Stormarn
FUSSBALL

Eichede steht nach 4:1 in Altenholz im Pokal-Halbfinale

Eichedes  Arnold Lechler (l.) im Kopfballduell mit Nico Quegwer

Eichedes Arnold Lechler (l.) im Kopfballduell mit Nico Quegwer

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Stormarner beeindruckten mit deutlicher Leistungssteigerung. Ian Prescott Claus traf erneut doppelt – und verletzte sich wieder.

Steinburg. Erst zehn Minuten war die Halbzeitpause alt, da verließ Oliver Zapel schon die Kabine. Mit ernster Miene stapfte er quer über den Kunstrasenplatz des TSV Altenholz und nahm erst Nikita Bojarinow zur Seite, dann Michael Löw. Mit dem Wiederanpfiff wechselte der Trainer des SV Eichede beide Spieler ein – es war ein entscheidender Schachzug. „Die Pause war ein Segen für uns. Wir hatten Zeit, einen kühlen Kopf zu bekommen und die nötigen Maßnahmen zu treffen“, sagte Zapel später, als die Stormarner Fußballer durch das 4:1 (1:1) erstmals seit fünf Jahren in das Halbfinale des Landespokalwettbewerbs eingezogen waren.

Bojarinow, der eigentlich in der zweiten Mannschaft eingeplant ist, gab dem Eicheder Mittelfeld die Stabilität zurück. Neuzugang Löw setzte in der Offensive neue Impulse und traf in der Nachspielzeit zum Endstand. Vorher hatten auf denselben Positionen die Neuzugänge Marc Oldag und Johann Buttler enttäuscht. Nach dem überraschenden Ausgleich der Altenholzer in der 22. Minute durch Lasse Jensen – Ian Prescott Claus hatte die Gäste nach neun Minuten in Führung gebracht – wackelte der SVE. „Wir haben einige taktische Vorgaben nicht mehr gut umgesetzt“, sagte Kapitän Nico Fischer.

Marco Schubring leitet in der 55. Minute den Sieg ein

Umso bemerkenswerter ist die Leistungssteigerung, mit der sich die Steinburger gegen den Schleswig-Holstein-Liga-Rivalen den durch Marco Schubrings Treffer (55. Minute) eingeleiteten Erfolg verdienten. Die schnellen Angreifer waren selten zu halten, hinten überzeugte Torge Maltzahn in der neuen Rolle des Innenverteidigers.

Zapel gab zu, den Pokalwettbewerb diese Saison wichtiger zu nehmen als in den vergangenen zwei Jahren. „Aber vielleicht hat uns das in Hinblick auf den Punktspielstart auch etwas gekostet“, sagte der Coach.

Eichede ist als erster und bislang einziger Club in die Vorschlussrunde eingezogen. Am 31. Juli bei der Saisoneröffnung in Oldenburg werden die nächsten Semifinal-Paarungen ausgelost. Angreifer Claus, der nur sechs Tage nach seinem Muskelfaserriss in der Startelf stand, antwortete auf die Frage nach dem Wunschgegner mit spitzbübischem Grinsen: „VfB Lübeck – und im Finale Holstein Kiel.“

Nachdem Claus mit seiner Dynamik einen Foulelfmeter sowie die Gelb-Rote Karte für den Altenholzer Veton Hodaj provoziert und mit dem fälligen Strafstoß (78.) das entscheidende 3:1 erzielt hatte, sorgte er noch für einen Schreckmoment: Nach einem fairen Zweikampf (84.) ging er zu Boden und deutete sofort an, wegen Schmerzen im linken Bein ausgewechselt werden zu müssen. Später gab er Teilentwarnung, denn sein lädiertes Knie, das er frühestens im Winter operieren lassen wird, ist nicht betroffen. „Es ist wohl wieder ein Faserriss. Aber ich kann das Bein ja jetzt zwei Wochen auskurieren.“

In Altenholz nicht dabei war Christopher Naatz. Wenige Wochen nach seinem Amtsantritt ist die Zeit des 24-Jährigen als Co-Trainer schon wieder beendet. „Ich musste mich zwischen meiner Aufgabe im Fußball und einer neuen Karrierechance entscheiden“, begründete Naatz. Der Verein kündigte eine schnelle Nachfolgeregelung an. Zunächst wird der zweite Co-Trainer Malte Buchholz während Zapels Abwesenheit wegen des Fußballlehrer-Lehrgangs die Einheiten leiten.

SV Eichede: Berndt – Krajinovic, Maltzahn,
Marschner – Fischer, M. Schubring, Oldag
(46. Bojarinow), Monteiro – Claus (84. Janelt), Lechler, Buttler (46. Löw).