Menschlich gesehen

Zockerglück

Eine alte Zockerweisheit sagt, Kassiererinnen, die eine Brille tragen, bringen kein Glück. Karin Pfadenhauer tritt den Gegenbeweis an. Von der Lesebrille der 67-Jährigen lässt sich am Wettschalter beim Galoppderby in Horn niemand mehr schrecken.

Mit 17 war die in St. Peter-Ording geborene Pferdeliebhaberin zum ersten Mal am Toto-Stand im Einsatz. Das Schöne an der Kasse sei es, dass man den Menschen den Pferdesport "von der Pike auf" erklären könne, sagt die Rentnerin. Bis vor einem Jahr arbeitete sie auch auf der Trabrennbahn in Bahrenfeld, inzwischen widmet sie sich aber lieber ihrer zweiten großen Leidenschaft - der Politik. In ihrem Wohnort Grünendeich im Alten Land sitzt sie für die SPD im Gemeinderat.

Früher hat Karin Pfadenhauer gemeinsam mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann auf der Horner Rennbahn gearbeitet, eine Zeit lang sogar die Rennberichte verfasst. "Aber irgendwann wollte ich wieder an die Kasse", sagt sie, "ich brauche den Kontakt zu den Menschen." Und die sind ihr dankbar. Der ehemalige HSV-Trainer Georg Gawliczek hatte sie aus Dankbarkeit für einen Gewinn einmal nach Berlin eingeladen. Die höchste Summe, die die zweifache Mutter und Großmutter je einem Gewinner ausgezahlt hat, waren 100 000 Euro. Aberglaube ist hier eben doch fehl am Platz.

( (jad) )