Schach-Europameisterschaft

Hamburger Gustafsson holt mit Schach-Auswahl EM-Titel

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abendblatt.de

"Es ist wie ein Märchen": Die deutsche Herren-Auswahl holte mit dem Hamburger Jan Gustafsson in Griechenland sensationell den Sieg.

Porto Callas/Berlin. Schach-Bundestrainer Uwe Bönsch fühlte sich an die Kindheit erinnert. „Es ist wie ein Märchen“, kommentierte der Coach den sensationellen Sieg der deutschen Herren-Auswahl bei der Mannschafts-Europameisterschaft. Im griechischen Porto Callas holte das Team des Deutschen Schachbundes (DSB) mit 15 Punkten erstmals EM-Gold vor Aserbaidschan (14) und Ungarn (13).

Das DSB-Quintett bezwang im Turnierverlauf unter anderen den Olympiasieger Ukraine sowie Titelverteidiger Aserbaidschan. In der Schlussrunde schlugen die Großmeister Arkadij Naiditsch, Georg Meier, Daniel Fridman und der Hamburger Jan Gustafsson auch den hohen Favoriten Armenien am Freitagabend mit 2,5:1,5. Den Siegpunkt verbuchte der in den USA studierende Georg Meier. Rainer Buhmann komplettierte das Team.

Laut Bönsch spielte seine Mannschaft bis zuletzt voll auf Sieg. „Die Gelegenheit, EM-Gold zu gewinnen, kommt nicht so schnell wieder. Das Team bot eine geschlossene Leistung und hat die stärksten Nationen geschlagen. Davor kann man nur den Hut ziehen“, erklärte der Coach zum größten Erfolg seit dem Gewinn der Silbermedaille bei der Schach-Olympiade 2000 in Istanbul.

Der Verband hatte diesmal sein stärkstes Aufgebot entsandt, nachdem bei der Olympiade 2010 wegen finanzieller Probleme nur eine B-Mannschaft antrat. Beim neuen DSB-Präsidenten Herbert Bastian, der die verärgerten Großmeister zurück ans Brett geholt hatte, war die Freude über den unerwarteten Erfolg groß. Er erinnerte daran, dass Deutschland in diesem Jahr auch den Mitropa-Cup gewonnen hat. „Wir holten zwei wichtige Titel in einem Jahr, das gab es noch nie“, sagte Bastian.

Im Frauen-Turnier belegte die von Raj Tischbierek betreute DSB-Auswahl den achten Platz. Das entsprach nicht ganz den Erwartungen. Den Titel gewann Russland klar mit 17 Punkten vor Polen und Georgien (je 14). (dpa)

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