Stormarn
Regionalliga Nord

Oststeinbeks Volleyballfrauen beenden emotionale Saison

Anne Domroese ist begeistert vom Umfeld beim Oststeinbeker SV

Anne Domroese ist begeistert vom Umfeld beim Oststeinbeker SV

Foto: Henrik Bagdassarian

Stormarnerinnen unterliegen VC Parchim mit 2:3 – und feiern trotz vieler Ausfälle als Vierter ein glänzendes Debüt in der Regionalliga

Oststeinbek. Ulrich Böttcher war von dem Kräfteverschleiß seiner Volleyballfrauen am letzten Spieltag wenig überrascht: „In der Regionalliga wird nun Mal zwei Monate länger gespielt als in der Verbandsliga“, sagt der Coach des Oststeinbeker SV nach der 2:3 (25:14, 25:21, 14:25, 19:25, 11:15) Niederlage gegen den Tabellensiebten VC Parchim.

Ein Beinbruch war die erste Niederlage nach sechs Siegen in Folge für den Liganeuling nicht, denn mit Rang vier in der Nordstaffel feiern die Oststeinbekerinnen bei ihrem ersten Auftritt in der vierthöchsten Liga einen Achtungserfolg.

„Natürlich hätten wir uns in eigener Halle lieber mit einem Sieg verabschiedet“, sagt Oststeinbeks Coach, „aber leider haben wir nach zwei erfolgreichen Durchgängen nicht mehr für den nötigen Druck im Angriff gesorgt und in der Annahme uns zu viele Fehler geleistet.“

Seiner Mannschaft macht er keinen Vorwurf. „Wir waren heute nicht das schlechtere, sondern einfach nur das erfolgslosere Team“, sagt der 42 Jahre alte Trainer. Ein wenig geärgert habe ihn die Niederlage nur insofern, dass die „Cowgirls“ bei einem weiteren Erfolg bestes Team der Rückrunde gewesen wären.

Coach Ulrich Böttcher hofft auf Rückkehr der Langzeitverletzten

Nette Geste: Mitte des ersten Satzes verschaffte Böttcher Mittelblockerin Janina Molzahn die ersten Einsatzminuten in der Regionalliga. Molzahn, die in den vergangenen 14 Monaten eine Babypause eingelegt hatte, feierte mit einem erfolgreichen Aufschlag zum 13:4 einen gelungenen Einstand.

„Vor Kurzem erst ist Janina wieder ins Training eingestiegen“, sagt Böttcher, „kommende Saison rechne ich fest mit ihr.“ Gleiche Hoffnungen setzt Oststeinbeks Coach in die rechtzeitige Rückkehr der langzeitverletzten Mannschaftskapitänin Tanja König, Manuela Lange und Mia Jeschke. Viel Zeit zum Regenerieren bleibt den Oststeinbekerinnen nicht, denn Ende Mai beginnt die Vorbereitung auf die im September startende Spielzeit. Böttcher beginnt nun mit der Planung des Kaders, vieles hängt allerdings vom Verbleib von Führungsspielerin Anne Domroese ab.

Die 31 Jahre alte Diplom-Pädagogin, die während ihrer Meisterschaftssaison 2011/12 beim VT Aurubis nach Meinung ihres Trainers als „kompletteste Spielerin der Zweiten Bundesliga“ galt, sendet ein deutliches Signal. „Ich kann mir definitiv vorstellen, eine weitere Saison beim Oststeinbeker SV dranzuhängen“, sagt Domroese lächelnd. „Die Mannschaft ist homogen, die Strukturen im Verein hervorragend und der Zusammenhalt der ersten Damen und Herrenmannschaft vorbildlich.“

Anne Domroese kann sich eine weitere Saison im OSV-Trikot vorstellen

Selbst eine erfahrene Akteurin wie die 31-Jährige hat eine Spielzeit – geprägt von emotionalen Höhen und Tiefen – in der Form noch nicht erlebt. „Die schlimme Verletzungsserie mit vier Langzeitausfällen gleich zu Beginn hat uns im Endeffekt als Mannschaft nur noch mehr zusammengeschweißt“, sagt Domroese. An Tagen, an denen es für die Außenangreiferin nicht rund lief, sprangen andere Spielerinnen in die Bresche und führten die „Cowgirls“ zum Erfolg. Domroese: „Das mich von dem zusätzlichen Druck befreit, der auf meinen Schultern lastete.“

Mannschaftskollegin Maren Fehrs hakte die Niederlage gegen Parchim ebenfalls schnell ab. „Dieser missglückte Auftritt darf die tolle Saison, die hinter uns liegt, nicht schmälern“, sagt die 35 Jahre alte Lehrerin. Seit Dezember leidet sie – nach einem unglücklichen Zusammenprall im Training – unter muskulären Problemen im Nacken- und Rückenbereich. Vielleicht hilft ihr ein entspanntes Wochenende an der Howachter Bucht (Ostsee), an dem die Mannschaft in Kürze gemeinsam die Regionalligasaison endgültig ausklingen lässt.

Böttcher allerdings kann sich noch nicht entspannt zurücklehnen. Oststeinbeks Coach büffelt für die Abschlussprüfungen zum Erwerb der Trainer-A-Lizenz. Am zweiten Mai-Wochenende reist der 42-Jährige zur schriftlichen und mündlichen Prüfung nach Köln.

Nicht nur mit Rang vier im ersten Regionalliga Jahr kann Böttcher eine eindrucksvolle Bilanz vorweisen, denn ach das Aufstiegsjahr mit 20 Spielen - 20 Siegen spricht für die Fähigkeiten des Trainers.