Neugründung

Vom Sonntagsfahrer bis zum Kampfradler sind alle willkommen

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Ann-Kathrin Schweers
Torsten Dreyer (v. l.), Martin Oels, Reiner Freund, Alexa Binnewies und Petra Freund wollen Einfluss auf die Verkehrspolitik nehmen.

Torsten Dreyer (v. l.), Martin Oels, Reiner Freund, Alexa Binnewies und Petra Freund wollen Einfluss auf die Verkehrspolitik nehmen.

Foto: Ann-Kathrin Schweers / Bergedorfer Zeitung

Neu gegründete ADFC-Ortsgruppe Wentorf/Börnsen sucht noch Mitstreiter. So sollen künftig Interessen der Radfahrer vertreten werden.

Wentorf/Börnsen. Dass Wentorf nicht gerade fahrradfreundlich ist, das ist nichts Neues. Geht es um die Hauptstraße, ist immer wieder von Radlern zu hören, die aus Angst vor Dränglern und Pöblern hinterm Steuer lieber auf dem Gehweg statt auf der Straße fahren. Auch auf dem Reinbeker Weg fühlen sich nur wenige sicher. Da in der Gemeinde Wentorf aber eine Fahrrad-Lobby fehlt, will ein fünfköpfiges Team nun die Interessen der Radfahrenden in Wentorf und Börnsen vertreten.

Zuwachs ist willkommen: Für den 24. März ist die Gründungsveranstaltung der neuen Ortsgruppe im Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) online geplant.

Wentorf und Börnsen gründen eine ADFC-Ortsgruppe

42 ADFC-Mitglieder gibt es in Wentorf und Umgebung, weiß Reiner Freund (64). Gemeinsam mit seiner Frau Petra (59), Alexa Binnewies (54), die in Wentorf unter anderem die Kulturwoche organisiert, ihrem Mann, dem Grünen-Fraktionschef Torsten Dreyer (56), und Martin Oels (36) will der Initiator den Radlern eine Stimme geben, Präsenz zeigen, etwas verändern. „Im Vordergrund steht, Einfluss nehmen zu wollen auf die Verkehrspolitik“, erklärt Freund.

ADFC in Stormarn jetzt flächendeckend vertreten

Der erste Ankerpunkt der Ortsgruppe: die Mobilitätswoche in diesem September. Dazu plant eine Arbeitsgruppe verschiedene Veranstaltungen rund um die Wentorfer Hauptstraße. Es soll auch um eine fahrradfreundlichere und verkehrsberuhigte Gestaltung der Straße gehen. Die ADFC-Ortsgruppe will sich einbringen. „Wir überlegen beispielsweise, eine Critical-Mass-Fahrt durch den Ort zu machen, dazu auch Nachbargruppen des ADFC einzuladen“, sagt Reiner Freund.

Welche weiteren Themen die Gruppe anpackt, wird sich zeigen. Ideen gibt es reichlich. Etwa, Fahrradstraßen, Radschnellwege, eine nahtlose Verbindung zwischen den Orten. Torsten Dreyer wäre schon glücklich, wenn es einen vernünftigen Radweg entlang der B 207 geben würde. Er fährt regelmäßig mit dem E-Bike zur Arbeit in die Hamburger City Nord. „Ich bin froh, wenn ich abends lebend nach Hause komme“, sagt er.

ADFC ist nun flächendeckend in Stormarn vertreten

Dass man in Wentorf eigentlich kein Auto braucht, da sind sich alle einig. Auch Martin Oels steigt bei Wind und Wetter aufs Rad. Ein Auto besitzt er nicht. „Es sind mehr und mehr Leute, die das Fahrrad als ernsthaftes Verkehrsmittel nutzen“, sagt er. Nun sollten auch endlich die Bedingungen angepasst werden.

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Reiner Hinsch, Vorsitzender des ADFC-Stormarn, freut sich über jede Neugründung. Im Süden hatten sich in den vergangenen Jahren Gruppen in Glinde, Barsbüttel, Oststeinbek und Reinbek gegründet. „In Stormarn sind wir flächendeckend vertreten“, freut er sich. Auch mit der Mitgliederentwicklung ist er zufrieden. Viel wichtiger aber: „Selbst in der Politik tut sich ein bisschen was. Aber man muss einen langen Atem haben“, sagt Hinsch.

Gründungsveranstaltung am Mittwoch, 24. März, via Zoom

Wer bei der ADFC-Gruppe Wentorf/Börnsen dabei sein möchte, muss nicht in den Verein eintreten. Obwohl dies einige Vorteile bringe, wie Hinsch sagt. Etwa eine Rechtsschutzversicherung im ÖPNV und auf dem Rad, einen Pannenservice, interessante ADFC-Magazine sowie kostenfreie Radcodierungen.

Willkommen sind in der Ortsgruppe „alle – vom Kampfradler bis zum Sonntagsradler“, so Torsten Dreyer. Die Gründung am Mittwoch, 24. März (19.30 Uhr), läuft via Zoom-Videokonferenz. Einen Zugangslink gibt es per E-Mail an info@wentorf.adfc-sh.de.

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