Camping-Boom

Bad Oldesloe will neue Stellplätze für Wohnmobile bauen

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Wegen der Lage an der Skandinavien-Route ist die Oldesloer Innenstadt ein beliebter Zwischenstopp für Wohnmobilfahrern (Symbolbild).

Wegen der Lage an der Skandinavien-Route ist die Oldesloer Innenstadt ein beliebter Zwischenstopp für Wohnmobilfahrern (Symbolbild).

Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services

Immer mehr Camper kommen in die Stormarner Kreisstadt – obwohl es keinen Campingplatz gibt. Politik diskutiert mehrere Varianten

Bad Oldesloe.  Für Wohnmobiltouristen sollen am Exer in Bad Oldesloe neue und kostenfreie Stellplätze eingerichtet werden. Das hat der Wirtschafts- und Planungsausschuss der Kreisstadt beschlossen und der Stadtverwaltung einen Prüfauftrag erteilt.

Durch die Lage an der Skandinavien-Route und viele Ausflugsziele in der Umgebung wird Bad Oldesloe bei Campern immer beliebter. Dabei verfügt die Stadt nicht einmal über einen Campingplatz. Die derzeit einzige Möglichkeit, Wohnwagen oder Wohnmobile abzustellen, besteht auf dem Exer-Parkplatz am Bürgerpark. An der Stormarnhalle hatte die Stadt vor einigen Jahren kostenfreie Stellplätze eingerichtet.

Die Plätze sind im Sommer komplett belegt

„Wer hin und wieder am Exer ist, kennt die Situation und weiß, dass die Plätze vor allem im Sommer komplett belegt sind“, sagt Angelika Müller vom Fachdienst Bauen und Umwelt. Die Folge: Die Wohnmobil-Touristen weichen auf die regulären Parkplätze aus. An besonders stark frequentierten Tagen gleicht das Gelände einem Campingplatz.

Deswegen will die Stadt jetzt Abhilfe schaffen. Denn die Besucher bringen Geld in die Innenstadt. Auf den acht Stellplätzen am Exer zählte die Stadt vor Corona (2019) rund 5000 Übernachtungen. Durch die Erweiterung könnte die Zahl der Übernachtungen rein rechnerisch auf mehr als 15.000 steigen.

Verwaltung stellt vier Varianten vor

In ihrer Vorlage stellte die Stadtverwaltung vier Varianten vor, wie das zu erreichen sein könnte. Die erste sieht den Umbau des kostenpflichtigen Parkplatzes am Bürgerpark zwischen Exer und Trave als möglichen Mini-Campingplatz. „Hier wären etwa 17 Stellplätze realisierbar“, sagt Müller.

In einer zweiten Variante brachte sie den Parkplatz am Kurparkstadion ins Gespräch, auf dem bis zu 15 Wohnmobile Platz finden könnten. Außerdem die Varianten 3 und 4: zwei brachliegende Flächen, die an den Finanzamt-Parkplatz angrenzen. Beide direkt an der Trave.

Grüne bemängeln Eingriff in die Natur bei zwei Varianten

Die letzten beiden Vorschläge fanden vor allem bei den Grünen keinen großen Anklang. Zu groß wäre der Eingriff in die Natur. „Die Variante 1 ist sehr gut gelegen, die Besucher sind schnell in der Innenstadt und die nötige Infrastruktur kann schnell geschaffen werden oder ist schon vorhanden“, sagte Wilfried Janson (Die Grünen). Alternativ sei auch die Variante 2 denkbar gewesen.

Auch die Linke sprach sich für den ersten Vorschlag aus, liebäugelte aber auch mit den Plätzen hinter dem Finanzamt. „Aus touristischer Sicht sind die mit ihrer Lage an der Trave natürlich wertvoll“, sagte Hendrik Holtz (Die Linke). Aber dann wohl nur für die Wohnmobil-Touristen „und nicht mehr für die Menschen, die dort nach Naherholung suchen.“

Kosten nur für Strom und Wasser

Wie schon bei den bereits bestehenden sollen auch die neuen Wohnmobil-Stellplätze am Exer/Bürgerpark für bis zu drei Nächte kostenfrei genutzt werden dürfen. Kosten fallen nur für Strom (2 Euro) und Wasser (1 Euro) an.

Zunächst beauftragte der Wirtschafts- und Planungsausschuss gegen die Stimmen von CDU und FBO die Stadtverwaltung damit, eine Planung nach Variante 1 zu beauftragen und dabei auch die Kosten für eine Ver- und Entsorgungsstation zu ermitteln. Eine detaillierte Planung wird demnach voraussichtlich 2022 vorgestellt, der Bau könnte 2023 erfolgen. Die Stadtverordnetenversammlung muss noch zustimmen.

( fif )

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