Carolin Nytra holte sich Bronze und ein dickes Knie

Barcelona. Erst Bronze statt Gold und nach den Tränen wieder das altbekannte, sympathische Lachen: Carolin Nytra, die ihre erste internationale Medaille gewann, durchlebte in Barcelona ein Wechselbad der Gefühle.

"Wenn man als Europas Jahresbeste hierher kommt und beim Aufwärmen super Starts macht wie lange nicht mehr, durfte man schon mehr erwarten", sagte Nytra mit süßsaurer Miene in ihrer ersten Enttäuschung über den entgangenen Triumph über die 100 Meter Hürden. Auf der Ehrenrunde war ihr jedoch eingefallen, "dass es eigentlich mein Ziel war, in Barcelona eine Medaille zu machen und dass ich eine absolut geile Saison mit einer Hammerbestzeit von 12,57 Sekunden mit diesem Ergebnis gekrönt habe."

In 12,68 Sekunden lief die 25 Jahre alte Hamburgerin, die noch für Bremen startet, das zweitschnellste Rennen ihrer Karriere. Doch Gold ging in 12,63 an die Landesrekord laufende Türkin Nevin Yanit, die als europäische Ranglistendritte zur EM gereist war.

Silber holte wie 2006 die frühere Hallenweltmeisterin Derval O'Rourke (Irland) in 12,65 Sekunden. "Ich sah die Irin vor mir. Das hat mich irritiert. Ich stieß an die dritte Hürde und irgendwie kam ich nicht an ihr vorbei", sagte die Sportmanagement-Studentin über den Rennverlauf, der mit dem Sturz ins Ziel endete. "Ich war so konzentriert auf das Rennen, dass ich gar nicht weiß, wo ich mir das dicke Knie geholt habe. Es tut weh", sagte Carolin Nytra und meinte diesmal die körperlichen Schmerzen.