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Dialog zur Freilichtbühne im Harbuger Stadtpark

Gut besucht war auch die letzte Veranstaltung "Harburg feiert Vielfalt".

Gut besucht war auch die letzte Veranstaltung "Harburg feiert Vielfalt".

Foto: Hanna Kastendieck / HA

Anwohner, Politiker, Künstler und Bürger diskutierten über Nutzung des grünen Amphitheaters im Harburger Stadtpark.

Harburg.  Konzerte, ein Gottesdienst, Kindertheater – auch in diesem Sommer wird die Freilichtbühne im Harburger Stadtpark voraussichtlich stimmungsvolle Veranstaltungen im Grünen bieten. Nach dem Willen von Bezirksverwaltung und -politik soll die denkmalgeschützte Bühne noch etwas stärker genutzt werden als in den Vorjahren – schließlich hat der Bezirk die historische Spielstätte für rund 450.000 Euro in den vergangenen Jahren instandgesetzt und überdacht.

Konfrontiert mit Beschwerden von Anwohnern zu Lärmbelästigung und Problemen mit zugeparkten Straßen lud das Bezirksamt am Freitagabend Bürger, Künstler, Veranstalter und Politiker zum Dialog zur Nutzung der Freilichtbühne ins Harburger Rathaus.

Rund 60 Diskutanten lieferten sich zwei Stunden lang Wortgefechte um die Frage, wie und vor allem wie intensiv der Veranstaltungsort im unter Landschaftschutz stehenden Stadtpark zu nutzen sei. Anlass gaben mehrere Briefe an die Verwaltung, in denen sich die Anwohner nicht nur über die seit Jahren stattfindenden zwei Techno-Konzerte beschwerten, sondern auch darüber, dass das kleine, 2018 ins Leben gerufene Festival „Sommer im Park“ im vergangenen Jahr an zwei Wochenenden hintereinander stattgefunden hat. Das Festival spielt die Hauptrolle bei dem Versuch, der Freilichtbühne mehr kulturelles Leben einzuhauchen. Deshalb hat die Verwaltung mit dem Dialogangebot reagiert.

Technische Infrastruktur rund um die Bühne soll verbessert werden

„Ich finde das Festival generell unterstützenswert“, sagte Anwohner Thomas Edelmann zum Auftakt der Diskussionsrunde. „Aber was als Kultur abgesendet wird, kann als Lärm ankommen.“ Eine andere Anwohnerin äußerte ihre Angst davor, dass der Veranstaltungsort weiter ausgebaut werde. Tatsächlich plane die Verwaltung Ausbaumaßnahmen antwortete Anke Jobmann, die als Harburgs Sozialdezernentin auch den Bereich Kultur mitverantwortet. Aber die geplante Verbesserung der Infrastruktur sei überschaubar.

Dirk Höhne von der Abteilung Stadtgrün zählte die möglichen Maßnahmen auf: Das vorhandene Stromkabel solle durch ein stärkeres ersetzt und die nicht mehr funktionsfähige Trinkwasserleitung instand gesetzt werden. „Gerne würden wir auch eine Abwasserleitung legen, aber das wäre eine größere und damit teurere Maßnahme“, so Höhne. Zudem könnten Rampen dafür sorgen, dass der Weg zur Bühne barrierefrei wird – „vielleicht werden es mobile Rampen, um dem Denkmalschutz zu genügen“.

Auf wenig Gegenliebe der Anwohner treffen vor allem die Konzerte „Tekkno am Teich“: Zwar lasse sich über Geschmack schwer streiten, doch die Lautstärke der durch die Gegend wummernden Techno-Beats solle zumindest reduziert werden. Andere Stimmen forderten, die Konzerte abzuschaffen. „Wir halten die Lärmschutz-Grenzwerte ein“, entgegnete der Veranstalter Jörn Behrens. „Wir würden gern auch in diesem Jahr zwei Konzerte machen. Die Termine 9.5. und 12.9. sind reserviert, aber noch nicht genehmigt.“

Neben der Kritik gab es auch Zustimmung aus der Nachbarschaft. „Ich finde die Veranstaltung Sommer im Park prima, sie sollte fortgesetzt werden“, hieß es. Ein anderer Anwohner freute sich, „dass die Freilichtbühne endlich einmal genutzt wird. Nicht bis Mitternacht, aber bis 22 oder 22.30 Uhr.“

2019 gab es mehr Bewerber als das Festivalprogramm zuließ

Auch in diesem Jahr sei das Festival Sommer im Park geplant, sagte Harburgs Citymanagerin und Mitveranstalterin Gitte Lansmann: „Wir haben viel Lob vom Publikum und den Harburger Künstlern bekommen. Auch Künstler aus anderen Hamburger Bezirken kommen gern – wir haben hier einen ganz besonderen Ort geschaffen. Im vergangenen Jahr hatten wir 70 bis 80 Bewerber, die im Programm mitwirken wollten. Durch verkürzte Auftrittszeiten haben wir immerhin 48 Kulturschaffende berücksichtigen können.“

Allgemeiner Konsens war, dass das grüne Amphitheater zumindest mehr „leise Veranstaltungen“ vertragen könne. Eine feste Größe ist bereits der Fronleichnams-Gottesdienst der Katholischen Pfarrei St. Maria-St. Joseph. Der Marmstorfer Musiker Jan Schröder wünschte sich mehr Theater, Lesungen und sonstige Wortbeiträge.

„Ich möchte mit meiner Schule, die 500 Kinder besuchen, auf der Freilichtbühne gern ein Theaterstück aufführen“, sagte Martin Nölkenbockhoff, Leiter der Schule Marmstorf. Und erntete dafür warmen Applaus aus der gesamten Runde.