Oststeinbek sucht politische Lösung

Erster Oberliga-Saisonsieg beim 3:2 gegen Bramfeld. Spieler Ulusoy schießt gegen Trainer Kohfahl

Hamburg. Mohamed Labiadh riss sich fast das Trikot vom Leib. „Die sind alle torgeil“, fluchte Oststeinbeks Mittelfeldspieler. Soeben hatte ihn Rafael Monteiro im Oberliga-Kellerduell gegen Bramfeld frei vor dem Tor übersehen (80.). Statt des 4:1 machte es Bramfelds Mohebeddine Azaizi mit dem Anschlusstreffer noch spannend (87.).

Doch letztlich blieb es beim 3:2 für Oststeinbek. Angetrieben von Labiadh, Arslan und dem überragenden zweifachen Vorbereiter Foussini Alassani schafften Kohfahls Mannen den ersten Saisonsieg, „auch wenn wir es unnötig spannend gemacht haben“, wie der Trainer analysierte. Sportlich bewies das Team, dass es im Abstiegskampf nichts zu suchen hat. Die Voraussetzungen dafür sind eine bessere Chancenverwertung und Ruhe im Verein.

Ersteres scheint möglich, letzteres fraglich. Einer chaotischen Vorbereitung mit verspäteten Geldzahlungen für die Spieler folgte der Krach um die zurückgezogene Kündigung von Devran Barlak (das Abendblatt berichtete). Und nun meldete sich Onur Ulusoy zu Wort, der seit dem 2:3 in Pinneberg nicht mehr im Kader ist. „Oststeinbek schuldet mir noch 1600 Euro“, sagte der Spieler. Zudem bestritt er, Mitspieler zum Vereinswechsel im Winter angestiftet zu haben. „In Oststeinbek wurde nicht nur ich von Kohfahl angelogen. So sollte man nicht mit Menschen umgehen“, sagte Ulusoy – und prophezeite eine Wechselwelle unzufriedener Spieler im Winter, in dem auch er wechseln wolle.

Kohfahl hingegen bescheinigte Ulusoy „ein Riesenfußballer" zu sein. „Ich würde ihn einsetzen, wenn er wieder spielen will. Ich mag ihn. Aber er ist nicht nur ein Opfer.“ So habe Ulusoy nur an 15 Prozent der Trainingseinheiten teilgenommen und die Presse benutzt. Dass der OSV Ulusoy noch Geld schulde, wollte Kohfahl nicht bestätigen. Angestrebt werde „eine politische Lösung“. Damit der Fußball wieder im Mittelpunkt steht.