Herz-Jesu-Kirche

Für Familien: In Reinbek entsteht ein interaktiver Kreuzweg

| Lesedauer: 4 Minuten
Susanne Tamm
Alessa (9) und ihre Brüder Anton und Amadeus Haase (r., beide 10) aus Wentorf bauen die Station auf, bei der Jesus Maria trifft.

Alessa (9) und ihre Brüder Anton und Amadeus Haase (r., beide 10) aus Wentorf bauen die Station auf, bei der Jesus Maria trifft.

Foto: Susanne Tamm

An 15 Stationen wird das Osterfest mit den Leiden Jesu von Sonnabend an erlebbar. Katholiken und Evangelen machen gemeinsame Sache.

Reinbek. Gerade in diesen Tagen haben viele mit Sorgen und Ängsten zu kämpfen: um die Gesundheit, um ihre finanzielle Lage oder auch einfach um den Familienfrieden, wenn die Eltern zu Hause in der Wohnung arbeiten und nebenbei noch die Kinder beim Homeschooling unterstützen.

Sie alle sind von Palmsonntag bis nach Ostern eingeladen, den Hügel der Herz-Jesu-Kirche zu besuchen. Denn dort haben katholische und evangelische Familien 15 Stationen für Reinbeks ersten interaktiven Kreuzweg aufgebaut.

Familien bauen interaktiven Kreuzweg vor Herz-Jesu-Kirche

Traditionell sind es 14 bildhafte Stationen: von der Verurteilung beim Haus des Pilatus bis zur Grablegung Jesu, die an die Leiden Christi auf dem Weg zu seiner Kreuzigung erinnern.

„Wir haben aber auch die Auferstehung dabei“, erklärt Initiatorin Gabi Repgen. „So betrachtet, ist der Kreuzweg ein Weg der Hoffnung.“ Sie hat das Projekt gemeinsam mit Wentorfs Pastorin Ulrike Lenz organisiert und Franz Rottmann hatte die Bausätze für die Familien vorbereitet.

Holzpfosten erinnern an die Kreuzigung von Jesus

Am Mittwoch haben die ersten Familien ihre Stationen aufgebaut. „Wir sind aus Überzeugung bei allen Aktionen der Kirchengemeinde dabei“, sagt Claudia Redlich aus Reinbek. Ihr Sohn Johann (11) erzählt: „Also, an unserer Station haben die Soldaten Jesus an das Kreuz genagelt und das Kreuz aufgerichtet.“ Sein Bruder Richard (13) erläutert, während er den Holzpfosten mit Goldfarbe besprüht: „Um Jesus zu danken, dass er sich damals für uns geopfert hat – dafür bauen wir jetzt den Kreuzweg auf.“

Nachdem das Schild mit dem Bild der Kreuzigung steht, verzieren die Jungs mit ihrem Bruder Leopold (5) den Pfosten noch mit beeindruckend langen Zimmermannsnägeln.

15 Familien beteiligen sich an den Stationen, bauen diese auf

Alle 15 Familien haben von Gabi Repgen einen Brief mit einem Einführungstext, dem Bild und einem Text zum Aufnehmen erhalten. Der wird jetzt über einen QR-Code, den Besucher an den einzelnen Stationen mit einer entsprechenden App oder mit dem Fotoapparat des Handys scannen können, abgespielt. So gehen die Besucher die letzten Stunden im Leben Jesu mit. Wenn sie möchten, können sie dabei auch beten.

Familie Haase aus Wentorf hat die Station aufgebaut, an der Jesus während seines Leidensweges auf seine Mutter Maria trifft. „Jesus’ Mama hat ihren Sohn lieb, sie versteht ihn auch ohne Worte“, sagt Anton Haase (10) auf der Aufnahme. Vor der Station stellen sie eine Kiste mit Blumen und vier Weckgläsern auf. Die sind säuberlich beschriftet: „Kraftspender in Worten“ oder „Kraftspender in Taten“ steht beispielsweise darauf.

In einem Glas liegen Papierstreifen, auf die jeder schreiben kann

„Wir haben uns an zwei Abenden Gedanken gemacht, wie es ist, wenn es einer in der Familie schwer hat“, berichtet Constanze Haase über die Gespräche mit ihren Kindern. „Was uns unser Herz sagt, wenn einer ein Kreuz zu tragen hat.“ Daraus seien die Zettel entstanden, die man aus den Gläsern nehmen und lesen kann, um sie danach wieder zurückzulegen. In einem Glas liegen Papierstreifen, auf die jeder selbst schreiben kann, was er oder sie tun kann, um zu helfen.

„Wir haben uns die einzelnen Texte schon aus unserer WhatsApp-Gruppe angehört“, erzählt die Mutter von vier Kindern. „Das hat großen Spaß gemacht.“

Kreuzweg von Sonnabend an auch online zu finden

Gabi Repgen erläutert: Die Kreuzwegstationen berichten von Gottes Verbundenheit mit den Menschen. In Gestalt seines Sohnes Jesus trägt er das Leiden der Menschen und teilt es so mit ihnen. „Jesus klärt nicht die Frage nach dem Warum des Kreuzes in der Welt, aber er trägt es – und so trägt er auch unser Kreuz mit“, sagt Gabi Repgen. „In diesem Sinne ist kein Mensch mit seinem Kreuz allein.“

Am Sonnabend stellen die übrigen Familien ihre Stationen auf. An Palmsonntag von 15 bis 16.30 Uhr sind Gabi Repgen und Wentorfs Pastorin Ulrike Lenz in der Herz-Jesu-Kirche, um für alle Familien zu beten und sie zu segnen. Wer nicht vorbeikommen kann oder mag, kann den Kreuzweg ab Sonnabend auch online unter www.pfarrei-heilige-elisabeth.de anschauen.

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