Grosshansdorf

Kirche stellt Pläne für das neue Gemeindehaus vor

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Filip Schwen
Die Pastoren Matti Schindehütte und Anna Cornelius (M.) und die stellvertretende Vorsitzende des Kirchengemeinderates Bettina Wache-Möhle mit dem Modell des neuen Gemeindehauses.

Die Pastoren Matti Schindehütte und Anna Cornelius (M.) und die stellvertretende Vorsitzende des Kirchengemeinderates Bettina Wache-Möhle mit dem Modell des neuen Gemeindehauses.

Foto: Filip Schwen / HA

Immobilie in Großhansdorf soll umgebaut und erweitert werden. Teil des Gebäudes wird abgerissen. Einweihung für Ostern 2023 geplant.

Grosshansdorf. Die Planungen für den Umbau des Kirchengemeindehauses in Großhansdorf werden konkret: Am Sonntag hat der Kirchengemeinderat (KGR) der Öffentlichkeit erstmals den Siegerentwurf des Realisierungswettbewerbs vorgestellt. Am Rande des diesjährigen Kirchturmfestes hatten Gemeindemitglieder die Möglichkeit, einen ersten Blick auf ein Pappmodell ihres künftigen Versammlungs- und Veranstaltungsortes zu werfen.

Kirchengemeinde Großhansdorf stellt Pläne für neues Gemeindehaus vor

„Wir haben einen weiteren Meilenstein genommen, mit Ziel, den Menschen mehr Raum zur Begegnung zu geben,“, sagt Pastor Matti Schindehütte, der Vorsitzende des KGR. Die Sanierung des 1977 errichteten Gebäudes an der Alten Landstraße wird bereits seit Jahren diskutiert. Das Bestandsgebäude ist baufällig, verwinkelt und kann den Raumbedarf der Gemeinde nicht mehr decken.

Sechs Architekturbüros haben Entwürfe eingereicht

Im Mai hatte die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Großhansdorf-Schmalenbeck sechs Architekturbüros eingeladen, Ideen für die Umgestaltung und Erweiterung einzureichen. Eine Fachjury aus Architekten und Mitgliedern des Kirchengemeinderates bewertete die eingereichten Entwürfe. Anfang August traf der KGR die finale Entscheidung.

Der Nordflügel soll einem größeren Neubau weichen

„Der Siegerentwurf ist mutig, innovativ und stellt ein würdiges Gegenüber zur Kirche dar“, sagt Schindehütte. Er stammt von dem Hamburger Büro Wacker Zeiger und sieht einen Teilabriss und Neubau vor. Der Nordflügel der Immobilie, der dem Gotteshaus parallel gegenübersteht und den Veranstaltungssaal beherbergt, soll demnach einem größeren Neubau weichen.

Die Gemeinde benötigt einen größeren Saal für Veranstaltungen

„Wir sind mit der Vorgabe in den Wettbewerb gegangen, dass wir einen größeren Saal für Feste, Seminare, Jugendgruppen und Chorproben benötigen“, sagt Schindehütte. Der Saal soll im vorderen Teil des Gebäudes entstehen und mit einer breiten, bodentiefen Fensterfront zum Kirchplatz orientiert sein. „Wir möchten den Saal zum Platz öffnen“, sagt Schindehütte. Das biete der Gemeinde die Möglichkeit, das Außenareal bei Veranstaltungen stärker mit einzubeziehen.

Zentrales Element ist eine großzügige Dachterrasse

Neben dem größeren Festsaal soll der zweigeschossige Neubau auch kleinere Seminar- und Gruppenräume beinhalten. Zentrales Element des Gebäudes soll eine großzügige Dachterrasse sein, die über eine Freitreppe auch vom Kirchplatz aus erreichbar sein wird. „Gerade in der Jugendarbeit und für Konzertveranstaltungen bietet sie neue Möglichkeiten“, sagt Pastorin Anna Cornelius. In den Sommermonaten könne die Terrasse von den Jugendlichen als Rückzugsort für Grill- und Spieleabende genutzt werden. Nach der Fertigstellung möchte die Kirchengemeinde die Räume auch externen Veranstaltern zur Verfügung stellen. „Das neue Gemeindehaus soll ein Ort der Begegnung für alle Großhansdorfer werden“, sagt Cornelius.

Verbindungstrakt soll erhalten bleiben und saniert werden

Der Neubau soll in etwa an derselben Stelle entstehen wie das derzeitige Gebäude. Der L-förmige Grundriss des Gemeindehauses, das gemeinsam mit der Auferstehungskirche den Kirchplatz einrahmt, soll demnach erhalten bleiben. Ebenfalls stehen bleiben soll der Verbindungstrakt zwischen Kirche und derzeitigem Nordflügel. Das Backsteingebäude soll aber vollständig entkernt und die Räume neu aufgeteilt werden. „Geplant ist zum Beispiel der Einbau einer Wohnküche“, sagt Schindehütte. Zur genauen Innenausstattung hält sich der Kirchengemeinderat noch bedeckt.

Einen Großteil der Kosten muss die Kirchengemeinde selbst tragen

„Im September führen wir mit dem Büro Gespräche, was die einzelnen Maßnahmen kosten werden, schauen, was wir uns leisten können und wollen und nehmen möglicherweise noch Modifizierungen vor“, sagt Schindehütte. Der Gemeinderat bemühe sich um eine Förderung durch den Kirchenkreis Hamburg-Ost. Einen Großteil der Kosten müsse die Gemeinde aber selbst tragen.

Gemeinde wirbt mit Fundraising-Kampagne um Unterstützung

Eine Summe möchte der KGR noch nicht preisgeben. Die Kirchengemeinde hofft, einen Teil des Projektes über eine Fundraising-Kampagne finanzieren zu können. Geplant sind etwa Konzerte und Lesungen. Auch Baupatenschaften seien denkbar. „Bei der Finanzierung der neuen Orgel haben wir tolle Erfahrungen gemacht“, sagt Bettina Wache-Möhle, stellvertretende Vorsitzende des KGR. Im Jahr 2015 hatte die Gemeinde Patenschaften für die Pfeifen des neuen Instrumentes vergeben. Damals waren rund 850.000 Euro zusammen gekommen.

Die Einweihung ist für Ostern 2023 geplant

Den Auftakt der Kampagne gab es beim Kirchturmfest am Sonntag. Dort verkaufte die Gemeinde Schürzen, die aus den Werbebannern und Lkw-Planen für die Orgel-Patenschaften gefertigt wurden. Außerdem veräußerte der KGR Holzschnitt-Drucke der Künstlerin Kerstin Maywald, die die Formen des Gemeindehaus-Entwurfs aufnehmen. Parallel können Unterstützer mittels einer App, die der Kirchenkreis entwickelt hat, für das neue Gemeindehaus spenden. Die Anwendung ist auf der Internetseite www.raumfuergrosshans dorf.de zu finden. Dort informiert die Gemeinde auch in einem Blog über alle Entwicklungen rund um das Projekt. Der Kirchengemeinderat hofft, Anfang des kommenden Jahres einen Bauantrag stellen zu können. „Die Einweihung planen wir, wenn alles gut geht, für Ostern 2023“, sagt Wache-Möhle.

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