Baustellen

Großhansdorf investiert rund fünf Millionen Euro in Schulen

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Filip Schwen
Thomas Böger (v. l., Geschäftsführer des Wöhri-Clubs), Ralph Märcker (Schulleiter) sowie Bürgermeister und Schulverbandsvorsteher Janhinnerk Voß vor der Grundschule Wöhrendamm.

Thomas Böger (v. l., Geschäftsführer des Wöhri-Clubs), Ralph Märcker (Schulleiter) sowie Bürgermeister und Schulverbandsvorsteher Janhinnerk Voß vor der Grundschule Wöhrendamm.

Foto: Filip Schwen

Baustart für Erweiterung der Grundschule Wöhrendamm ist 2021. Verwaltungstrakt der Friedrich-Junge-Schule wird von Dezember an saniert.

Grosshansdorf. Der Schulverband Großhansdorf, zu dem auch die Gemeinden Siek und Hoisdorf gehören, investiert bis 2022 rund fünf Millionen Euro in seine Bildungseinrichtungen. Die Verbandsvertreter gaben auf ihrer jüngsten Sitzung grünes Licht für den Vorentwurf des Erweiterungsbaus für die Grundschule Wöhrendamm, der ab 2021 entstehen soll. Schon in diesem Jahr startet die Sanierung des Verwaltungstraktes der Friedrich-Junge-Schule, das Emil-von-Behring-Gymnasium erhält ein Blockheizkraftwerk.

Grundschule Wöhrendamm benötigt mehr Platz

„Für jeden Euro, den wir in die Bildung investieren, bekommen wir gesellschaftlich ein Vielfaches zurück“, sagte Großhansdorfs Bürgermeister Janhinnerk Voß, der zugleich auch Vorsteher des Schulverbandes ist, nach der Sitzung zum Abendblatt. Das mit einer Investitionssumme von rund 3,5 Millionen Euro teuerste Projekt ist die Erweiterung der Grundschule Wöhrendamm.

Die Bildungseinrichtung benötigt mehr Platz für die Nachmittagsbetreuung, seit 2008 ist sie eine Offene Ganztagsschule (OGS). Ein großer Teil der OGS ist derzeit in Containern auf dem Pausenhof untergebracht, dazu nutzt sie einige Räume im Schulgebäude. „Nach den Sommerferien wird zu den elf Klassen eine weitere dazukommen und die Grundschule Wöhrendamm durchgängig dreizügig sein“, sagt Sven Gruß, Amtsleiter für Gebäudewirtschaft und Schulen im Großhansdorfer Rathaus. Die Schülerzahl steige von 266 auf 285. Da ein zusätzlicher Klassenraum benötigt werde, müsse die OGS ein Zimmer im Schulgebäude abgeben. Gruß: „Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Plätzen in der Nachmittagsbetreuung hoch.“ 184 Anmeldungen gebe es bereits für 2020/21, neun mehr als im laufenden Schuljahr.

Das Dach der Bildungseinrichtung soll begrünt werden

Um mehr Platz für die OGS zu schaffen, soll auf dem Pausenhof zwischen der Buskehre und dem Gelände der Kita Wöhrendamm auf rund 550 Quadratmetern ein Neubau entstehen. Das Architekturbüro KKP und das Ingenieurbüro Pinck aus Hamburg hatten den Schulverbandsvertretern zwei Vorentwürfe für einen teilweise zweigeschossigen Solitär mit roter Klinkerfassade vorgestellt: Eine Variante verfügt über ein Flach-, die andere über ein Pultdach. Die Schulverbandsvertreter entschieden sich jetzt aus optischen Gründen für die letztere. Das Dach soll zudem begrünt werden. Noch offen ließ das Gremium, ob eine Solaranlage installiert wird, möchte erst die Unterhaltungskostenkalkulation abwarten.

Der Neubau soll aus zwei leicht versetzten Gebäudeteilen bestehen, die durch einen Flur verbunden sind, und über eine Bruttogeschossfläche von etwa 820 Quadratmetern verfügen. „In dem zweistöckigen Teil werden je Stockwerk vier Gruppenräume von je 30 Quadratmetern, dazu oben ein Ruheraum unterkommen. Die Mensa mit einer Lehrküche wird eingeschossig“, sagt Gruß. Dazu erhalte der Neubau im Erdgeschoss eine mobile Trennwand, die es ermöglicht, zwei benachbarte Räume zu einem großen zusammenzufassen.

Einweihung am Wöhrendamm für 2022 anvisiert

Mit dem beschlossenen Entwurf ist Schulleiter Ralph Märcker zufrieden, sagt: „Es ist wichtig, den Kindern, die in der OGS betreut werden, auch in den Nachmittagsstunden eine Heimstätte zu bieten.“ Bisher habe es keine Möglichkeit gegeben, den Jungen und Mädchen nach Schulende räumlichen Abstand zu den Klassenzimmern zu bieten. Thomas Böger, Geschäftsführer des OGS-Trägervereins Wöhri-Club, ist erleichtert, dass das Container-Provisorium bald endet. Darüber hinaus sei besonders die Essensausgabe unter den aktuellen Umständen eine Belastung. „Wir nutzen die Lehrküche im Keller der Schule. Das ist ein Flaschenhals“, so Böger. Nur 40 Kinder könnten dort gedrängt gleichzeitig sitzen, daher werde in drei Gruppen gegessen. „Von zwölf bis 14.30 Uhr sind wir mit der Essensausgabe beschäftigt.“ Die neue Mensa soll bis zu 80 Schülern Platz bieten.

Der Baustart am Wöhrendamm ist für das erste Quartal 2021 geplant, die Einweihung für 2022 anvisiert. Zunächst müssen die Container versetzt werden, sie stehen auf der Baufläche. „Wir beginnen in den Sommerferien mit der Vorbereitung der Verlegung“, sagt Sven Gruß. Die zehn Einheiten sollen künftig in einer Reihe am Rand des Schulgeländes südlich der Kita Wöhrendamm stehen. „Wir müssen wegen der gestiegenen Schülerzahl fünf weitere Container anmieten“, so Gruß. Nach der Fertigstellung des Neubaus sollen die Container abgebaut werden.

Installation eines Blockheizkraftwerks für 400.000 Euro

An der Friedrich-Junge-Gemeinschaftsschule beginnen bereits in diesem Dezember die Arbeiten an dem sanierungsbedürftigen Verwaltungstrakt aus dem Jahr 1975 für rund eine Million Euro. Gruß: „In den Sommerferien wird das Ausweichquartier für das Lehrerzimmer, das Sekretariat und die Schulleitung vorbereitet.“ Sie ziehen bis zum Abschluss der Arbeiten im Herbst 2021 in Klassenzimmer im ersten Stock. Ebenfalls in den Sommerferien wird im Emil-von-Behring-Gymnasium für 400.000 Euro ein Blockheizkraftwerk installiert.

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