Stormarn

"Schandfleck" in Bad Oldesloe wird noch 2021 abgerissen

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Das heruntergekommene Wohn- und Geschäftsgebäude in der Lübecker Straße soll noch in diesem Jahr abgerissen werden.

Das heruntergekommene Wohn- und Geschäftsgebäude in der Lübecker Straße soll noch in diesem Jahr abgerissen werden.

Foto: Finn Fischer

Stadt will ein Konzept erarbeiten lassen, wie das Gelände künftig genutzt werden könnte. Der Bürgermeister hat schon konkrete Ideen.

Bad Oldesloe.  Vernagelte Fenster, dreckige Fassade, Graffiti: Ein Bauzaun schützt das ehemalige Wohn- und Geschäftsgebäude in der Lübecker Straße in Bad Oldesloe vor unerwünschten Besuchern. Jetzt soll das seit Jahren leerstehende Objekt abgerissen werden. Der Abbruch ist bereits genehmigt. Das ist noch nicht alles: Das gesamte Areal, die Grundstücke 8 bis 20 zwischen Lübecker Straße und Trave, sollen überplant werden. Die Stadtverordnetenversammlung hat einstimmig einen Realisierungswettbewerb beschlossen.

"Schandfleck" in Bad Oldesloe soll abgerissen werden

Ein bisschen Erleichterung schwingt mit, als Hartmut Jokisch, Vorsitzender des Wirtschafts- und Planungsausschusses, den Tagesordnungspunkt in der Stadtverordnetenversammlung zusammenfasst: „Es ist endlich soweit, der Schandfleck wird beseitigt und wir bekommen das Gelände.“ Mit „wir“ ist Bad Oldesloe gemeint. Nach langen Verhandlungen mit dem bisherigen Eigentümer geht das Gelände neben dem Trave-Parkplatz ins Eigentum der Stadt über. Auf der östlichen Seite des Parkplatzes befindet sich ein weiteres Geschäftsgebäude, das von der Stadt bereits erworben wurde und ebenfalls abgerissen wird.

Mit einem Realisierungswettbewerb will die Stadt nun ein Konzept erarbeiten lassen, wie das gesamte Gelände künftig genutzt werden könnte. „Der Bereich ist ein einziger städtebaulicher Missstand“, sagt Bürgermeister Jörg Lembke. Der Oldesloer Verwaltungschef hat bereits einige Vorstellungen, wie der Eingang zur Innenstadt einmal aussehen könnte. „Sinnvoll wäre sicherlich, dort Wohnraum zu planen und vielleicht auch ein Hotel“, so Lembke. Eine Vorgabe ist der Erhalt von Parkflächen für Innenstadt-Besucher. Und auch eine Erkenntnis aus dem kürzlich vorgestellten Innenstadtkonzept bezieht der Bürgermeister in seine Überlegungen mit ein: „Wir haben in der Fußgängerzone einen Bedarf an großen Ladenflächen.“

Eine Vorgabe ist der Erhalt von Parkflächen

Städtebaulich setzt die Stadtverwaltung große Hoffnungen in den Realisierungswettbewerb. Durch die Neustrukturierung des Areals soll eine attraktive Verbindung zwischen den Trave-Arkaden und der Fußgängerzone geschaffen werden. Die Aufwertung des Gebietes soll dazu dienen, die Ortsbild- und Aufenthaltsqualität zu steigern und gleichzeitig den innerstädtischen Missstand zu beheben. Denn direkt am Plangebiet auf der anderen Seite der Trave liegt die Heiligengeiststraße, ein idyllisches und bei Besuchern beliebtes Stadtviertel mit kleinen ursprünglichen Fachwerkhäusern. Der Kontrast zum heruntergekommenen Innenstadt-Eingang könnte größer nicht sein. Deswegen will die Stadt bei den Planungen auch die Neugestaltung des Trave-Ufers berücksichtigt sehen.

Der Wettbewerb ist für die Jahre 2022/23 geplant. Die Stadt will beim Land Fördergeld beantragen. Die geschätzten Kosten für den Realisierungswettbewerb liegen bei 100.000 Euro. Sollte das Land dem Förderantrag zustimmen, werden 75 Prozent, also 75.000 Euro, übernommen.

Jury entscheidet über Vorschläge für ehemaligen "Schandfleck" in Bad Oldesloe

Die Wettbewerbskriterien werden von der Politik festgelegt, bevor Architekten Entwürfe einreichen können. Über die Vorschläge wird anschließend eine Jury beraten. Nach dem Wettbewerb soll ein Investor gesucht werden, der das Projekt umsetzt.

Bis auf dem Gelände tatsächlich gebaut wird, dürften allerdings noch einige Jahre vergehen, wie das Projekt um die ehemalige Volkshochschule in der Königstraße zeigt. Dort wurde vor fünf Jahren ein Realisierungswettbewerb beauftragt. Seit drei Jahren gibt es einen Entwurf. Ein Investor, der die Vorstellungen der Lokalpolitik umsetzt, hat sich bislang jedoch noch nicht gefunden.

( fif )

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