Stormarn
Schwimmen

Barsbütteler gleitet wie ein Delfin durch das Wasser

Fynn Mohlfeld gewinnt über 200 Meter Schmetterling eine von fünf Silbermedaillen

Fynn Mohlfeld gewinnt über 200 Meter Schmetterling eine von fünf Silbermedaillen

Foto: HENRIK BAGDASSARIAN

14 Jahre altes Schwimmtalent der SG Stormarn Barsbüttel räumt bei Landesmeisterschaften in Lübeck an einem Tag sieben Medaillen ab.

Barsbüttel.  Fynn Mohlfeld hat über 200 Meter Schmetterling seinen Rhythmus gefunden. Die Arme schwingen knapp über der Wasseroberfläche kraftvoll nach vorn, während die vom Oberkörper eingeleitete Wellenbewegung sich ansatzlos in den Beinen fortsetzt. „An einem guten Tag habe ich das Gefühl, schwerelos über das Wasser zu gleiten“, sagt der 14 Jahre alte Schwimmer der SG Stormarn Barsbüttel.

Genau solch einen Tag hatte Fynn kürzlich bei den vom Schleswig-Holsteinischen Schwimmverband in Lübeck ausgetragenen Landesmeisterschaften erwischt. Sieben Mal stand der Achtklässler der Barsbütteler Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule auf dem Treppchen.

In seiner Jahrgangswertung (2001) gewann er Gold über 200 Meter Rücken (2:22,00 Min.), je eine Silbermedaille über 100 Meter Freistil, (57,90 Sekunden), 200 Meter Brust (2:38,90 Min.), 100 Rücken (1:06,68 Min.) und 200 Meter Schmetterling (2.23,20 Min.). Im Jugendfinale, bestehend aus zwei Jahrgängen, erreichte Fynn Platz eins über 100 Meter Rücken (1:04,95 Min.) und wurde Zweiter über 100 Meter Freistil (57,15 Sek.).

Die Ausbeute des Barsbütteler Schwimmtalents hätte sogar größer ausfallen können, wenn der zweite Wettkampftag nicht mit dem Datum seiner Konfirmation zusammen gefallen wäre. „Es kommt selten vor, aber dieser Termin war mir wichtiger als ein Wettkampf “, sagt Fynn und lacht.

In Lübeck startete Fynn für seinen alten Verein FC Voran Ohe – und nicht für die kürzlich neu gegründete SG Stormarn Barsbüttel (das Abendblatt berichtete). „Unsere Schwimmer hatten Anfang Mai den Wechsel ihres Startrechts beim Deutschen Schwimmverband beantragt“, sagt Andreas Bockholdt, Vorsitzender der SG StoBa, „was sich in der Kürze der Zeit nicht realisieren ließ.“

Fynn trainiert bis zu neun Mal in der Woche in der Schwimmhalle Barsbüttel. Was letztendlich seine Mutter Ariane Pontner dazu bewog, vor rund vier Jahren von Oststeinbek nach Barsbüttel umzuziehen. „Die kürzere Entfernung von der Schule zur Schwimmhalle hat für uns vieles erleichtert“, sagt die alleinerziehende Mutter.

Beide bilden ein eingeschworenes Team. „Wir haben ein ganz spezielles Vertrauensverhältnis, auf das ich schon ein wenig stolz bin“, sagt Fynn. Dunkle Wolken am Familienhimmel ziehen selten auf. Meist nur dann, wenn der Hamburger SV und Borussia Dortmund in der Fußball-Bundesliga aufeinander treffen. Pontner, geboren in Lüdenscheid (Nordrhein-Westfalen), ist glühende BVB-Anhängerin.

„Derjenige, dessen Mannschaft gewinnt, hat anschließend für ein paar Tage das Sagen bei uns im Haus“, scherzt die Mutter. Fynn besitzt keine Spielekonsole, hat keinen Account bei Facebook und twittert nicht. „Ab und zu nutze ich WhatsApp“, sagt er, „das war es dann aber auch.“ Seine Zeit vertreibt er sich lieber mit Lesen der Zeitschrift „Spiegel“ oder eines guten Buches, wie derzeit „Das Tagebuch der Anne Frank“. Und wenn er die Nase von allem gestrichen voll hat, schnappt Fynn sich sein Longboard und fährt ein, zwei Stunden hinaus in die Feldmark – um einen klaren Kopf zu bekommen.

Weitere Schwimmer aus Stormarn sammelten bei den in Lübeck ausgetragenen Meisterschaften Titel wie am Fließband. Fünf Mal schlug Jonah Sumfleth (Jahrgang 1997) als Erster am Beckenrand an. Der 17-Jährige vom FC Voran Ohe setzte sich in seiner Jahrgangswertung über 50 Meter (28,34 Sek.), 100 Meter (1:02,81 Min.) und 200 Meter Rücken (2:17,91 Min.) sowie über 200 Meter Lagen (2:17,23 Min.) ebenso durch wie im Endlauf der Männer über 200 Meter Lagen (2:13,48).

Die gleiche Anzahl Goldmedaillen sicherte sich Malte Wulf (Jg. 1996 und älter) von der TSV Reinbek. Er siegte über 100 Meter (54,38 Sek.), 200 Meter (1:59,38 Min.), 400 Meter (4:12,33 Min.) und 800 Meter Freistil (8:53,50 Min.) sowie über 100 Meter Schmetterling (1:00,92 Min.). Dreimal ganz oben auf dem Siegerpodest stand Philippa Tabea Wigger (Jg. 2003, FC Voran Ohe), die sich über 100 Meter (1:20,41 Min.) und 200 Meter Schmetterling (3:01,11 Min.) sowie über 400 Meter Freistil (5:04,68 Min.) behaupten konnte. Vereinskollegin Lisa Schleiwiss (Jg. 1999) wurde im Rückenschwimmen zweimal Erste: über 100 Meter (1:10,80 Min.) und 200 Meter (2.34,00 Min.). Jeweils ein Titel ging durch Kristoffer Schweder (Jg. 2001, 200 Meter Freistil, 2:15,80 Min.), Sarina Sczech (Jg. 2000, 200 Meter Schmetterling, 2:38,46 Min.) und Leonie Burkhardt (Jg. 1998 und älter, 100 Meter Freistil, 1.02,29 Min.) an die Oher Schwimmsparte.

Eine weiteres Mal goldenes Edelmetall sicherte Roman Bukowiecki (Jg. 2001) der TSV Reinbek über 100 Meter Rücken (1:08,51 Min.). Lea Oeltjenbruns (Jg. 1998 und älter) vom VfL Oldesloe gewann über 200 Meter Rücken (2:38,58 Min.). Alle Medaillengewinner sind auf der Internetseite des Schleswig-Holsteinischen Schwimmverbands unter www.shsv.de einsehbar.