Stadtentwicklung

Stormarnplatz: Neue Kritik an Parkplatz-Plänen in Ahrensburg

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Susanne Freese (59) von der Leitstelle „Älter werden“ steht auf der Terrasse des Peter-Rantzau-Hauses in Ahrensburg. Auf der Rasenfläche hinter ihr soll bald ein provisorischer Parkplatz gebaut werden. 

Susanne Freese (59) von der Leitstelle „Älter werden“ steht auf der Terrasse des Peter-Rantzau-Hauses in Ahrensburg. Auf der Rasenfläche hinter ihr soll bald ein provisorischer Parkplatz gebaut werden. 

Foto: Janina Dietrich

Das Peter-Rantzau-Haus grenzt an das Areal. Mitarbeiter sind in Sorge. Sie befürchten, dass Autoabgase und Staub ins Gebäude gelangen.

Ahrensburg. Die Entscheidung der Stadtverordneten, auf dem Stormarnplatz in Ahrensburg voraussichtlich noch in diesem Jahr einen provisorischen Parkplatz zu errichten, hat in der Bürgerbegegnungsstätte Peter-Rantzau-Haus große Sorgen ausgelöst. Das Gebäude grenzt unmittelbar an die Rasenfläche, auf der rund 120 Stellplätze für Autos geschaffen werden sollen.

Auf der Terrasse werden Grillfeste gefeiert

„Für uns bedeutet das einen gravierenden Einschnitt“, sagt Susanne Freese von der Leitstelle „Älter werden“ im Peter-Rantzau-Haus. Sie befürchtet, dass Abgase der Autos und Staub vom Parkplatz beim Lüften in die Zimmer gelangen. „Wir haben sehr viele Veranstaltungen, müssen deshalb häufig die Fenster und Türen für Frischluft öffnen“, sagt die 59-Jährige. „Unklar ist, ob wir unseren Clubraum dann noch nutzen können.“ Zudem gebe es im Sommer oft Grillveranstaltungen auf der Terrasse, neben der künftig Autos parken sollen.

Auf Antrag der Wählergemeinschaft WAB soll zwar ein Abstand von rund zehn Metern zur Terrasse eingehalten werden. Auch die südliche Zufahrt soll so gestaltet werden, dass sie möglichst großen Abstand zum Peter-Rantzau-Haus hält. Das sorgt beim Team der Einrichtung allerdings nicht für Beruhigung. Befürchtet wird, dass viele Autofahrer das Gebäude als Durchgang auf dem Weg in die Innenstadt und auch die Toiletten nutzen werden. „Vielleicht müssen wir dann die Tür zum Parkplatz verriegeln“, sagt Freese. „Wir fühlen uns von der Stadt übergangen, weil niemand unsere Bedenken hören wollte.“

Der Parkplatz soll aus Natursteinschotter bestehen

Nach Angaben der Stadtverwaltung soll der Parkplatz eine 30 Zentimeter dicke Schicht aus Natursteinschotter bekommen. Die etwa 3500 Quadratmeter große Fläche soll zudem mit einer Art Weidezaun aus Holz umrandet werden. Zur Beleuchtung sind zwei Lampen geplant. Die Einfahrt erfolgt nach Protesten der Politiker nun über die Stormarnstraße und die Klaus-Groth-Straße, die Ausfahrt nur über Letztere.

Die Verwaltung rechnet mit Kosten in Höhe von 112.000 Euro für den Bau, hinzu kommen Kosten von 2500 Euro pro Jahr für den Unterhalt sowie etwa 45.000 Euro für den später geplanten Rückbau. Wenn das Bauprojekt an der Alten Reitbahn samt Tiefgarage fertig ist, soll auf dem Stormarnplatz ebenfalls eine Tiefgarage errichtet werden. Das haben die Stadtverordneten mit Stimmen von CDU, Grünen und WAB im Grundsatz beschlossen.

Auch das Juki 42 kritisiert die Pläne für den Stormarnplatz

Auch beim benachbarten Jugendzentrum Juki 42 kommt das Vorhaben nicht gut an. Ein Vertreter hatte es bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung als „unverzeihlich“ bezeichnet, „eine gut genutzte Grünfläche durch einen Parkplatz unbenutzbar zu machen“. Der Rasen werde von vielen Jugendlichen und Senioren zum Entspannen genutzt, die nun verdrängt würden. Susanne Freese bestätigt das. Sie sei auch aus Gründen des Naturschutzes dagegen, sagt: „Ich habe dort schon Austernfischer und Mauersegler gesehen.“

( jjd )

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