Katastrophenschutz

Rettungszentrum Hammoor soll bis Ende 2021 fertig sein

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Elvira Nickmann
Blick von der Hauptstraße auf das Rettungszentrum Ende Juni. Inzwischen sind Fenster eingebaut, der Haupteingangsbereich wurde verglast und Arbeiter haben mit Dämmung des Daches begonnen

Blick von der Hauptstraße auf das Rettungszentrum Ende Juni. Inzwischen sind Fenster eingebaut, der Haupteingangsbereich wurde verglast und Arbeiter haben mit Dämmung des Daches begonnen

Foto: Elvira Nickmann

Ausbauarbeiten schreiten voran. Bei Begehung informierten sich Vertreter von Politik und Hilfsorganisationen über aktuellen Stand.

Hammoor. Die Ausbauarbeiten für das neue Rettungszentrum für den Katastrophenschutz auf dem Gelände an der Hammoorer Hauptstraße schreiten seit der Fertigstellung des Rohbaus im Mai stetig voran. Durch das Großprojekt sollen die einzelnen Standorte der Einheiten und Einrichtungen, die sich bislang über das gesamte Kreisgebiet erstrecken, zusammengeführt werden. Thomas Ramm, Leiter des Fachdienstes Hochbau und Gebäudewirtschaft beim Kreis Stormarn, geht davon aus, dass die Arbeiten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden können. Er sagt: „Stand jetzt rechnen wir mit November oder Dezember.“

Neuer Standort soll Rettern optimale Bedingungen bieten

Bei einer gemeinsamen Begehung haben sich Landrat Henning Görtz und Kreispräsident Hans-Werner Harmuth kürzlich ein eigenes Bild vom aktuellen Stand des Großprojekts gemacht. Mit dabei waren Vertreter der Kreispolitik und der Hilfsorganisationen, die das Gebäude künftig nutzen werden.

Kreispräsident Harmuth sagt: „Die Großzügigkeit des neuen Rettungszentrums hat mich beeindruckt.“ Er freue sich für die Organisationen, dass diese am Ende des Jahres einziehen können. Landrat Henning Görtz zeigt sich ebenfalls zufrieden mit dem Fortschritt des Bauvorhabens. Er sagt: „Wir können unseren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern mit dem neuen Rettungszentrum optimale Bedingungen für ihre wichtige Arbeit bieten.“ Hierbei setze das Gebäude neue Standards und befinde sich am Autobahnkreuz Bargteheide auch noch in einer optimalen Lage.

Dach wird teils begrünt und bekommt Fotovoltaikanlage

Denn die Einsatzkräfte können es über verschiedenen Zufahrtswege – über die beiden Autobahnen 1 und 21, Bundesstraße 404, Landesstraße 89 und aus Richtung Bargteheide und Ahrensburg kommend über die Landstraßen – leicht erreichen. Dank des zentralen Standorts können sie innerhalb kurzer Zeit von dort auch zu Einsätzen in Orten gelangen, die ganz im Norden oder Süden des Kreises liegen.

Bei den Planungen wurde auch an Umwelt und Klima gedacht. Görtz sagt: „Wir haben beim Bau auf Nachhaltigkeit geachtet, was Energieeffizienz, Materialien und die Nutzung regenerativer Energie angeht.“ Zu dem Thema sagt Fachdienstleiter Thomas Ramm: „Das Flachdach wird innerhalb der kommenden drei Monate eine Fotovoltaik-Anlage bekommen.“ Diese sichere einen Teil der Stromversorgung des Gebäudes. Die restliche Dachfläche werde begrünt.

Land fördert Bauprojekt zusätzlich mit 300.000 Euro

Dass beim Bau öffentlicher Einrichtungen der Umweltaspekt über die geltenden Vorschriften hinaus berücksichtigt werde, sei längst nicht überall der Fall. „In dieser Richtung wird vonseiten der Kreispolitik viel gemacht“, hebt der Fachdienstleiter hervor.

Inzwischen werden die Gesamtkosten für den Erwerb des Grundstücks und das Bauvorhaben mit 8,36 Millionen Euro deutlich höher beziffert als zu Beginn des Projekts. Wie berichtet, hatten die Planer dafür ursprünglich 7,45 Millionen Euro veranschlagt. Das Land Schleswig-Holstein fördert das Projekt mit 300.000 Euro.

Holz für Dachstuhl wurde vor Lieferengpass geordert

Zu den höheren Kosten haben laut Ramm auch Preissteigerungen bei den Materialien beigetragen, weniger jedoch die inzwischen allgegenwärtige Holzkrise. „Zumindest beim Holz haben wir halbwegs Glück gehabt“, berichtet er. Denn der Auftrag für den Dachstuhl sei 2020 vergeben worden, zu einem Zeitpunkt, als die Preise für den Rohstoff noch nicht so hoch und Lieferengpässe kein Thema gewesen seien.

Das habe sich bei den Ausschreibungen in diesem Jahr jedoch geändert. Ob das im Detail an Corona liege oder allgemeine Lieferengpässe seien, könne er nicht sagen, so Thomas Ramm. „Diese Tendenz ist allgemein im Bauwesen schon seit 2014 spürbar“, sagt der Fachdienstleiter. Erschwerend komme hinzu, dass es weniger Bewerber für die Ausschreibungen gebe. „Wir merken grundsätzlich auch, dass uns bei öffentlichen Ausschreibungen nicht gerade die Bude eingerannt wird.“ Das betreffe selbst so übliche Tätigkeiten wie Fliesenarbeiten.

Halle hat Flächenheizung und Abgasabsaugesystem

Für die künftigen Nutzer dürften solche Belange jedoch kaum eine Rolle spielen. Für sie ist wichtiger, dass durch die 60 Außenstellplätze auf dem Gelände eine zeitraubende Parkplatzsuche entfällt. Die rund 1160 Quadratmeter umfassende Fläche der Fahrzeughalle bietet Platz für 22 Einsatzfahrzeuge und Erweiterungsoptionen für bis zu fünf Fahrzeuge. Sie verfügt über ein Absaugesystem für die Abgase und wird laut Ramm im Winter durch die beheizbare Hallensohle im Winter auf 12 Grad Celsius temperiert. Die Temperatur sorge für eine schnellere Trocknung und die Vermeidung von Wasserpfützen sowie optimale Lagerbedingungen für Material. Im Erdgeschoss liegen zudem Umkleideräume, Sanitäranlagen, Küche sowie der Desinfektionsbereich und weitere Räume für die etwa 140 Helfer. Der große Schulungsraum und ein Aufenthaltsraum mit Teeküche im Obergeschoss können von allen Einheiten genutzt werden, außerdem gibt es Büros für die Gruppenführer.

Zurzeit stehen auf der Baustelle Dachdecker-, Elektro- und Sanitärarbeiten an. Arbeiter bauen die Innenwände, Verputzer sind am Werk. Malerarbeiten und Bodenbeläge sowie Heizungs- und Lüftungsbau sollen folgen. Für Kreispräsident Harmuth ist das Projekt ein Erfolgsmodell, er sagt: „Die Gespräche mit Politik, Verwaltung und den Nutzern haben sich gelohnt.“ Er freue sich besonders, dass für die Zukunft noch Erweiterungsmöglichkeiten eingeplant seien. Harmuth: „Eine Planung mit Weitsicht.“

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