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Kreis Stormarn ist für den Winter gerüstet

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Lutz Kastendieck
7670 Straßenkilometer müssen die Mitarbeiter der 22 Straßenmeistereien mit ihren Streufahrzeugen landesweit eisfrei halten.

7670 Straßenkilometer müssen die Mitarbeiter der 22 Straßenmeistereien mit ihren Streufahrzeugen landesweit eisfrei halten.

Foto: Markus Scholz / dpa

In den drei zuständigen Straßenmeistereien Grande, Bargteheide und Lübeck stehen insgesamt 32 Mitarbeiter in den Startlöchern.

Bad Oldesloe.  So mancher Frühaufsteher im Kreis Stormarn hat in den vergangenen Tagen morgens hektisch nach dem Eiskratzer für die zugefrorenen Autoscheiben gesucht. Die Vorboten des nahenden Winters sind nicht mehr zu übersehen. Da ist es gut zu wissen, dass immerhin die Straßenmeistereien in der Region für die kalte Jahreszeit rechtzeitig gerüstet sind: Die Salzhallen sind gut gefüllt, die Einsatzpläne stehen und die Räum- und Streufahrzeuge des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) könnten sofort starten.

„Unsere Meistereien haben mehr als 20.000 Tonnen Streumittel eingelagert und können jederzeit loslegen“, sagte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) beim symbolischen Startschuss für die Winterdienstsaison in Eckernförde. Mindestens genauso wichtig sei jedoch, dass alle am Lenkrad ihr Fahrverhalten anpassen, um möglichst unfallfrei durch den Winter zu kommen, so Buchholz.

Das gelte umso mehr bei Begegnungen mit den Mitarbeitern der 22 Straßenmeistereien im „echten Norden“. Immer wieder komme es zu gefährlichen Situationen, in denen Streufahrzeuge waghalsig überholt würden, berichtete der stellvertretende Direktor des LBV.SH, Frank Quirmbach.

Einsatzrufbereitschaft beginnt für viele Straßen um 3 Uhr

„Bitte nehmen Sie Rücksicht auf unsere Kolleginnen und Kollegen, die für uns alle in Eis und Schnee unterwegs sind“, appellierte Quirmbach. Und der Minister ergänzte: „Wenn die meisten von uns noch schlafen, sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LBV.SH längst im Einsatz, um die Straßen sicher zu machen.“ Generell seien aber Winterreifen, eine an die Straßenverhältnisse angepasste Fahrweise und genügend Sicherheitsabstand im Winter unumgänglich, um sicher ans Ziel zu kommen.

Laut LBV.SH-Geschäftsbereichsleiterin Susan Müller ist der Winterdienst so organisiert, dass bei winterlicher Witterung die Einsatzrufbereitschaft auf allen wichtigen Straßen bereits um 3 Uhr morgens beginnt und um 22 Uhr endet. „Auf der Autobahn gewährleisten wir hingegen einen 24-Stunden-Streu- und Räumdienst“, so Müller.

Für den Kreis Stormarn sind die drei Straßenmeistereien Grande im Süden, Bargteheide im mittleren Bereich und Lübeck im Norden zuständig. Sie unterhalten indes auch Bundes- und Landesstraßen, die nicht ausschließlich auf Stormarner Gebiet verlaufen, sondern ebenso Kreisstraßen des Kreises Ostholstein.

An den genannten drei Standorten sind ohne die jeweiligen Meistereileitungen insgesamt 32 Mitarbeiter für 526 Straßenkilometer zuständig. Im gesamten Zuständigkeitsbereich der drei Straßenmeistereien stehen 2130 Tonnen Salz zur Verfügung, um die Verkehrswege schnee- und eisfrei zu halten.

Im Winter 2020/2021 verursachten die witterungsbedingten Räum- und Streueinsätze Kosten in Höhe von 1,7 Millionen Euro. Damit lag der finanzielle Aufwand deutlich über dem Schnitt der vorangegangenen fünf Winterdienstperioden, in denen zwischen Oktober und April rund 1,25 Millionen Euro aufgewendet werden mussten.

Laut Verkehrsminister Bernd Buchholz ist der Winterdienst eine anspruchsvolle Managementaufgabe, in die landesweit insgesamt 482 Mitarbeiter eingebunden sind. Immerhin betreut der LBV.SH in ganz Schleswig-Holstein mehr als 7670 Kilometer Straßen. Davon sind 1428 Kilometer Bundesstraßen, 3530 Kilometer Landesstraßen und 2683 Kilometer Kreisstraßen. In einem gesonderten Auftrag kommen außerdem 25 Kilometer der Autobahn 23 hinzu. Für die übrigen Autobahnen ist seit dem 1. Januar dieses Jahres die Autobahn GmbH des Bundes zuständig.

In den vergangenen fünf Jahren musste der Landesbetrieb in seinem gesamten Zuständigkeitsbereich im Schnitt etwa 7,5 Millionen Euro pro Jahr für den Winterdienst aufwenden, der Salzverbrauch betrug rund 20.888 Tonnen. Im Winter 2020/21 lagen die Kosten hingegen bei 9,6 Millionen Euro und der Salzverbrauch bei 31.000 Tonnen – nur für Bundes-, Landes und Kreisstraßen.

Die Kosten teilen sich Bund, Land und die Kreise

Getragen werden die Kosten durch den Bund, das Land und die Kreise, die dem LBV.SH diese Aufgaben übertragen haben. Hierin enthalten sind die Ausgaben für Streugut, Löhne, die Fahrzeugflotte, benötigte Geräte sowie für den Einsatz von Fremdunternehmern und betriebswirtschaftliche Gemeinkosten.

„Der Einsatz der gesamten LBV.SH-Mannschaft ist unverzichtbar, damit wir auch im Winter mobil bleiben und sicher auf den Straßen unterwegs sind. Dafür danke ich den Mitarbeitern schon jetzt ausdrücklich“, so Bernd Buchholz. Zumal diese wichtige Arbeit bei Schnee und Eis alles andere als ungefährlich sei.

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