Finanzen

Düstere Prognose: Muss Ahrensburg Bauprojekte streichen?

| Lesedauer: 2 Minuten
Der Neubau des Freizeitbads „Badlantic“ zählt mit geschätzten Kosten von 30 Millionen Euroi zu den teuersten Projekten für die kommenden zehn Jahre.

Der Neubau des Freizeitbads „Badlantic“ zählt mit geschätzten Kosten von 30 Millionen Euroi zu den teuersten Projekten für die kommenden zehn Jahre.

Foto: Lutz Wendler / HA

Laut Vorsitzendem des Finanzausschusses benötigt Ahrensburg bis 2031 Kredite in Höhe von 193 Millionen Euro. Bürgermeister appelliert.

Ahrensburg. Auf Ahrensburg könnten in naher Zukunft herbe Einschnitte zukommen, möglicherweise müssen geplante Bauvorhaben verschoben oder sogar gestrichen werden. Zu diesem Ergebnis kommt der Vorsitzende des Finanzausschusses, Peter Egan. Der Politiker von der Wählergemeinschaft WAB stellte am Montag eine Prognose für die Haushaltsentwicklung in der Schlossstadt in den kommenden zehn Jahren vor. Und die sieht düster aus.

Düstere Haushaltsprognose könnte zum Aus für Bauprojekte führen

„Ich habe mir die Mühe gemacht, einfach mal alle Investitionen, die bis 2031 auf uns zukommen, aufzulisten“, sagte Egan. Das Ergebnis: In den kommenden zehn Jahren stehen Vorhaben mit einem Nettoinvestitionsvolumen von rund 200 Millionen Euro auf der Agenda. Besonders zu Buche schlagen die geplante Sanierung des Schulzentrums Am Heimgarten und der Neubau des Badlantics mit Kosten von je 30 Millionen Euro. Für die Instandsetzung von Straßen und Radwegen schätzt Egan eine Summe von 40 Millionen Euro bis 2031. Hinzu kommen Arbeiten an weiteren Schulen, Feuerwachen, der Neubau von Stadtbücherei und Volkshochschule.

Theoretisch müsste Ahrensburg 193 Millionen Euro neue Schulden aufnehmen

„Und das sind nur die Dinge, die wir schon beschlossen haben oder die absehbar sind“, so Egan. Da die Stadt ihre finanziellen Reserven fast aufgebraucht habe und keine positive Haushaltsentwicklung absehbar sei, müsse ein Großteil der Projekte durch Kredite finanziert werden. „Rein theoretisch müsste Ahrensburg bis 2031 etwa 193 Millionen Euro Schulden aufnehmen.“

Bürgermeister mahnt Politiker zur Haushaltsdisziplin

Laut Bürgermeister Michael Sarach ist das nicht realistisch. „Schon weit bevor wir diese Summe erreicht hätten, würde das Innenministerium uns keine neuen Kredite mehr genehmigen“, sagte er. In der Konsequenz müssten Projekte verschoben oder gestrichen werden. „Die personellen Ressourcen im Rathaus reichen ohnehin nur für die Umsetzung von Investitionen in Höhe von zehn Millionen Euro im Jahr“, so Sarach. Der Bürgermeister appellierte deshalb: „Bevor ein Ausschuss neue Maßnahmen beschließt, sollte er einen Vorschlag unterbreiten, was dafür gestrichen wird.“

( fsn )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Stormarn