Boxen

Universum: Mit Auslandsmillionen zu neuem Ruhm

Gründer Klaus-Peter Kohl stellte am Dienstag den Hamburger Unternehmer Waldemar Kluch als neues Mitglied der Geschäftsführung vor.

Hamburg. Totgesagte leben länger, wohl auch der Hamburger Universum-Boxstall. Der nämlich will in den kommenden Monaten ins Rampenlicht zurück, und das mit Anlauf. Beobachter hatten zuletzt kaum Zweifel: Nach dem Ende des lukrativen TV-Vertrages mit dem ZDF und dem Verlust aller Weltmeistertitel geht der einst größte Boxstall Europas den Bach runter. „Wir haben eine milliardenschwere Investoren-Gruppe mit Verbindung zum Fernsehen“, sagt Geschäftsführer Klaus-Peter Kohl nun. Einzelheiten will er erst später nennen.

Hinter den geheimnisvollen Sponsoren soll nicht nur ein TV-Sender stehen, sondern gleich ein ganzer Pool. „Die Frage ist nicht, ob wir einen TV-Sender finden; die Frage ist, für welchen Sender wir uns entscheiden“, beteuert Waldemar Kluch. Der in Kasachstan geborene und 1971 in die Heimat seiner Vorfahren übergesiedelte Deutsche ist neuer Mitgeschäftsführer von Universum und ergänzt das bisherige Führungs-Duo Kohl und dessen Schwiegersohn Dietmar Poszwa.

In Deutschland, hauptsächlich Hamburg, sollen pro Jahr acht bis zehn Veranstaltungen stattfinden, rund zehn im Ausland. Die Investoren kommen vor allem aus Russland und Kasachstan, wo Kluch nach wie vor beste Beziehungen hat. Neben dem russischen Fernsehen soll auch das deutsche im Boot sitzen, wohl auch das chinesische.

Zum neuen Konzept gehört der Universum-Umzug vom traditionsreichen Gym an der Walddörferstraße in Hamburg ins 15 Kilometer südöstlich gelegene Sportcenter Dima in Lohbrügge am Rande Schleswig-Holsteins. Die Einrichtung auf 14 500 Quadratmetern, von der Kluch der Geschäftsführer ist, hat deutlich mehr zu bieten als das bisherige Domizil mit seinen 500 Quadratmetern. Seit 14 Tagen trainieren die Sportler dort. Die erste Veranstaltung soll am 20. August steigen.

Die Boxer erhielten eine 2500 Quadratmeter große Halle, in der nach Umbaumaßnahmen und Errichtung von Tribünen bis zu sechsmal so viele Zuschauer Platz finden wie in der alten. Einst war die Lohbrügger Halle Schauplatz von Challenger-Turnieren im Tennis. Damals wurden 2500 Besucher gezählt. Zudem verfügen die Boxer über eine weitere, 700 Quadratmeter große Trainingshalle, Fitness-Center, großzügige sanitäre und Relax-Einrichtungen, Restaurant etc.

„Universum war mal die Nummer eins. Da wollen wieder hin“, betont Kluch. Derzeit verfügt das Unternehmen über 15 Boxer. In Hoch-Zeiten waren es 60. „Wir werden uns gezielt verstärken“, kündigt Kohl an. Boxer, die das Unternehmen einst verließen, kommen zurück. „Dimitri Sartison und Vitali Tajbert sind wieder da, Trainer Magomed Schaburow auch“, berichtet Kluch. Wenn die kühnen Planspiele aufgehen, wäre das die Wiederbelebung eines im Koma liegenden Boxstalls.

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