Bauvorhaben

Neue Ammersbeker Grundschule soll Mitte 2022 stehen

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Harald Klix
Ein Modell vom Erdgeschoss: Vom Haupteingang (unten rechts) führt der Weg in die 200 Quadratmeter große Mensa.

Ein Modell vom Erdgeschoss: Vom Haupteingang (unten rechts) führt der Weg in die 200 Quadratmeter große Mensa.

Foto: trapez architektur

Architekten präsentieren in Bünningstedt überarbeiteten Entwurf für 8,3-Millionen-Euro-Projekt. Grund waren auch Naturschutzauflagen.

Ammersbek.  Die Planung für den Neubau der Grundschule Bünningstedt in Ammersbek biegt auf die Zielgerade ein: Der Bauausschuss und der Umweltausschuss beraten jetzt über den finalen Entwurf des Hamburger Büros Trapez Architektur. Für rund 8,3 Millionen Euro entsteht auf dem Feld an der Ecke Steenhoop/Kremerbergweg direkt neben der alten Grundschule ein zweigeschossiges Gebäude mit acht Klassenräumen. Die reine Nutzfläche beträgt 2200 Quadratmeter. Inklusive Hallen, Fluren und Technikräumen ergibt sich eine Brutto-Grundfläche (BGF) von gut 3400 Quadratmetern.

Architekten haben Neubau um 90 Grad gedreht

Im Unterschied zu den ersten Entwürfen haben die Architekten den Neubau um 90 Grad gedreht. Er befindet sich nun im südlichen Bereich des Grundstücks parallel zum Kindergarten. „Das liegt unter anderem an Naturschutzauflagen“, sagt der Bauausschussvorsitzende Holger Lehmann (SPD). Die Fläche zwischen Kremerbergweg und dem Ortsteil Schäferdresch ist ein Korridor für Wildtiere und soll deshalb nicht zu sehr eingeschränkt werden. Der nördliche Teil des von Knicks umrandeten Grundstücks ist jetzt als öffentliche Grünfläche mit dem Zweck „Parkanlage“ und „Sportanlage“ vorgesehen.

Mehrere gesetzliche Änderungen haben die Baukosten noch einmal steigen lassen. So gibt es strengere Vorschriften zur Versickerung des Regenwassers auf dem Grundstück, im neuen Gebäudeenergiegesetz (ab 1. November) verschärfte Regelungen für die technische Lüftung und erhöhte Anforderungen aus dem „Digitalpakt Schule“. Um das auszugleichen, wurden Einsparungen bei technischen Standards im und am Gebäude vorgenommen. Beispielsweise wurde das Solardach gestrichen.

Ob der Altbau abgerissen wird, ist noch unklar

In der Arbeitsgruppe zum Neubau waren auch Vertreter der Lehrer und Eltern involviert. Im Außenbereich sind neben Spiel- und Bolzplatz auch sogenannte „grüne Klassenzimmer“ sowie ein Künstler- und Forschergarten vorgesehen. Später könnte auch noch eine 41 mal 31 Meter große Sporthalle hinzukommen, die die Landschaftsarchitekten eingezeichnet haben. „Dabei geht es um eine Möglichkeit, jetzt beschäftigen wir uns ausschließlich mit der Schule“, sagt Bürgermeister Horst Ansén. Die werde auch zügig errichtet, sobald Anfang nächsten Jahres der Bebauungsplan rechtskräftig ist. „Mitte 2022 soll Einweihung sein“, so Ansén.

Was nach dem Umzug der gut 160 Schüler sowie ihrer Lehrer und weiteren Betreuern mit dem alten Gebäude geschieht, ist noch unklar. Die 1957/58 errichtete Schule wurde mehrfach erweitert. Weil sie stark sanierungsbedürftig ist – nach Schätzungen wäre eine Investition von sechs Millionen Euro nötig –, stimmten die Gemeindevertreter Ende 2017 für den Neubau. Ursprünglich war geplant, den Altbau abzureißen. Nach der Verlagerung von Turnhalle und Fußballplatz sollte das Areal zu einem Baugebiet für etwa zehn Grundstücke werden – und damit Geld in die Gemeindekasse bringen. Doch die Landesplanung in Kiel hat Bedenken und mahnte eine Prüfung an, ob der Altbau stehen bleiben und anders genutzt werden kann – beispielsweise als Begegnungsstätte, Seminarzentrum oder für soziale Wohnformen. „Da wird es noch weitere Abstimmungsgespräche geben“, sagt Ansén.

Weiträumige Halle sind ein „Marktplatz“ für Treffen

Eine erste Konzeptstudie, die die Arbeitsgruppe Schulneubau im Juni 2019 präsentierte, sah ein deutlich größeres und teureres Gebäude vor. Es war eingeschossig, hatte rund 4700 Quadratmetern Brutto-Grundfläche und sollte 11,3 Millionen Euro kosten. Viel zu groß und viel zu teuer, urteilten die Kommunalpolitiker. Die AG suchte erfolgreich nach Sparmöglichkeiten, bei denen das pädagogische Konzept erhalten blieb.

Zusätzlich zu den Klassenräumen gibt es eine Mensa (200 Quadratmeter), Musik-, Kunst- und Forscherraum (jeweils circa 80 Quadratmeter) sowie kleinere Gruppenräume und Gesprächszimmer für die Lehrer. Die weiträumigen Hallenbereiche sollen als „Marktplatz“ Ort für Begegnungen zwischen den Schülern sein und auch pädagogisch genutzt werden. Die Mensa war im ersten Konzept doppelt so groß.

Neben der Grundschule steht noch eine weitere Großinvestition im Ortsteil Bünningstedt an: Die Feuerwache wird für 4,2 Millionen Euro an der Dorfstraße neu gebaut.

Gemeinsame Sitzung des Bauausschusses und des Umweltausschusses Ammersbek, Mi 28.10., 19.30, Turnhalle Bünningstedt, Steenhoop 32; wegen der Corona-Restriktionen sind maximal 43 Teilnehmer erlaubt.

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