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Kurparkstadion: „Bitterer Kompromiss“

VfL Oldesloe stimmt Schlichtungsangebot zu und darf die Anlage bis zum 30. Juni nutzen. Vorsitzender Detlef Rädisch erneuert die Vorwürfe

Bad Oldesloe. Der VfL Oldesloe darf das Kurparkstadion nun doch bis zum Ende der Fußballsaison nutzen. Der SV Türkspor, der die Anlage gepachtet hat, hatte dem Verein Ende vergangenen Jahres wegen ausstehender Zahlungen der Nutzungskosten eine Platzsperre erteilt. Nun stimmten die Vereine nach wochenlangen Verhandlungen einem Schlichtungsangebot des Bürgerworthalters Rainer Fehrmann zu – von einer gütlichen Einigung kann aber nicht die Rede sein. „Wir haben eine Entscheidung für die Sportler und gegen den Verstand getroffen“, sagt der VfL-Vorsitzende Detlef Rädisch. „Für uns ist das ein sehr bitterer Kompromiss.“

Während die Herren und einige Jugendmannschaften des VfL Oldesloe ihre Heimat im Travestadion haben, nutzen rund 80 Mädchen und Frauen sowie 40 Jungen das Kurparkstadion. Teile des VfL-Vorstands hatten sich sogar dafür ausgesprochen, nicht auf das Schlichtungsangebot einzugehen. Das hätte das Aus für mehrere Mannschaften bedeutet. „Die Zustimmung ist nur erfolgt, um den laufenden Spiel- und Trainingsbetrieb bis zum 30. Juni aufrecht zu erhalten und ordnungsgemäß durchführen zu können“, sagt Rädisch. „Danach endet die Nutzung zu den diktierten Bedingungen endgültig.“

Die Kosten wurden für den VfL reduziert. Statt wie bisher 758 Euro zahlt der Verein nun eine monatliche Pauschale von 590 Euro – immer noch deutlich zu viel, meint Rädisch, der dem SV Türkspor weiterhin „auf Gewinn ausgerichtetes Geschäftsgebaren“ unterstellt. Vorwürfe mache er dem Verein nicht. Rädisch: „Ich bin sauer auf den Bürgermeister, dass er dieses Geschäftsmodell zulässt.“

Mit dem SV Türkspor als neuem Pächter im Sommer 2014 war auch eine Verdoppelung der Kosten gekommen. Fußball-Obmann Gökhan Akdemir begründete dies mit der Erhöhung der Personalkosten für den Platzwart Andreas Rah, der zugleich Pächter der Stadiongaststätte ist. Rädisch wirft dem SV Türkspor vor, aus der Verpachtung der Gaststätte Gewinne zu erzielen. Bürgermeister von Bary sagt: „Nach dem Pachtvertrag ist dies zulässig. Zudem handelt der VfL als Pächter des Travestadions nicht anders.“ Rädisch erwidert: „Die Situation ist allein deswegen nicht vergleichbar, weil wir keine Unternutzer haben, auf die wir Kosten umlegen.“ Und Akdemir beteuert: „Wir erzielen Einnahmen, aber zwischen Einnahmen und Gewinnen gibt es noch einen himmelweiten Unterschied.“ Ei ne gütliche Einigung scheint ausgeschlossen. Der VfL braucht ab Juli einen neuen Sportplatz für rund 120 Fußballerinnen und Fußballer.

Der SV Türkspor werde auch künftig keinesfalls auf den laufenden Kosten sitzen bleiben, versichert Akdemir: „Wir können uns vor Anfragen anderer Vereine, die das Kurparkstadion nutzen wollen, kaum retten.“