Ergebnisse in Blankenese zweitrangig

Amateurfußball: Coach Mitteregger findet bei gutem Spielverlauf auch sechs Gegentore okay, Ebbers zum VfL 93, Firgens bekommt sein Tor nicht mit

Ebbers in der Landesliga. Seinen illustren Kreis prominenter Kiezkicker verstärkt Hammonia-Landesligist VfL 93 ab sofort mit Marius Ebbers, 35. Mit den früheren St. Paulianern Hauke Brückner, Ata Yamrali und Olufemi Smith, der 2008 in der Sendung „Schlag den Raab“ 2,5 Millionen Euro abräumte und am Sonntagmorgen bei UH-Adler kurz vor dem Ende den 2:1-Siegtreffer erzielte, kicken nach Ebbers’ Verpflichtung nun schon vier ehemalige Braun-Weiße am Borgweg. „Wenn so ein Spieler auf dem Markt ist, freuen wir uns natürlich unglaublich, dass er zu uns kommt“, so Trainer Olaf Ohrt. Ziel sei nun erst recht der Durchmarsch in die Oberliga. Die ersten Treffer auf dem Weg dahin kann Ebbers am kommenden Freitag am Borgweg ab 19.30 Uhr gegen Blau-Weiß 96 Schenefeld beisteuern. „Wenn er mag, kann Marius gleich von Anfang an spielen“, sagte Ohrt.

Unbefugter Fahnenschwenker? Seine Talfahrt möchte Hansa-Landesligist VfL Lohbrügge am Grünen Tisch bremsen. Der Verein vom Binnenfeldredder legte Protest gegen das 0:2 im Ost-Derby bei Bergedorf 85 vom 18. August ein. Der zweite Assistent von Schiedsrichter Dennis Krohn (TSV Reinbek) soll nicht erschienen und von Krohn in Eigenregie ersetzt worden sein. Sowohl die Durchführungsbestimmungen als auch die Spielordnung des Hamburger Fußball-Verbandes schreiben in einem solchen Fall eine Einigung beider Vereine vor, die im Spielbericht schriftlich zu bestätigen ist.

Bergedorf droht nun eine Neuansetzung der Partie. Die Verantwortlichen des VfL Lohbrügge, der nach einem 0:5 bei Concordia auf den letzten Rang abgerutscht ist, wollten ihren Einspruch nicht kommentieren. Bergedorfs Trainer Dietmar Demuth warf den Lohbrüggern unsportliches Verhalten vor. Demuth: „In der Partie gab es keine gravierenden Fehlentscheidungen durch die Assistenten. Lohbrügge sollte sich als fairer Verlierer zeigen.“

Hauptsache, gut spielen. Verkehrte Welt herrschte nach dem 4:0 im Oberliga-Duell zwischen dem SC Vier- und Marschlande und der SV Blankenese. „Nur weil wir mal 4:0 gewonnen haben, ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen“, sagte SCVM-Trainer Olaf Poschmann. Dennis Mitteregger, Trainer der SV Blankenese, lobte dagegen die gute Trainingsmoral nach der 0:7-Packung gegen Curslack. „Ich muss meine Mannschaft extrem loben, wie wir uns präsentieren. Ich kassiere meinetwegen auch zwei Gegentore mehr und bin mit dem Spielverlauf zufriedener, als nur auf das Ergebnis zu gucken“, sagte Mitteregger. Die Gefahr, dass sich hohe Niederlagen negativ auf die Moral auswirken können, sah Mitteregger allerdings auch – und fand am Ende doch, dass sein Team zu klar verlor.

Toller Tipp. Sportlichen Profit aus einem guten Hinweis von Neuzugang Mike Keyser zog Regionalligist SC Victoria in der Partie gegen Weiche Flensburg (1:1). Keyser, vom Ex-Regionalligisten Torgelower SV Greif gekommen, empfahl die Verpflichtung von Marcel Hegert, mit dem er noch bis zum Sommer gemeinsam in Torgelow spielte. Victoria griff zu, Hegert kam, sah, und erzielte sogar das Führungstor (52.). Doch Victoria nutzte seine Chancen zum 2:0 nicht und kassierte den Ausgleich durch Wulff (82.). „Das war dumm von uns“, so Hegert später. „Aber immerhin haben wir dem Tabellenführer einen Punkt abgetrotzt.“

St. Pauli II siegte 4:0 in Neumünster. Der HSV II verlor daheim 1:3 gegen Goslar, Norderstedt 1:3 bei Hannover II.

Schwacher Auftritt. Einen schlechten Eindruck hinterließen einige der 400 Fans von Eintracht Braunschweig beim U19-Regionalligaspiel zwischen Norderstedt und Braunschweig am Sonnabend um 11 Uhr an der Ochsenzoller Straße. „Unsere Spieler wurden angespuckt, Bierflaschen auf dem Kunstrasen zerbrochen, ein Assistent mit Fahnen angegangen“, sagte Norderstedts Trainer Ekkehard Bushe. Gegen die 0:3-Niederlage legt Norderstedt Protest ein. Schiedsrichter Dirk-Lutz Jürgens soll den Überblick verloren und Braunschweigs Kapitän Brian Bruno Behrens zweimal die Gelbe Karte gezeigt haben.

Nicht hingeguckt. Einen Wahnsinnstreffer erzielte Wedels Torwart Oliver Firgens in der Partie der Landesliga Hansa gegen den USC Paloma (3:1). Firgens Handabschlag landete nach nur einer Bodenberührung im Netz. „Der gegnerische Torwart Yannick Jonas dachte wohl, der Ball geht drüber, und ließ seine Hände weg. Plötzlich war er drin, aber Oliver hatte sich schon abgedreht und war etwas überrascht von der Jubeltraube, unter der er auf einmal lag“, sagte Wedels Liga-Obmann Walter Zessin. „Unser Trainer schrieb gerade und bekam das Tor auch nicht sofort mit. Sachen gibt es, die gibt es gar nicht.“

Echter Pokalexperte. Die vierte Runde des Oddset-Pokals wird heute um 18.30 Uhr an der Griegstraße 75 bei der „Hamburger Morgenpost“ ausgelost. Die Paarungen wird der HSV-Co-Trainer und dreimalige Oddset-Pokalsieger Roger Stilz ziehen.