Hamburg

Moia darf überraschend doch nicht im Umland testen

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Janina Dietrich
Der Fahrdienst Moia wird vorerst nicht über die Hamburger Stadtgrenze hinaus ausgeweitet.

Der Fahrdienst Moia wird vorerst nicht über die Hamburger Stadtgrenze hinaus ausgeweitet.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

VW-Tochter wollte Testbetrieb ausweiten: Warum Ahrensburg Moia in letzter Minute absagte – und wer den Zuschlag bekam.

Ahrensburg.  Der Fahrdienst Moia wird vorerst nicht auf das Hamburger Umland ausgeweitet. Die Ahrensburger Politiker haben dem Vorhaben der VW-Tochter, einen öffentlich geförderten Testbetrieb in der größten Stadt des Kreises Stormarn zu starten, eine Absage erteilt. Stattdessen beschlossen sie einstimmig, das Modellprojekt mit Konkurrent Ioki zu realisieren.

Moia wollte für sechs Monate in Ahrensburg fahren

Wie berichtet, will die Nationale Plattform „Zukunft der Mobilität“ der Bundesregierung verschiedene umweltfreundliche Verkehrsangebote testen, um daraus Handlungsempfehlungen für die Mobilität der Zukunft in ganz Deutschland zu entwickeln. In Ahrensburg sollte ursprünglich ein On-Demand-Angebot mit Moia im „ländlichen Raum“ erprobt werden. Den Plänen zufolge hätten die gold-schwarzen Elektro-Kleinbusse im kommenden Jahr für sechs Monate durch die Schlossstadt rollen sollen. Angedacht waren zum Beispiel ein Zubringer-Service zum Hamburger Flughafen oder ein Shuttle-Dienst für Pendler vom Ahrensburger Bahnhof ins Gewerbegebiet. Die Ergebnisse sollten anschließend wissenschaftlich ausgewertet werden.

Testphase von Ioki soll zwölf Monate dauern

Im letzten Moment beschlossen die Ahrensburger Politiker nun, den Testpartner zu tauschen. Der Grund: Das Konzept von Konkurrent Ioki überzeugte sie mehr. Die Bahn-Tochter wirbt damit, ihr On-Demand-Angebot mit dem Öffentlichen Personennahverkehr zu verbinden. „Wir verstehen uns als Ergänzung, nicht als Ersatz des ÖPNV“, sagte Ioki-Projektplaner Michael Wurm bei einer Vorstellung in Ahrensburg. Pendler sollen mit den Shuttles beispielsweise zum nächsten U-, S- oder Regionalbahnhof fahren können, wenn es für die Strecke keine geeignete Busverbindung gibt.

Die Testphase von Ioki soll zwölf Monate dauern und damit doppelt so lang sein wie beim Moia-Vorhaben. Start könnte bereits in diesem Jahr sein. Klimaschutzmanagerin Jule Lehmann sagte dazu: „Ioki könnte innerhalb von zwölf Wochen loslegen.“ Zunächst muss Ahrensburg jedoch einen Förderantrag stellen, die Bewilligungsbescheide sollen bis Ende März verschickt werden.

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