Stormarn
FUSSBALL

Verbandsliga Süd-Ost: Nur Trittau muss noch zittern

Zu selten zeigten die Trittauer den Einsatz wie hier Mark Lessau

Zu selten zeigten die Trittauer den Einsatz wie hier Mark Lessau

Foto: HENRIK BAGDASSARIAN

Beim 0:1 gegen den SSC Hagen Ahrensburg zeigte nur der Torwart unbedingten Willen. Gerettet sind dagegen Pölitz und Tremsbüttel.

Ahrensburg. „Zeigt, dass ihr Abstiegskampf wollt!“ Etwa 80 Minuten waren gespielt im Derby zwischen dem SSC Hagen Ahrensburg und dem TSV Trittau, als Michel Thomä der Kragen platzte. Der Torwart der Gäste ging mit gutem Beispiel voran, hielt die Trittauer Fußballer mit mehreren Glanzparaden im Spiel und hätte in der Nachspielzeit mit einem Schuss aus 20 Metern um ein Haar für den kuriosen Ausgleich gesorgt. Doch bei seinen Mannschaftskameraden blieb Thomäs Forderung nach mehr Einsatz weitgehend ungehört. „Er war der einzige, der wirklich hochmotiviert war“, sagte der desillusionierte Trainer Matthias Räck nach der 0:1-Niederlage. Der TSV Tritt­au ist im Kampf gegen den Abstieg nun auf fremde Hilfe angewiesen.

Nur wenn Strand 08 in der SH-Liga bleibt, ist der TSV Trittau noch zu retten

Um den Platz vor den vier Regelabsteigern zu sichern, reicht den Stormarnern zwar im letzten Spiel gegen den SV Eichede II (30. Mai) ein Unentschieden. Doch dass der 14. Tabellenrang den Klassenerhalt bedeutet, ist aufgrund der gleitenden Skala noch nicht sicher. Steigt der NTSV Strand 08 aus der Schleswig-Holstein-Liga ab (was wiederum vom Abschneiden des TSV Schilksee in der Regionalliga-Aufstiegsrunde abhängen könnte), ist Tritt­au nicht mehr zu retten.

„Es sieht düster aus“, sagte Räck nach der verdienten Niederlage am Hagen. Vor Thomäs bemerkenswertem Schuss nach einer Ecke, den Hagens Keeper Tim Westphal glänzend abwehrte, hatten sich die Gäste ganze zwei Torchancen erarbeitet. Patrick Rösler lief unbedrängt auf das Tor zu, scheiterte aber an Keeper Westphal. Im direkten Gegenzug trafen die Ahrensburger (56. Minute). Später traf Felix Stirl per Fallrückzieher den Pfosten und Daniel Lantz im Nachschuss das leere Tor – er soll dabei aber im Abseits gestanden haben (67.). „Uns wurde wieder ein Tor geklaut, es passte alles zusammen“, schimpfte Räck. „Aber wir haben trotzdem verdient verloren.“

Auch Angreifer Rösler zweifelte die Entscheidung des Schiedsrichters an. Der Unparteiische Marc Quednau deutete eine Geste als Beleidigung und zeigte Rösler die Rote Karte – ein unwürdiger letzter Einsatz des Trittauer Toptorjägers, der den Verein nach der Saison wie wohl die meisten seiner Teamkameraden verlässt.

Pölitz verschenkt den sicher geglaubten Sieg – und will das Feiern nachholen

Auch Hagens Trainer Michael Schmal zeigte sich verwundert von der mangelnden Gegenwehr. „Gegen Moisling vor einer Woche hat Trittau ein ganz gutes Spiel gemacht – davon war diesmal wenig zu sehen“, sagte er. Räck meinte: „Wir müssen im Training am Dienstag besprechen, wie es sein kann, dass Hagen uns 90 Minuten beherrscht hat.“

Erleichterung herrschte dagegen bei den beiden anderen noch vom Abstieg bedrohten Clubs aus Stormarn. Der VfL Tremsbüttel ist nach dem 3:1 gegen Eintracht Groß Grönau ebenso endgültig gerettet wie Aufsteiger SSV Pölitz, der gegen den Büchen-Siebeneichener SV 3:3 spielte. Der Pölitzer Pressesprecher Jens-Peter Ehrlich sagte: „Nach dem Abpfiff mussten wir erstmal nachrechnen, ob es wirklich schon sicher ist. Jetzt ist die Freude groß.“ Die wirkliche Feier wird in Pölitz aber erst nach der Saison nachgeholt. „Es überwog noch der Ärger über den Ausgleich in der Nachspielzeit“, so Ehrlich. Die Mannschaft habe sich den Klassenerhalt durch die Geschlossenheit verdient und dadurch, trotz der Leistungsschwankungen, immer die Ruhe bewahrt zu haben.

Tremsbüttels Trainer Carsten Holzmüller freut sich nicht auf die Sommerpause

In Tremsbüttel verkündete Trainer Carsten Holzmüller nach dem Heimsieg: „Alle sind völlig gelöst. Die Spiele, die wir gewonnen haben, haben wir oftmals verdient gewonnen – heute sogar hochverdient.“ Nach einer aufreibenden Saison mit dem Trainerwechsel von Marco Schier zu Holzmüller und dem Sturz Richtung Abstiegszone darf sich das Team nun auf die Sommerpause freuen. Der Coach könnte gut darauf verzichten. „Nach zwei Wochen ohne Fußball gehe ich meiner Familie immer auf die Nerven“, scherzte er.

Eichede II wird die Saison auf Platz drei beenden. Kolodzick beerbt Wagner

Beim 2:2 des SV Eichede II gegen den TSV Pansdorf sicherten der scheidende und der künftige Co-Trainer mit ihren Treffern der Steinburger Zweitvertretung Tabellenplatz drei. Dennis Wagner, der wie berichtet zu GW Siebenbäumen wechselt, erzielte das zwischenzeitliche 1:0. Kurz vor Schluss traf Fabian Kolodzick zum Endstand. Der 26-Jährige übernimmt zur kommenden Saison bis 2017 das Amt des spielenden Co-Trainers, soll bald mit der Trainerausbildung beginnen. „Ich bin gespannt auf meine neue Aufgabe, will aber auch noch das eine oder andere Tor schießen“, sagte Kolodzick. Der Mittelstürmer ist mit 24 Saisontoren gefährlichster Schütze seines Teams. Hinzu kommen fünf Treffer für die erste Mannschaft in der Schleswig-Holstein-Liga. Chefcoach Marcel Müller sagte zu der Lösung: „Es ist ideal, dass mit Fabian jemand diese Position übernimmt, der die Mannschaft bereits sehr gut kennt.“

Am Mittwoch (19 Uhr) gastiert Eichede II bei Absteiger TSV Malente.