Neues Buch

Mordende Senioren und rätselhafte Pflegeroboter

| Lesedauer: 4 Minuten
Ann-Kathrin Schweers
Unter dem Pseudonym Henrik Siebold erscheint Daniel Bielensteins neuer Takeda-Krimi. Kinder- und Jugendbücher bringt er als Jakob Leonhardt heraus. Sein erster Roman „Die Frau fürs Leben“ war ein Bestseller.

Unter dem Pseudonym Henrik Siebold erscheint Daniel Bielensteins neuer Takeda-Krimi. Kinder- und Jugendbücher bringt er als Jakob Leonhardt heraus. Sein erster Roman „Die Frau fürs Leben“ war ein Bestseller.

Foto: dörte hoffmann / BGZ

Fünfter Teil der Krimi-Buchreihe um Inspektor Takeda erscheint. Der Reinbeker Autor Daniel Bielenstein ist weiter voller Ideen.

Reinbek. Der Schauplatz Seniorenheim mag für einen Krimi befremdlich anmuten. „Ja und nein“, findet der Reinbeker Autor Daniel Bielenstein (53). „Mordende Senioren gibt es in älter werdenden Ländern wie Deutschland durchaus. Aber meine Story führt auch in die Vergangenheit der mittlerweile betagten Menschen.“ Unter dem Pseudonym Henrik Siebold veröffentlicht er jetzt mit „Inspektor Takeda und die stille Schuld“ den fünften Teil seiner beliebten Krimi-Buchreihe.

Ein Brand in einer Hamburger Seniorenresidenz – acht Bewohner sterben, die Heimleitung legt ein verdächtiges Verhalten an den Tag, und auch den Angehörigen mag man nicht so recht über den Weg trauen. Kenjiro Takeda und Claudia Harms ermitteln wegen des Verdachts auf Brandstiftung. Es dauert nicht lange, und wieder sterben zwei alte Menschen in ihrem Haus durch ein Feuer. Ein spezieller Zeuge ist an beiden Tatorten zugegen: „Lisa“, ein japanischer Pflegeroboter, der sich in Hamburg in der Erprobungsphase befindet.

Neuer Inspektor Takeda-Krimi: Pflegeroboter geben Rätsel auf

„Lisa“ entwickelt sich zum Keim der Geschichte. Haben die Pflegeroboter womöglich etwas mit den Bränden zu tun? Die Ermittler Takeda und Harms stehen vor einem Rätsel. Daniel Bielenstein will nicht allzu viel verraten: „Man weiß nicht genau, mit was man es bei diesen Robotern zu tun hat. Begegnungen mit Pflegerobotern können schon etwas Unheimliches haben.“ Platz bleibt aber auch im neuen Takeda-Teil für Dialoge, die zum Schmunzeln anregen und auch für Zwischenmenschliches.

Wie entwickelt sich etwa die Beziehung zwischen Ken und Claudia, nachdem die beiden ein Verhältnis eingegangen waren? „Claudia tut sich sehr schwer. Sie war glücklich mit Takeda, aber sie hat einfach kein Talent zum Glück“, so der gebürtige Bonner Bielenstein. Gar nicht so einfach für den sensiblen Japaner Kenjiro Takeda, mit der kühlen Norddeutschen warm zu werden. „Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen“, sagt der Autor.

Der Kreativität setzt Corona keine Riegel vor

Nach eineinhalb Jahren am Schreibtisch und nach langer Zeit der intensiven Recherche, etwa zum Thema künstliche Intelligenz, hält Daniel Bielenstein den 366 Seiten starken Takeda-Band druckfrisch in den Händen. „Jetzt wäre es eigentlich an der Zeit, mit dem Buch durch Deutschland zu touren, Lesungen zu geben. Für gewöhnlich bin ich nach einer Veröffentlichung drei Monate am Stück unterwegs“, sagt er. Es mache den Autoren und Journalisten traurig, dass dieser ihm so wichtige Kontakt zu den Lesern derzeit nicht möglich ist.

Der Kreativität setzt Corona jedoch keinen Riegel vor, sagt Bielenstein. „Mein Arbeitsalltag hat sich dadurch nur wenig verändert. Bücher schreiben ist eben ein einsamer, kontaktloser Job.“ Wobei die Besuche in Japan, wo er seine Kindheit verbracht hatte, ihm fehlten. Inspiration schöpft er stattdessen durch Tai-Chi und „einsame Spaziergänge im Sachsenwald“. Die Story für das sechste Takeda-Buch hat Bielenstein bereits im Kopf. „Verraten kann ich noch nichts. Aber die Figuren sind noch längst nicht auserzählt“, sagt er. Und auch die Beleuchtung der deutschen und der japanischen Lebensart bietet noch viel Stoff für weitere Krimis.

"Inspektor Takeda und die stille Schuld" ab sofort bestellbar

„Inspektor Takeda und die stille Schuld“ erscheint im Aufbau-Verlag und kann ab sofort für 10 Euro im Buchhandel bestellt werden. Den Verkaufsstart sieht Daniel Bielenstein trotz Corona optimistisch: „Als es im Jahr 2016 mit Inspektor Takeda losging, kam mir die Idee, einen japanischen Polizisten in Deutschland ermitteln zu lassen, sehr gewagt vor. Inzwischen durfte ich erleben, dass Kenjiro Takeda und seine deutsche Kollegin Claudia Harms viele Fans gewonnen haben.“

Über Rückmeldungen per E-Mail an mail@danielbielenstein.de freut sich der Autor. Außerdem ruft er über die Literaturplattform lovelybooks.de zu einer virtuellen Leserunde auf. Dort werden unter seinem Autorenprofil Henrik Siebold 20 Exemplare von „Inspektor Takeda und die stille Schuld“ verlost.

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