Heimatgeschichte

Ein Forscher entdeckt Reinbeks slawische Wurzeln

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Werner Budesheim von der FLA aus Wentorf erforscht seine Heimat.

Werner Budesheim von der FLA aus Wentorf erforscht seine Heimat.

Foto: BGZ

Im wissenschaftlichen Beitrag stellt Werner Budesheim Zusammenhang zwischen Benennung der Bille und Namen der Stadt her.

Reinbek.  Wie hängt der Name der Stadt Reinbek mit der Bille zusammen? Der promovierte Reinbeker Germanist und Sprachwissenschaftler Werner Budesheim ist auf eine Antwort gestoßen. Im neuen Buch der Freien Lauenburgischen Akademie (FLA) für Wissenschaft und Kultur stellt er im Beitrag „Was ist eigentlich Reinbek“ eine Verbindung her zu Bilena, wie die Bille in alten Urkunden genannt wurde.

Auf die Germanen folgten slawische Stämme

„Das war mir auch bekannt“, sagt Budesheim. Die Benennung sei bisher aber nicht mit einem slawischen Ursprung in Verbindung gebracht worden, erläutert Budesheim. Eines Tages dann die Überraschung auf einer Reise nach Prag: Der Forscher kam nach Aussig (Ustig nad Labem) und entdeckte im Tal ein Schild mit dem Namen Bilina.

Ein Tschechin sagte ihm, dass das „klares Wasser“ bedeutet. „Der Wortteil bil- oder biel- leitet sich von dem tschechischem Wort bilý ab, was weiß bedeutet“, schreibt Budesheim. In der westslawischen Sprache bedeute die Wurzel „bil-“ auch sauber und rein. Bilina/Bilena sei also ein reiner Bach.

Für Budesheim ist klar, dass die Bille (Bilena) genauso wie Bilina in Tschechien ursprünglich von Slawen benannt worden ist. Er hat zusätzlich Literatur von den Slawisten Antje Schmitz und Wolfgang Laur hinzugezogen. „Ich habe mich durch die slawische Forschung gelesen und Übersetzungen erfragt“, sagt er.

Nach der Abwanderung der Germanen vom oberen und mittleren Lauf der Bille sei der Raum für etwa 300 Jahre verlassen gewesen. Vom 7. Jahrhundert an sollen slawische Stämme das Gebiet der Bille-Quelle bei Linau (Kreis Herzogtum Lauenburg) besiedelt haben. Wie Linau seien „auch mehrere Siedlungsnamen in diesem Raum (...) slawischen Ursprungs“, schreibt Budesheim – darunter Köthel und der Bach Schiebenitz.

Ein Kloster, das mehrmals verlegt wurde

1224 sei zunächst eine Kapelle, dann ein Zisterzienserinnenkloster in Ohe an der Bille gegründet worden. Der Siedlungsort habe den Namen Reinbek bekommen. Das Kloster sei entlang der Bille zunächst nach Köthel verlegt worden. „Der Name ging mit, sodass Köthel dann Reinbek heißt“, schreibt Budesheim. 1252 sei es zu einer weiteren Verlegung gekommen: Am neuen Standort ist später Reinbeks Schloss entstanden.

Das -bek aus Reinbek wiederum stamme aus dem Niederdeutschen und heiße Bach. Rein- komme übersetzt aus dem Slawischen bil- wie in Bilena. De Name sei damit teilweise slawischen Ursprungs.

( hpbwe )

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