Stormarn
Badminton

Emma ist zweifache Deutsche Meisterin

Vorhand von Emma Moszczynski aus Barsbüttel, die für den  Horner TV in Hamburg spielt

Vorhand von Emma Moszczynski aus Barsbüttel, die für den Horner TV in Hamburg spielt

Foto: Andre Jahnke / HA

Das Badminton-Talent aus Barsbüttel siegt im Doppel und Mixed. Morgen fliegt die 14-Jährige zu den Europameisterschaften nach Russland.

Barsbüttel.  Wenn es Emma Moszczynski in diesen Tagen an etwas mangelt, dann ist es Zeit. Eine Schule wird die 14-Jährige in dieser Woche nicht von innen sehen, und sich auf den kürzlich verdienten Lorbeeren auszuruhen, kann sie sich erst recht nicht leisten. Am heutigen Dienstag geht es für die Barsbüttelerin mit dem Zug nach Frankfurt und morgen per Flieger weiter ins russische Kasan, wo eines der größten deutschen Badmintontalente an der Europameisterschaft teilnehmen wird – mit der frischen Empfehlung von zwei Titeln bei den nationalen Wettkämpfen.

In der Altersklasse U15 gewann Emma im Doppel sowie im Mixed die Goldmedaille und war damit eine der überragenden Akteurinnen bei den Titelkämpfen in Gera. Im Einzel holte sie zudem Bronze.

„Das ist einer meiner größten Erfolge“, sagte Emma, die für den Horner TV spielt, nach dem letzten Turniertag, der mit ihrer einzigen Niederlage gestartet war. Beim Halbfinal-Aus im Einzel sei sie dabei positiv überrascht gewesen, überhaupt einen Satz gewonnen zu haben. Am größten war der Druck dann im Mixed-Finale mit ihrem Teamkollegen Matthias Kicklitz. Im Entscheidungssatz musste das Duo sogar einen Matchball abwehren, was Matthias so eben per Netzroller glückte. Eine halbe Stunde nach dem Triumph stand die Stormarnerin schon wieder auf dem Feld und gewann mit Maria Kuse (SV Lok Staßfurt) diesmal ganz locker. Im gesamten Turnier gaben die beiden maximal 14 Punkte in einem Satz ab und bewiesen, eigentlich schon zu stark für die Altersklasse U15 zu sein. „Wir haben die ganze Saison in höheren Altersklassen gespielt“, erklärte Emma.

So erfolgreich Emma in Gera abschnitt, so ambitioniert war sie auch in die Titelkämpfe gegangen. Zweimal Gold und einmal Bronze sei „genau der Plan gewesen und hat ja auch den Setzplätzen entsprochen“, sagte sie.

Geht man nach eben jenen Setzplätzen, kann der Barsbüttelerin auch in Russland Großes gelingen. Im Mixed ist sie mit Matthias Kicklitz auf Position drei und vier, im Doppel mit Maria Kuse sogar an Rang zwei gesetzt. Allerdings ist die Leistungsstärke der Konkurrenz bei Europameisterschaften viel schwieriger einzuschätzen. „Deswegen ist es auch schwer, sich ein bestimmtes Ziel zu setzen“, sagte Emma, gestand aber: „Ich würde schon sehr, sehr, sehr gern mit einer Medaille zurückkommen.“

Zumindest ein Erstrunden-Aus bleibt der Stormarnerin in jedem Falle erspart, dank eines Freiloses in beiden Wettbewerben. Im Mixed wartet in der zweiten Runde eine ungesetzte russische Paarung. In der Doppelkonkurrenz besitzen Emma und Maria den Vorteil, die Gegner im Erstrundenmatch beobachten zu können. Sie treffen auf die Sieger eines russisch-türkischen Matches. Im Doppel rechnet sich die 14-Jährige auch die größten Chancen auf eine Medaille aus.

Daniel Seifert vom TSV Trittau überrascht mit Platz drei im Einzel U19

Auch Sportler des TSV Trittau schnitten in Gera erfolgreich ab. Daniel Seifert, in der Woche zuvor noch bei den Deutschen Meisterschaften der Erwachsenen vertreten, überraschte im Einzel U19. Der Doppelspezialist gewann als ungesetzter Spieler die Bronzemedaille. Für den 18-Jährigen war erst im Halbfinale Schluss gegen den topgesetzten und späteren Sieger David Peng, den Seifert sogar in den dritten Satz zwang. Sabina Persson, Sprecherin des TSV Trittau, sagte: „Das ist ein bravouröses Ergebnis.“ Überhaupt wolle Seifert sich künftig wieder mehr auf das Einzel konzentrieren. Doppel und Mixed bleiben aber seine Paradedisziplinen. Im Doppel mit Jan Felix Matulat (BW RW Wesel) holte er ebenfalls Bronze.

Seifert, der die letzten drei Jahre in einem Sportinternat in Mülheim verbrachte, zieht nun zurück nach Norddeutschland. In der zweiten Mannschaft des TSV, die vor dem Aufstieg in die Zweite Bundesliga steht, soll er ein fester Bestandteil bleiben.

Auch die Trittauerinnen Lilli Gellersen und Marina Korsch (U17) belegten im Doppel den geteilten dritten Rang, nachdem sie im Halbfinale erst an den späteren Siegerinnen gescheitert waren. „Das ist ein gutes Ergebnis“, sagte Persson. Ein wenig enttäuschend hingegen verlief für Marina Korsch mit ihren Vereinskameraden Kjell Mielke das Mixed, als überraschend in der ersten Runde Schluss war. Im Einzel und im Doppel mit Roluf Schröder (Schleswig 06) erreichte Kjell den geteilten neunten Platz. Marina schaffte es im Einzel ebenfalls bis ins Achtelfinale. Lilli Gellersen schied im Mixed U19 mit Torge Bauer (BW Wittorf) in Runde eins aus.