Stormarn
Kommentar

Kreisstadt ohne Leistungsfußball?

Trotz finanzieller Bedenken hat sich der Vorstand des VfL Oldesloe dazu entschlossen, bis zum Ende der Saison mit der Frauenmannschaft sowie einigen Jugendteams im Kurparkstadion zu bleiben.

Die Entscheidung ist im Sinne vieler junger Sportler und damit lobenswert – den Leistungsfußball wird das aber nicht in der Kreisstadt halten. Dass ganze Mannschaften des Vereins befürchten müssen, im Sommer ohne sportliche Heimat dazustehen, wird die besten Talente nicht gerade an den VfL binden.

Der nicht enden wollende Streit um das Kurparkstadion ist ein weiteres dunkles Kapitel der jüngeren Oldesloer Fußballgeschichte, in der keine Erfolge mehr vorkommen. Die Herrenmannschaft, einst die beste in ganz Stormarn, kickt nur noch in der siebtklassigen Kreisliga. Der Frauenfußballclub Oldesloe, der es bis in die Zweite Bundesliga brachte, wurde von den eigenen Mitgliedern abgeschafft und wieder in den VfL eingegliedert. In der Schleswig-Holstein-Liga überwintert das Team nun auf einem Abstiegsplatz und muss sich nicht nur fragen, in welchem Stadion, sondern auch in welcher Liga es im Sommer weitergehen soll.

Vielen Vereinen gelingt es in Krisen, aus der Not eine Tugend zu machen und sich durch verstärkte Jugendarbeit mittelfristig für den Leistungsbereich wieder aufzustellen. Dem VfL droht es dafür künftig schlicht an Platz zu mangeln. Fußballteams, die zu den besten im Land gehören, gibt es in Stormarn mancherorts zu sehen. In der Kreisstadt nicht mehr so bald.