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Reinbeker Voran Ohe siegt auch mit halber Kraft

Zweikampf um den Ball zwischen Massiullah Abdullah (l., Inter 2000) und Ohes Martin-Felix Schröder.

Zweikampf um den Ball zwischen Massiullah Abdullah (l., Inter 2000) und Ohes Martin-Felix Schröder.

Foto: Thomas Jaklitsch / Thomas JAKLITSCH

Landesligafußballer aus Reinbek gewinnen ohne den erkrankten Trainer Rainer Seibert bei Inter 2000 ungefährdet mit 3:0.

Hamburg.  Für die Ansprache an seine Landesliga-Fußballer vor dem Auswärtsspiel bei Inter 2000 hatte sich Rainer Seibert noch nach Hamburg geschleppt. Als der Ball dann über den Kunstrasen an der Snitgerreihe rollte, war der Chefcoach des FC Voran Ohe aber schon wieder auf dem Heimweg. „Er ist angeschlagen, hatte fast keine Stimme mehr, deshalb hätte es keinen Sinn gemacht“, entschuldigte Co-Trainer Jonas Murach hinterher seinen Kollegen.

Für diese eine Partie kamen die Stormarner aber auch ganz gut ohne ihren Übungsleiter aus und fuhren einen ungefährdeten 3:0 (2:0)-Erfolg ein. Überhaupt war die Aufgabe bei dem abstiegsbedrohten und von internen Querelen gezeichneten Club für die Oher mit halber Kraft zu lösen. Schon der erste Angriff führte zum 1:0 durch Robin Woost (1. Minute). „Das frühe Tor war entscheidend. Das hat uns Aufschwung gegeben“, sagte der Spielmacher nach der Partie, in der er mit seinem Eckball, den Inter-Verteidiger Stanley Owusu ins eigene Tor verlängerte (45.) und dem Diagonalpass auf Timo Bressel, der dank gütiger Mithilfe des Inter-Torwarts zum Endstand traf (60.) zwei weitere Scorer-Punkte gesammelt hatte.

Reinbeker haben Eckbälle nicht verwandelt

Allein die rund ein Dutzend von Woost ausgeführten Eckbälle hätten eine Reihe an weiteren Treffern bringen können. Zudem verspielten die Gäste mehrere aussichtsreiche Konterchancen durch unkonzentrierte Pässe. Dass es gegen den – abgesehen von einer zehnminütigen Phase nach dem 1:0 – in allen Belangen unterlegenen Gegner nicht zu einem Kantersieg reichte, war denn auch der einzige Vorwurf, den sich die Oher machen mussten. „Wir haben das echt schlecht ausgespielt“, sagte auch Woost. Co-Trainer Murach stimmte zu, sah darin anderseits auch etwas Positives im Vergleich zur vergangenen Saison: „Das ist eine neue Stärke von uns, dass wir Gegner von unten auch dann schlagen, wenn wir nicht unsere beste Leistung abrufen. Das haben wir schon ein paar Mal gezeigt und heute hat es wieder geklappt.“

Jenen Hunger auf noch mehr Tore und bessere Leistung wiederzuentdecken, der am 21. Spieltag phasenweise fehlte, wird Ohes Hauptaufgabe für die neun ausstehenden Partien. Der Klassenerhalt ist längst gesichert, die Chance auf den Meistertitel seit November vertan und auch Rang zwei dürfte normalerweise nicht mehr erreichbar sein. Wie also motiviert sich die Mannschaft noch? Woost: „Wir wollen unter den Top fünf bleiben, vielleicht sogar Dritter werden. Und wir wollen noch die von oben ärgern, spielen gegen Hamm United und Bramfeld auswärts. Das sind noch mal ein paar Spiele, die Spaß machen.“ Auch zu seiner Zukunft äußerte sich der Matchwinner: „Wie es aussieht, bleibe ich in Ohe.“

Ohe bald zu Gast beim Tabellenzweiten

Ob Ohe in dieser Saison noch mal zumindest etwas Druck auf das Spitzenduo ausüben kann, wird sich bereits am kommenden Freitag, 15. März, im Auswärtsspiel beim Bramfelder SV zeigen (19 Uhr, Ellernreihe). Gewinnen die Reinbeker beim Tabellenzweiten, ist nämlich eine ähnliche Siegesserie wie in der Hinrunde möglich. Bevor es am 10. Mai gegen den aktuellen Spitzenreiter Hamm United FC geht, warten mit den gegen den Abstieg kämpfenden Düneberger SV, Elazig Spor, TuS Berne und SV Bergstedt sowie dem Klub Kosova aus dem Tabellenmittelfeld fünf schlagbare Gegner.

Ist also doch noch Platz zwei und damit der Aufstieg beziehungsweise die Relegation zur Oberliga möglich? So weit wollen die Verantwortlichen noch nicht denken. Murach sagte: „Damit beschäftigen wir uns nicht explizit. Wenn es so kommt, dann kommt es so. Aber ich sehe Lohbrügge auch noch sehr stark. Bramfeld gehört von der Qualität her ebenfalls da oben hin.“ Ein Motivations-Problem befürchtet Murach nicht. „Soe man da oben steht, will man dort bleiben oder noch höher klettern. Dann hat man auch das Feuer im Training. Für die Motivation war gut, dass wir die ersten beiden Spiele nach der Winterpause gewonnen haben.“

Die Partie in Bramfeld sei nun ein richtiges Spitzenspiel. „Wir müssen nicht Zweiter werden, aber wir wollen möglichst jedes Spiel gewinnen.“ Demnächst dann auch wieder mit dem Cheftrainer an der Seitenlinie.