Ahrensburg

Alte Reitbahn: Im Frühjahr 2022 rollen die Bagger an

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Filip Schwen
So soll das Wohn- und Geschäftsgebäude auf der Alten Reitbahn aussehen. Im Erdgeschoss soll der Edeka-Markt einziehen.

So soll das Wohn- und Geschäftsgebäude auf der Alten Reitbahn aussehen. Im Erdgeschoss soll der Edeka-Markt einziehen.

Foto: DREIDESIGN / Plankontor Bremen

Baubeginn für Kino voraussichtlich Mitte 2025. Noch im November soll die öffentliche Auslegung der Planunterlagen erfolgen.

Ahrensburg. Nach Jahren der Diskussion und teilweise monatelangem Stillstand soll es nun schnell gehen: Am Mittwoch haben die Planer dem Ahrensburger Umweltausschuss die Entwürfe der neuen Bebauungspläne für die Alte Reitbahn und das Edeka-Grundstück an der Bahnhofstraße vorgestellt. Nachdem die Politiker keine Einwände erhoben, soll noch diesen Monat das Auslegungsverfahren starten. Dazu ist ein Beschluss des Bau- und Planungsausschusses notwendig, der am Mittwoch, 17. November, tagt. Anschließend werden die Pläne für einen Monat öffentlich einsehbar sein.

Arbeiten auf der Alten Reitbahn sollen im Frühjahr 2022 starten

„Bürger, Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange haben in dieser Zeit die Möglichkeit, Einwände und Anregungen abzugeben, die von der Verwaltung bearbeitet werden müssen“, sagt Ahrensburgs Bauamtsleiter Peter Kania. Im letzten Schritt müssen die Stadtverordneten einen Satzungsbeschluss fällen, damit die neuen B-Pläne (Nr. 99 und 100 A) in Kraft treten.

Auf dem Parkplatz sollen 52 Wohnungen und ein Edeka-Markt entstehen

Baustart auf der Alten Reitbahn könnte laut Kania im Frühjahr 2022 sein. Die Melchers-Gruppe aus Bremen möchte auf dem rund 6000 Quadratmeter großen Grundstück unweit der Polizeiwache, das der Stadt gehört und derzeit als Parkplatz genutzt wird, einen Edeka-Markt sowie 52 Wohnungen errichten. Einen Kaufvertrag mit der Melchers-Gruppe hat die Stadt bereits im Juli 2020 geschlossen. Den Kaufpreis möchte Kania nicht nennen. „Es handelt sich um eine nichtöffentliche Vertragsangelegenheit“, sagt er. Derzeit liefen letzte Vorbereitungen, damit die das Areal in den Besitz des Investors übergehen könne.

An der Bahnhofstraße sind ein Kino und 38 Wohneinheiten geplant

Nach dem Umzug des Edeka-Marktes in die neuen Räume sollen am bisherigen Standort des Supermarktes an der Bahnhofstraße ein Kino sowie 38 weitere Wohnungen entstehen. Im Umweltausschuss stellte Stadtplaner Torben Sell vom Hamburger Büro Claussen Seggelke, das mit der Erarbeitung der neuen Bebauungspläne beauftragt ist, weitere Details zu beiden Projekten vor.

Edeka-Markt bekommt im Erdgeschoss Fläche von 2400 Quadratmetern

Einen Großteil der Alten Reitbahn soll demnach ein vierstöckiges Wohn- und Geschäftsgebäude einnehmen. „Im Erdgeschoss wird auf 2400 Quadratmetern der Edeka-Markt einziehen“, so Sell. Der Eingangsbereich werde sich an der südöstlichen Gebäudeseite an der Stormarnstraße befinden. 39 frei finanzierte Wohnungen sollen in fünf voneinander getrennten Blocks auf dem sogenannten Sockelgeschoss umgesetzt werden.

Auf dem Dach ist eine gemeinschaftliche Gartenfläche vorgesehen

Auf der Dachfläche dazwischen ist eine gemeinschaftliche Gartenlandschaft für die Bewohner vorgesehen. „Dazu gibt es einen 80 Zentimeter tiefen, durchwurzelbaren Aufbau, der eine Begrünung mit kleineren Sträuchern und Gehölzen ermöglicht“, so Sell. Zusätzlich sollen die Wohnungen Balkone und ein Gründach erhalten. Die Fassade zur Stormarnstraße soll optisch gegliedert werden, um das Straßenbild aufzulockern. „Außerdem wird sie abschnittweise mit Kletter- und Schlingpflanzen begrünt werden“, so Sell.

13 Wohnungen in separatem Gebäude werden öffentlich gefördert

Unter dem Gebäude soll es eine Tiefgarage mit zwei Ebenen und 195 Stellplätzen geben. Die Ein- und Ausfahrt soll über die Stormarnstraße erfolgen. Nördlich des Wohn- und Geschäftshauses ist ein weiteres Gebäude vorgesehen, das 13 öffentlich geförderte Wohnungen beherbergen soll. Der Bau mit vier Geschossen soll sich in Ost-West-Richtung von der Stormarnstraße in Richtung Adolfstraße erstrecken.

Wanderweg soll südlich um den Komplex herum geführt werden

Auch diese Wohnungen sollen mit Balkonen ausgestattet werden. „Zwischen beiden Gebäuden wird es einen Zulieferweg für den Supermarkt geben“, sagte Sell. Der Wanderweg Reesenbüttler Graben, der bislang auf dem Parkplatz endet, soll südlich um die Gebäude herumgeführt werden und in einen dreieckigen Vorplatz vor dem Eingangsbereich des Edeka-Marktes münden. Außerdem soll auf Höhe der südwestlichen Ecke des Wohn- und Geschäftshauses eine Anbindung des Weges in Richtung Adolfstraße geschaffen werden. Der Knick, der die Alte Reitbahn im Westen begrenzt, soll erhalten bleiben.

Auch der Flächennutzungsplan muss für das Vorhaben geändert werden

Für das Vorhaben muss neben dem B-Plan auch der Flächennutzungsplan geändert werden. „Derzeit ist die Alte Reitbahn dort als Grünfläche kartiert“, sagt Sell. Auch dessen neue Fassung soll nach dem Beschluss des Bau- und Planungsausschusses am 17. November öffentlich ausgelegt werden. Nach der Fertigstellung des neuen Edeka-Marktes soll der Bau des Kinos an der Bahnhofstraße beginnen.

Kino soll sechs Säle, 620 Sitzplätze und Tiefgarage bieten

Das 4500 Quadratmeter große derzeitige Edeka- Grundstück gehört bereits der Melchers-Gruppe. Das Kino mit sechs Sälen und Platz für etwa 620 Zuschauer soll neben dem Parkhaus Alter Lokschuppen im Osten des Areals entstehen. Der Bau soll zudem eine Tiefgarage mit 75 Stellplätzen erhalten. Westlich davon, neben dem Holzhandel, ist in Nord-Süd-Richtung der schmale Riegel mit 38 Kleinstwohnungen geplant. Der Bau soll über vier Voll- und ein Staffelgeschoss verfügen. „Im Erdgeschoss wird auch eine gewerbliche Nutzung möglich sein“, so Sell.

Bauamtschef rechnet mit Errichtung des Kinos frühestens ab Mitte 2025

Kania rechnet mit einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren auf der Alten Reitbahn. „Der Bau des Kinos könnte also frühestens Mitte 2025 starten“, sagt der Bauamtsleiter. Wann der Filmpalast Eröffnung feiern werde, könne er noch nicht sagen. Kania weist erneut Bedenken zurück, dass der Investor nach der Bebauung der Alten Reitbahn von den Kino-Plänen abrücken könnte. „Der Investor hat gegenüber der Stadt eine Verpflichtungserklärung abgegeben, dass das Projekt realisiert wird.“

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