Leerstand droht

Nicht zeitgemäß: Oldesloe will Jugendherberge sanieren

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Die Jugendherberge wurde für den Betrieb als Impfzentrum umgebaut.

Die Jugendherberge wurde für den Betrieb als Impfzentrum umgebaut.

Foto: Janina Dietrich

Gebäude ist laut Stadtverwaltung nicht mehr geeignet, um Jugendgruppen zu beherbergen. Bedeutet das den Abriss für das Kurbad?

Bad Oldesloe.  Noch wird die Jugendherberge in Bad Oldesloe vom Gesundheitsamt genutzt. Doch wenn sich der Kreis Stormarn zurückzieht, droht Leerstand. Laut Stadtverwaltung ist das Gebäude in seinem jetzigen Zustand nicht mehr geeignet, um Jugendgruppen zu beherbergen. Deswegen soll das Gelände überplant werden. Die Jugendherberge könnte saniert werden und das benachbarte, seit Jahren leerstehende Kurbad einem Neubau weichen.

Stadt braucht Jugendherberge genau dort

Schon lange gestaltet sich der Betrieb der Jugendherberge mit ihren 111 Betten in 24 Zimmern am Oldesloer Bürgerpark problematisch, wie Bürgermeister Jörg Lembke sagt: „Die großen Gruppenzimmer sind nicht mehr zeitgemäß.“

Dass der Betrieb der Jugendherberge dauerhaft aufgegeben wird, kommt für Lembke nicht infrage: „Ich glaube, dass Bad Oldesloe die Jugendherberge braucht, und zwar genau an diesem Standort.“ Einen besseren gebe es nicht. Die Jugendherberge liegt direkt am Berliner Ring und an der Trave. Gruppen können von hier aus Kanufahrten unternehmen. In direkter Nachbarschaft befinden sich außerdem das Travestadion, das Travebad, der Kunstrasenplatz und der große Parkplatz am Exer, die Stormarnhalle und das Jugendzentrum.

Weitere Zusammenarbeit mit DJH fraglich

„Klar ist aber auch, dass uns der Erhalt der Jugendherberge etwas kosten wird“, sagt der Bürgermeister. Denn Gebäude und Grundstück befinden sich im Eigentum der Stadt und sind derzeit an das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) erbverpachtet. Doch der Verband hat angekündigt, dass die Jugendherberge voraussichtlich bis März 2023 geschlossen bleibt. Diesen Umstand will die Stadt zum Anlass nehmen, grundsätzlich zu prüfen, ob die Zusammenarbeit mit dem DJH fortgesetzt wird.

„Wir hatten den Verband eigentlich schon vor Jahren gebeten, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, ob und wie eine Renovierung möglich ist“, so Lembke. Doch das sei bislang ergebnislos geblieben. Wie groß das Interesse am Standort Bad Oldesloe seitens des DJH noch ist, soll in künftigen Gesprächen sondiert werden.

Kurbad ist in sehr schlechtem Zustand

Lembke will bei den Überlegungen über die Zukunft der Jugendherberge auch das benachbarte Kurbad einbeziehen, das seit Jahren leer steht und sich ebenfalls im Eigentum der Stadt befindet. Einen entsprechenden Beschluss hat kürzlich auch der Hauptausschuss gefasst. Für die Planungen stehen 200.000 Euro zur Verfügung. Dabei soll auch der Abriss des Kurbades, das in einem sehr schlechten Zustand ist, in Betracht gezogen werden. Eine Sanierung würde wohl Millionen verschlingen. Ein Neubau könnte auch Raum für Vereine und Organisationen bieten. So braucht etwa der DLRG-Ortsverein dringend ein neues Vereinsheim. Durch die Nähe zum Travebad und die zentrale Lage wäre der Standort dafür ideal.

Derzeit sind die Stadtwerke für den Unterhalt des Kurbades verantwortlich. Stadtwerke-Leiter Jürgen Fahl: „Ein Neubau wird sehr wahrscheinlich am wirtschaftlichsten sein.“ Die Planungen befinden sich noch am Anfang. Zunächst wird die Stadtverwaltung voraussichtlich mehrere Varianten zur Zukunft von Jugendherberge und Kurbad erarbeiten und dann in die politische Diskussion geben. Einen Zeitplan gibt es noch nicht.

( fif )

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