Seriensieger Harting erstmals Europameister

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Der Hamburger Diskuswerfer Markus Münch wird im Finale bei starkem Regen Neunter

Helsinki. Als er nach schier endlosen Monologen über seinen EM-Sieg, sein Selbstbewusstsein des 70-Meter-Werfers und die olympischen Goldambitionen die ersehnte ganz andere Frage beantworten durfte, gab Robert Harting richtig Gas. "Ich sehe eben nicht gerne aus wie ein Waldesel", sagte der Europameister im Diskuswerfen, angesprochen auf seine filigrane Bartrasur und lachte lauthals. Der Welt- und Europameister wirkte in Helsinki auf dem Weg zum angestrebten Tripel ("Ich habe 365 Tage Zeit für drei Titel, das war heute der zweite. Jetzt fehlt nur noch einer") entspannt wie lange nicht. Obwohl das operierte Knie erneut Probleme macht.

"Die vier Wochen halte ich auch noch durch. Jetzt heißt es Zähne zusammenbeißen und trainieren. Nach London wird es sicher die große Lösung geben", sagte der 126-Kilo-Recke und deutete einen neuerlichen medizinischen Eingriff an. Die Operation an der Patellasehne des linken Knies im Oktober 2011 bescherte Harting nicht die ersehnte Schmerzfreiheit. Vor allem als er das harte Krafttraining intensivierte, wehrte sich das Knie, aber "ich habe gelernt, damit umzugehen. Ich werde über die Runden kommen."

Im altehrwürdigen Olympiastadion der finnischen Hauptstadt hatte der Berliner zuvor die Konkurrenz mit der ihm eigenen "Bärenstärke" regelrecht deprimiert und mit 68,30 Metern überaus souverän gewonnen. "Dabei flog selbst der 68er schlecht weg. Das hat doch jeder gesehen. Aber ich habe alle Kraft reingelegt. Jetzt muss es darum gehen, auch technisch wieder sauberer zu werfen." Für das Trio der vermeintlichen Londoner Gold-Rivalen - Olympiasieger Gerd Kanter (Estland) wurde mit fast zwei Metern Rückstand und 66,53 Metern Zweiter, Athen-Olympiasieger Virgilijus Alekna (Litauen) und Titelverteidiger Piotr Malachowski (Polen) fehlten - muss das wie eine Drohung klingen.

Der Hamburger Markus Münch (LG Wedel-Pinneberg) kam mit 61,25 Meter auf Platz neun, seine bisher beste internationale Platzierung, und verpasste den Endkampf der besten acht nur knapp. Angesichts der widrigen regnerischen Bedingungen bewertete der 26-Jährige seine Leistung als "ganz in Ordnung, aber bis Olympia auch noch stark ausbaufähig". Der rutschige Diskusring habe gerade den großen Werfern erhebliche Probleme bereitet. Münch misst 2,07 Meter.

( (dapd/HA) )