Großbauprojekt

Neue Sozialstation Reinbek wächst in die Höhe

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Susanne Tamm
Zimmerermeister Jens Boysen (v. ob.), Sophie Glässer, Leiterin der SVS-Tagespflege, Vorstandsassistentin Sandra Henschel und Jan Oelkers von der Suchtberatung auf der Baustelle am Völckers Park.

Zimmerermeister Jens Boysen (v. ob.), Sophie Glässer, Leiterin der SVS-Tagespflege, Vorstandsassistentin Sandra Henschel und Jan Oelkers von der Suchtberatung auf der Baustelle am Völckers Park.

Foto: Susanne Tamm

Stormarner Vereinigung für Sozialarbeit investiert rund vier Millionen Euro. Der Bau wird in Holzständerbauweise gefertigt.

Reinbek.  Langsam wird der Neubau der Südstormarner Vereinigung für Sozialarbeit (SVS) am Völckers Park in Reinbek sichtbar: Dort schweben gerade die Wände für das Vier-Millionen-Euro-Projekt am Kran ein. Diese hat die Boysen Zimmerei seit Januar gefertigt und gelagert. Denn der dreigeschossige Bau mit 1000 Quadratmetern Nutzfläche wird in Holzständerbauweise gefertigt. Ein Material, das derzeit voll im Trend liegt: „Holz ist schließlich Kohlendioxid-neutral“, erläutert Jens Boysen, gemeinsam mit Jorne Boysen Chef der Zimmerei.

In Sachen Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit sei Holz als Baumaterial unschlagbar – zumal wenn die Transportwege wie hier innerhalb Reinbeks so kurz seien. Um die Standards im Schall- und Brandschutz zu erfüllen, seien allerdings hohe Ingenieurskunst und viele Arbeitsschritte nötig. Dadurch sei der Baustoff etwas teurer als etwa Stahlbeton. Doch für das SVS-Vorhaben war ein anderes Argument ausschlaggebend: „Holz ist natürlich ein warmer Baustoff, der für ein optimales Wohnklima sorgt“, sagt Jens Boysen überzeugt.

SVS will ihr Angebot in den neuen Räumlichkeiten erhöhen

„Genau das ist uns wichtig“, ergänzt Sandra Henschel, Assistentin des geschäftsführenden Vorstands. „Denn unsere Klienten sollen sich bei uns wohlfühlen. Wir haben bereits im Beratungszentrum an der Scholtzstraße, in unseren Kinderhäusern in Trittau und Glinde sowie bei unserem Anbau am Völckers Park, als wir 2015 die Sozialstation aufgestockt und vergrößert haben, sehr gute Erfahrungen mit dieser Bauweise gemacht.“ Sophie Glässer, Leiterin der SVS-Tagespflege, bekräftigt: „Wir brauchen für unsere älteren Gäste eine Atmosphäre wie im heimischen Wohnzimmer, keine sterile wie im Krankenhaus.“ Dies gelte auch für das Beratungszentrum, ergänzt Jan Oelkers, Leiter der Sucht- und Drogenberatung.

In dem zweigeschossigen Anbau mit Staffelgeschoss, Tiefgarage und möglicherweise auch Fotovoltaikanlage auf dem Dach werden die Reinbeker Angebote der SVS an einem Ort vereint. Dazu gehören neben der Sozialstation und dem Beratungszentrum in Reinbek, den Kinderhäusern in Glinde und Trittau, auch das Beratungsangebot im Gutshaus Glinde sowie die Alkohol- und Drogenberatung im Kreis Herzogtum Lauenburg. Im Mai hat die SVS 50-jähriges Jubiläum. Die Feier muss wohl auf 2022 verschoben werden.

In der Tagespflege gibt es 32 Plätze in zwei Gruppen

Dass die Sozialstation mit der ambulanten und der Tagespflege, mit Essen auf Rädern, dem Familien- und Haushaltsservice und dem Beratungszentrums bald zentral am Hauptstandort Völckers Park vereint sein werden, hat viele Vorteile: „Viele unserer Aufgaben überkreuzen sich jetzt schon, hier haben wir einfach kürzere Wege, wenn wir zusammenarbeiten“, erläutert Henschel. Die Pflegebedürftigen der Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige etwa werden in der Tagespflege betreut. Zudem kann sich die SVS im Neubau vergrößern: „Wir wollen beispielsweise noch eine psychosoziale Beratung für Menschen mit Krebserkrankung anbieten“, sagt Jan Oelkers. „Und wir überlegen, die Tagespflege hier um eine Gruppe zu erweitern“, sagt Sophie Glässer.

Derzeit gibt es 32 Plätze in zwei Gruppen in der Tagespflege. Eine weitere Gruppe für 16 Personen wäre möglich. Im Erdgeschoss ist auch eine 75 Quadratmeter große Gemeinschaftsküche geplant, die auch andere Vereine nutzen könnten. Ein weiterer Aspekt ist die bessere Erreichbarkeit in der Stadtmitte.

„Wir hoffen, dass die Kollegen des Beratungszentrums noch dieses Jahr einziehen“, berichtet Henschel. Seit Ende November 2020 ist die Tiefgarage fertig. Noch diese Woche sollen Erd- und Obergeschoss komplettiert sein, sodass die Haustechnikgewerke starten können. Binnen vier Wochen will die Zimmerei nun Staffelgeschoss und Dach liefern und montieren.

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