Das deutsche Derby ist weiter very British

Siegesserie der Springreiter von den Inseln in Klein Flottbek hält an - wieder Williams vorn

Hamburg. Ältere Semester kennen Guy Williams vielleicht noch als Zorro, aus "Bonanza" oder "Lost in Space". Nur Experten war der Name bislang auch durch den Reitsport geläufig. Das könnte sich in diesen Tagen ändern. Während der US-amerikanische Schauspieler gleichen Namens schon vor Jahren in Argentinien starb, sorgt sein britischer Namensvetter beim Derby in Klein Flottbek hoch zu Ross für Furore. Nach der ersten Qualifikation am Himmelfahrtstag gewann der 38-Jährige am Freitag mit Ramiro auch die Zweite Vorauswahl zum 81. Deutschen Springderby und schwang sich damit zum Favoriten für das Traditionsspringen am Sonntag auf.

"Ich hoffe, dass die Siege nicht zu früh kommen", meinte der Vater dreier Kinder nach seinem zweiten Erfolg binnen 24 Stunden. Stoppen könnten ihn die wie erwartet starken Mecklenburger. Holger Wulschner (Passin) belegte gestern Rang zwei, Andre Thieme (Plau am See) wurde Vierter und Thomas Kleis (Gadebusch) Fünfter. Ausgerechnet Wulschner machte Williams jedoch Hoffnung auf einen Fortbestand seiner Erfolgsserie: "Ich habe vor zehn Jahren erst beide Qualifikationen und dann auch das Derby gewonnen. Das würde für Guy sprechen", sagte der 46-Jährige. Allerdings, fügte er selbstbewusst an, "muss an den Mecklenburgern erst mal einer vorbei kommen".

Bislang hat es jedoch bei der diesjährigen Derby-Auflage keiner an den Springreitern von den Britischen Inseln vorbei geschafft. Die zweite Prüfung am Freitag gewann Williams' Landsmann Nick Skelton mit Unique XVII, Janne Friederike Meyer wurde in diesem Springen Neunte. Die Schenefelderin hofft am Sonnabend auch in der deutschen Etappe der hoch dotierten Global Champions Tour auf ein gutes Ergebnis, schließlich geht es insgesamt um 285 000 Euro. Hoffnungsträger aus Hamburger Sicht in dem mit 105 000 Euro dotierten Derby ist Carsten-Otto Nagel (Wedel), der in der Zweiten Qualifikation mit Lex Lugar immerhin auf Rang 14 landete.

Frohen Mutes blickt auch Turnierchef Volker Wulff auf das Wochenende. Trotz der kühlen Temperaturen zählten die Veranstalter am Freitag knapp 14 500 Zuschauer. "Ich glaube, so viele hatten wir an diesem Tag noch nie", sagte Wulff. "Wenn es nicht ganz schlimm regnet, werden wir die Gesamtzahl von 70 000 auch in diesem Jahr halten."

Sa.: Springen: Global Champions Tour (14 Uhr, NDR live ab 15 Uhr), Speed-Derby (17.35 Uhr). Dressur: U-25-Finale (12.15 Uhr), Grand Prix für Nachwuchspferde (14.30 Uhr). So.: Springen: Youngster-Cup (11.25 Uhr), 81. Deutsches Derby (14.20 Uhr, NDR live 14.30, ARD live 15.55 Uhr). Dressur: Ponyderby (9 Uhr), 50. Deutsches Derby (11 Uhr).