noch einmal ausführlich für die Unterstützung der Anhänger. Eine Selbstverständlichkeit sei das nicht, betonte Fink, "wir haben in der vergangenen Saison zusammengehalten, deswegen sind die anderen abgestiegen und nicht wir".

Den wohl ergreifendsten Moment des Abends bescherte allerdings ein anderer Preisträger. Der an Demenz erkrankte ehemalige Schalke-Manager Rudi Assauer, 68, wurde mit dem Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet. "Er bekommt diesen Preis, weil er dem deutschen Fußball so viel gegeben hat. Erst als Spieler, dann als Manager, schon immer als Mensch", erklärte Matthias Brügelmann. Auf einen Moment der Stille im Publikum folgte großer Applaus. Zur Verleihung selbst konnte Assauer nicht kommen. Ein Film erinnerte an seine Erfolge und seine Persönlichkeit.