Handball-Klubs dürfen auf neue Einnahmen hoffen

Dänisches Unternehmen kauft die Namensrechte für die Champions League

Köln. Ein gesundes Selbstbewusstsein darf man der EHF schon bescheinigen. Oder sollte der europäische Handballverband übersehen haben, dass seine Pressekonferenz hinsichtlich Tag und Ort mit einem EM-Qualifikationsspiel der deutschen Fußballer zusammenfallen würde? Wie dem auch sei, es waren bemerkenswerte Neuigkeiten, die Generalsekretär Michael Wiederer gestern im Kölner Maritim-Hotel zu verkünden hatte. Ab dieser Saison nämlich trägt die Champions League der Männer offiziell Velux als Vornamen. Der dänische Fensterspezialist, einst beim HSV Hamburg engagiert, lässt sich das Titelsponsoring für drei Jahre angeblich sechs Millionen Euro kosten.

Von einem "Meilenstein" sprach Peter Vargo, Chef der veranstaltenden EHF Marketing. Der Vertrag, der auch die Namensrechte am Final-Four-Turnier umfasst, sei "der Beginn einer neuen Ära". Für einige Klubs ist es freilich auch der Beginn neuen Ärgers - sie hatten die Werbeflächen bereits anderweitig verkauft. "Wir müssen zusehen, wie wir das lösen", sagte Thorsten Storm, Manager der Rhein-Neckar Löwen.

Im Übrigen bescheinigte er der EHF Marketing "einen guten Job", und auch HSV-Geschäftsstellenleiter Christoph Wendt zeigte sich zufrieden. Mindestens 3,03 Millionen Euro Preisgeld werden am Ende an die 24 beteiligten Klubs ausgeschüttet, allein dem Sieger sind bis zu 500 000 Euro garantiert. Hinzu kommt ein "signifikanter Betrag", den Vargo den Vereinen als Teilhabe am Velux-Deal verspricht.

Er wäre ohne die erfolgreiche Premiere des Finalturniers im Mai wohl kaum zustande gekommen. Die Kölner Arena war mit 19 000 Fans gefüllt, am Bildschirm sahen fast 30 Millionen Zuschauer in 21 Ländern das Finale zwischen dem THW Kiel und dem FC Barcelona. Von einem "Mega-Event" schwärmte Organisationschef J. J. Rowland und versprach für die zweite Auflage (28./29. Mai 2011) eine Steigerung. Am Standort Köln will Vargo gern über 2011 hinaus festhalten. Zwar hätte auch Berlin Interesse, doch könnten dort 4000 Eintrittskarten weniger verkauft werden. Eine Mindereinnahme von rund einer halben Million Euro.