Freizeitbad Reinbek

Schon wieder die Fliesen: Schwimmbad noch länger geschlossen

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Susanne Tamm
Da wollten sie schon mal öffnen: Ein Mitarbeiter des Freizeitbads feudelt im Dezember 2022 den Hallenboden.

Da wollten sie schon mal öffnen: Ein Mitarbeiter des Freizeitbads feudelt im Dezember 2022 den Hallenboden.

Foto: Undine Gerullis / U. Gerullis

Beim Befüllen des Beckens mit Wasser brachen Fliesen. Reparatur dauert an. Jetzt gibt es ein weiteres Problem im Freizeitbad Reinbek.

Reinbek.  Es läuft nicht rund bei der Sanierung des Freizeitbads Reinbek, schon wieder bereiten die Fliesen im Schwimmbecken Kummer, schon wieder sorgen sie dafür, dass die Schwimmhalle noch länger geschlossen bleibt. Eigentlich sollte sie schon Mitte Dezember wieder ihre Pforten öffnen, der der Termin musste auf den heutigen Dienstag verschoben werden. Inzwischen ist vom 7. Februar die Rede. Fast die Hälfte aller Fliesen im Hauptbecken – etwa 300 von 700 Quadratmetern – müssen bis zu diesem Termin ausgetauscht worden sein. Ursprünglich war das gar nicht vorgesehen, und nun machen auch noch Lieferschwierigkeiten den Verantwortlichen einen Strich durch die Rechnung.

Der Reihe nach: Mitte Dezember riss beim Wiederbefüllen des Schwimmbeckens mit Wasser durch die Spannung die Oberfläche des fast fertigen Hauptbeckens einmal quer durch den Schwimmbereich. Dabei wurden die Fliesen an verschiedenen Stellen hochgedrückt und zersprangen. Der Aufwand für die Reparatur war gewaltig, weil das Wasser wieder komplett abgelassen werden musste.

Wegen Fliesenmangel bleibt das Freizeitbad noch bis 7. Februar dicht

Allein das kostet das Freizeitbad 25.000 Euro und dauerte mehrere Tage. Weitere 30.000 Euro muss der Betrieb, eine Tochter des E-Werk Sachsenwald, nun in die Fliesenlegearbeiten investieren. Die Investitionskosten sind damit auf insgesamt gut 140.000 Euro geklettert. Wie sich die Einnahmeverluste auswirken, steht noch nicht fest. Denn im kältesten Monat hat das Freizeitbad auch teure Energiekosten gespart.

Zurück zu den Fliesen: Die Originalfliesen waren nicht mehr im Handel zu haben. „Wir haben aber Vergleichbares gefunden und verschiedene Bestände aufgekauft“, berichtet Holger Kehl, der Leiter des Freizeitbads. „Diese Fliesen sind aber sieben Millimeter größer. Daher passen sie nicht mehr und mussten beschnitten werden.“ Das weitaus größere Problem: Was waren nicht genug.

Ab 24. Januar Online-Anmeldungen für Schwimmkurse

Einen Teil musste das Freizeitbad also tatsächlich in Süddeutschland nachproduzieren lassen. Die einstige Standardware ist besonders auf den Schwimmbadbetrieb ausgelegt: rutschhemmend sowie chlor- und säureresistent. Mittlerweile sind solche Fliesen nur noch als Sonderanfertigungen zu haben. So dauerten die Arbeiten noch zwei Wochen länger als erhofft. Wäre es nicht einfacher gewesen, gleich das gesamte Hauptbecken neu zu fliesen? „Das hätte nicht nur mehr gekostet, sondern noch viel länger gedauert“, sagt Kehl. Am 7. Februar soll nun alles fertig sein.

Die Schulen und Vereine stellt die erneute Verzögerung vor Probleme. Sie müssen Trainingszeiten ausfallen lassen oder den Lehrplan umstellen. Holger Kehl weiß, wie stark der Andrang ist. „Wir haben unsere Stammkunden bereits alle informiert“, berichtet er. „33 verschiedene Nutzergruppen, Vereine und Schulen, darunter TSV Reinbek, der FC Voran Ohe, die DLRG Schwarzenbek, die DLRG Sachsenwald, die Volkshochschule und auch Reha-Sportgruppen sind unsere Stammkunden mit festen Zeiten.“ Er bedauert die erneute Verzögerung sehr, sagt aber auch: „Das ist höhere Gewalt. Wir können es leider nicht ändern.

Nachholbedarf beim Schwimmen und beim Rutschen

Besonders schade sei es, dass man den gesamten Januar über keine Schwimmkurse anbieten konnte, sagt der Badleiter. „Der Bedarf an Schwimmunterricht ist nach den Schließungen während der Pandemie sehr hoch.“ Deshalb beginnen die nächsten Schwimmkurse auch schon direkt am 7. Februar. Für diese Kurse startet das Freizeitbad ab dem 24. Januar in eine neue Ära der Anmeldung: Eltern können ihre Kinder jetzt einfach über einen Link auf der Website unter www.freizeitbad-reinbek.de anmelden. Bisher war dies nur persönlich vor Ort möglich. „Aber wir haben von Eltern gehört, die seit 5 Uhr morgens vor der Eingangstür standen, um einen Platz im Schwimmkursus zu ergattern“, der Kehl. „So etwas ist einfach nicht mehr zeitgemäß.“

Das Freizeitbad will im selben Monat noch mehr nachholen: Am Sonnabend, 25. Februar, soll die 13. Reinbeker Rutsch-Meisterschaft steigen. Der Wettkampf läuft von 14 bis 16 Uhr. Anmeldungen sind noch bis zum Vortag möglich. Das Außenbecken muss übrigens wegen der Energiesparverordnung noch bis 1. April geschlossen bleiben.

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