Lakers gegen Celtics - Kultfinale in der NBA elektrisiert Amerika

Los Angeles/Hamburg. Ostküsten-Defensive trifft auf Westküsten-Offensive, Grün auf Gelb, Paul Pierce auf Kobe Bryant. Zwei Dynastien, ein Ziel: spätestens am 17. Juni die Larry-O'Brien-Trophäe in den Händen halten. Zum zwölften Mal kommt es ab heute (Ortszeit) in der amerikanischen Basketball-Liga NBA zum Final-Klassiker zwischen Rekordmeister Boston Celtics (17 Titel) und den Los Angeles Lakers (15). Neunmal setzten sich die Profis aus Massachusetts durch.

"Ich will dahin fahren und die Meisterschaft in meiner Heimatstadt gewinnen", sagt Paul Pierce. Der Celtics-Kapitän ist in L.A. aufgewachsen, schwärmte früher für die Lakers und feierte seinen größten Erfolg gegen seinen einstigen Lieblingsverein. 2008 gewann Pierce mit den Celtics die Endspiel-Serie mit 4:2-Siegen und demütigte die Kalifornier mit einem 131:92-Sieg im letzten Spiel. "The Truth" (die Wahrheit) führte die Celtics mit beeindruckenden Leistungen zur ersten Meisterschaft seit 1986 und wurde zum wertvollsten Spieler der Serie gewählt.

Genau deshalb geht es diesmal für die Lakers nicht nur um die Dauerrivalität, sondern auch um Revanche. "Das Spiel hat mir zwei Jahre lang auf den Magen geschlagen. Jetzt wollen wir es ihnen zeigen", sagt Bryant. Man habe noch genügend Spieler von damals, die die Niederlage nicht vergessen haben, ergänzt Trainer Phil Jackson. Diesmal haben die Lakers den Vorteil von einem Heimspiel mehr in der Best-of-seven-Serie, und den wolle man verteidigen. Im "Staples-Center" gab's zuletzt am 21. Mai 2009 eine Play-off-Niederlage.

Die Celtics wiederum sind die einzige Mannschaft der Saison, die mehr Auswärts- als Heimsiege aufweisen kann. Das Team tritt mit der gleichen "starting five" an wie im Juni 2008 - und Trainer Doc Rivers verweist stolz darauf, dass diese "noch nie eine Play-off-Serie verloren hat". Die Stars Pierce, Kevin Garnett und Ray Allen sind zwar im Schnitt 33 Jahre alt, aber an Erfahrung kaum zu überbieten. Zudem hat der 24-jährige Spielmacher Rajon Rondo seine Punktausbeute pro Partie seit 2008 von 10,2 auf 16,7 verbessert.

Bei den Lakers sind der damals verletzte Center Andrew Bynum und Ron Artest neu dabei. Im Mittelpunkt wird allerdings erneut Bryant stehen. Er ist der Erfolgsgarant der Lakers und kann seinen fünften Titel gewinnen.

Das Kultfinale elektrisiert nicht nur Amerika. In Deutschland überträgt der Pay-TV-Sender Sky alle Finalspiele live (Spiel 1 aus Los Angeles am Freitag ab 3 Uhr/MESZ). Der legendäre Lakers-Star Earvin "Magic" Johnson fasst zusammen, was die Zuschauer erwartet: "Dramatik, Intensität und Trash-Talk. Amerika, mach dich bereit - die Celtics und Lakers werden sich zerreißen."