Stormarn
Badminton

Barsbüttels Badmintontalent schlägt in Russland auf

 Emma Moszczynski den Federball fest im Blick

Emma Moszczynski den Federball fest im Blick

Foto: Andre Jahnke / HA

14 Jahre alte Emma Moszczynski zählt in Deutschland zu den Besten ihres Alters. Mitte Februar fährt sie in die Millionenmetropole Kasan.

Barsbüttel.  Kasan gilt als Perle der Architektur. Doch die Barsbüttelerin Emma Moszczynski interessiert derzeit nur ein Gebäudekomplex der russischen Millionenmetropole: das Gymnastics Center an der Syrtlanovoy Street. Dort werden vom 19. bis 21. Februar anlässlich der Badminton-Europameisterschaften der Erwachsenen auch die Wettbewerbe der Altersklasse U 15 ausgetragen.

78 Jungen und 84 Mädchen kämpfen in fünf Kategorien um die begehrten Titel. Emma geht gleich zweimal an den Start. Im Mixed-Wettbewerb tritt sie mit Vereinskamerad Matthias Kicklitz vom Horner TV im Doppel an der Seite von Maria Kuse vom SV Lokomotive Staßfurt an. „Noch hält sich die Aufregung in Grenzen, obwohl ein leichtes Kribbeln im Bauch schon zu spüren ist“, sagt Emma mit einem Lächeln. „Ein Turnier in dieser Größenordnung hat von uns noch keiner mitgemacht.“ Um trotz des zu erwartenden Lampenfiebers überhaupt einen Ball zu treffen, käme es darauf an, von der ersten Minute an seine Nerven im Griff zu haben, „was mir an und für sich ganz gut liegt“, sagt Emma.

Emma steht bereits auf dem Zettel vom Bundestrainer der Damen

Für die Damenmannschaft des Horner TV spielt die 14-Jährige in der Oberliga mit einer Sondergenehmigung. „Es kommt vor, dass eine einige Jahre ältere Gegnerin Schwierigkeiten damit hat, gegen eine junge Leistungssportlerin wie mich zu verlieren“, sagt Emma. „Aus diesem Grund habe ich mir angewöhnt, nach einem Sieg nur verhalten zu jubeln.“ Vergangenen November erhielt sie per E-Mail die frohe Botschaft der Nominierung für die Europameisterschaft. Absender: Benjamin Tzschoppe, Projektleiter U 15 beim Deutschen Badminton-Verband.

„Emma gilt mit ihren 14 Jahren als eines der größten deutschen Nachwuchstalente im Mixed- und Doppel-Wettbewerb“, sagt Tzschoppe. „Und selbst Holger Hasse, unser Chef-Bundestrainer der Damen, hat schon ein Auge auf sie geworfen.“

Dem Teenager liegt das instinktive Spiel. „Badminton ist die schnellste Rückschlag-Sportart der Welt, bei der Profis den Ball auf bis zu Tempo 400 beschleunigen können“, sagt Emma. „Deshalb hat man während eines Ballwechsels kaum Zeit zum Nachdenken. Die Kunst dabei ist, gewisse Abläufe zu automatisieren.“

14-Jährige besucht in Hamburg die neunte Klasse der Eliteschule des Sports

Ihre Emotionen hat Emma auf dem Spielfeld gut unter Kontrolle. „Beim Mixed heißt es immer so schön: Der Mann ist der ,Hard Worker’, also das Arbeitstier, während die Frau der ,Game Maker’, der Spielmacher, ist“, sagt Emma, deren Schulalltag vom Sport geprägt ist.

In Hamburg besucht sie die neunte Klasse der Stadtteilschule Alter Teichweg, eine von derzeit deutschlandweit rund 40 zertifizierten Eliteschulen des Sports. Zweimal am Tag steht Training auf dem Stundenplan – einmal vor und einmal nach dem Unterricht. Im September absolvierte Emma ein dreiwöchiges Praktikum in der Neurologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. „Interesse an der Medizin und an der Frage, wie ein menschliches Gehirn funktioniert, hatte ich schon länger“, sagt die junge Barsbüttelerin, „deshalb kann ich mir gut vorstellen, später Medizin zu studieren.“

Doch zunächst gilt Emmas Konzentration den deutschen Jugendmeisterschaften in Gera (12. bis 14. Februar, Thüringen), bei denen die 14-Jährige im Einzel-, Doppel- und Mixed-Wettbewerb antritt.