Klimaschutz

ADFC Stormarn will mehr Lastenräder bereitstellen

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René Soukup
Abendblatt-Redakteur René Soukup hat das Lastenrad mit Elektroantrieb in Ahrensburg getestet und es unter anderem mit Getränkekisten beladen.

Abendblatt-Redakteur René Soukup hat das Lastenrad mit Elektroantrieb in Ahrensburg getestet und es unter anderem mit Getränkekisten beladen.

Foto: Harald Klix

Der Verein verleiht kostenlos E-Bikes von Reinbek bis Reinfeld. Die Flotte soll 2021 weiter wachsen. Auslastung bei 60 Prozent.

Reinbek/Ahrensburg. Seit Anfang Januar ist die kostenlose Ausleihe der Elektro-Lastenräder des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Stormarn gestoppt. Grund ist die Corona-Situation inklusive Lockdown. Wenn Geschäfte wieder öffnen, will auch der Kreisverband loslegen. „Vermutlich wird das erst im März der Fall sein“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Jürgen Hentschke. Die Planungen des Vorstands gehen jedoch weit über jenen Monat hinaus. Noch in diesem Jahr ist ein Ausbau der Flotte vorgesehen. Sie soll von jetzt drei auf vier Elektro-Lastenräder wachsen.

„Wir haben schon Zusagen von Sponsoren, müssen aber auch selbst Geld beisteuern“, berichtet Hentschke. Rund 8000 Euro kostet das Gefährt. Bis Mitte 2021 will der ADFC noch abwarten und schauen, wie sich die Ausleihzahlen entwickeln. Sind sie schwach, könnte das Vorhaben scheitern. Doch bislang sieht es gut aus.

ADFC Stormarn: 1000 Mitgliederin in acht Ortsgruppen organisiert

Im Dezember lag die Buchungsquote an allen drei Standorten, darunter Am Ladenzentrum 5 in Reinbek, bei 60 Prozent, womit die Verantwortlichen zufrieden sind. Davor waren die E-Bikes in Ammersbek und Reinbek gleichermaßen nachgefragt, Bad Oldesloe fiel ein bisschen ab. Deshalb steht das eigentlich der Kreisstadt zugeordnete Rad derzeit in Reinfeld, wo mehr Menschen von dem Angebot Gebrauch machen.

Die Ausleihe ist nicht auf die jeweilige Kommune begrenzt. Jedes E-Bike deckt ein bestimmtes Gebiet ab, das in Ammersbek bei Hentschke geparkte Lastenrad wird vor allem von Ahrensburgern genutzt und ist auch für Großhansdorfer gedacht. Außerdem ist der ADFC flexibel, brachte ein Exemplar vorübergehend für eine Woche nach Glinde. Wo das neu anzuschaffende Rad abgestellt wird, darauf hat sich der Vorstand noch nicht festgelegt. Eine Option ist Bargteheide.

Klimaschutzprojekt startet im Juli 2020

Gestartet war das Klimaschutzprojekt im vergangenen Juli. Mit seiner Aktion hofft der ADFC, zur Mobilitätswende beizutragen. Ziel ist es, dass sich viele Menschen entscheiden, auf das Auto zu verzichten. Denn mit dem Pedelec, auf dem es nicht ganz ohne Treten voran geht, sind Großeinkäufe problemlos möglich. Auf der 80 mal 30 Zentimeter großen Ladefläche lassen sich auch Kühlschränke und Waschmaschinen transportieren. Zudem eignet sich das Rad zum Wegbringen von Gartenabfällen zum Recyclinghof.

„Mir haben mehrere Nutzer signalisiert, dass sie sich ein E-Bike zulegen wollen“, berichtet Hentschke. Zudem habe der Verein durch die Verleihaktion neue Mitglieder gewonnen. Rund 1000 Personen sind in Stormarns ADFC mit seinen acht Ortsgruppen organisiert. „Wir müssen uns dringend verjüngen“, sagt Hentschke.

Kosten für Versicherung und Instandhaltung zwischen 5000 und 6000 Euro

In Kürze wird der Vorstand für Lastenräder eine Projektverlängerung bei der Umweltlotterie Bingo beantragen. So sollen die Kosten für Versicherung und Instandhaltung der Lastenräder gedeckt werden, immerhin sind das zwischen 5000 und 6000 Euro pro Jahr. Bislang sind die Nutzer laut Hentschke mit den E-Bikes sorgsam umgegangen, Reparaturen nicht notwendig gewesen.

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Die 35 Kilogramm schweren Räder, die mit Scheibenbremsen ausgestattet und 2,75 Meter lang sind, haben eine Maximalgeschwindigkeit von 25 Kilometer pro Stunde. An der linken Seite des Lenkers ist eine Bedienungskonsole installiert mit kleinem Display. Dort erscheint der Modus, der für die Tretunterstützung zu wählen ist: Eco, Tour, Sport und Turbo sind die vier Einstellungen. Das Hoch- und Runterschalten wird über zwei Tasten mit den Symbolen Plus und Minus geregelt. Ist der Akku leer, dauert das Aufladen an der heimischen Steckdose rund sechs Stunden. Das entsprechende Gerät ist bei den E-Bikes dabei, dazu eine Gebrauchsanweisung.

Neue Elektro-Lastenräder werden ein Stück kürzer ausfallen

Die Lastenräder werden online unter www.adfc-stormarn.de entliehen. Auf der Internetseite gibt es einen Belegungskalender. Nutzer müssen mindestens 18 Jahre alt sein und vor der Fahrt einen Vertrag signieren. Sie bestätigen damit, Rad und Zubehör in einem mangelfreien Zustand übernommen zu haben. Von der Regel, die Räder nur für einen Tag zu verleihen, weicht der ADFC bei bestimmten Anlässen ab.

Das neue E-Bike wird nicht identisch mit den vorhandenen sein, sondern ein Stück kürzer ausfallen. Die Ladefläche schrumpft auf 65 mal 30 Zentimeter. Der Grund für die Auswahl: Eine Langversion des auserwählten Herstellers gibt es nicht mehr, sagt Hentschke.

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